Mann mit Smartphone und EC-Karte ist auf Job Scamming hereingefallen

Job Scamming: Verbraucherzentrale NRW spricht Warnung aus

Das Phänomen des „Job Scamming“ hat in den letzten Jahren so stark zugenommen, dass nun sogar die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen eine offizielle Warnung ausspricht. Skrupellose Betrüger versuchen, gutgläubige Jobsuchende auszunutzen. Erfahren Sie hier alles über diese aktuelle Betrugsmasche und wie Sie sich davor schützen können.

Was ist Job Scamming und wie funktioniert es?

„Job Scamming“ bezieht sich auf betrügerische Aktivitäten im Zusammenhang mit Arbeitsangeboten oder -suchen. Es handelt sich dabei um betrügerische Machenschaften, bei denen Personen vorgeben, legitime Jobangebote anzubieten oder nach Arbeit suchende Menschen täuschen, um persönliche Informationen, Geld oder andere betrügerische Ziele zu erlangen.

Typischerweise können Job-Scams auf verschiedenen Plattformen auftreten, einschliesslich Online-Jobbörsen, sozialen Medien, E-Mails oder direkter Kontaktaufnahme. Die Betrüger erstellen gefälschte Stellenanzeigen, unechte Unternehmensprofile und geben sich dabei als legitime Arbeitgeber aus, um das Vertrauen der Jobsuchenden zu gewinnen.

Die Opfer von Job-Scams werden durch derartige seriös wirkende Angebote dazu verleitet, persönliche Informationen wie Sozialversicherungsnummern, Bankdaten oder sogar Geld für vermeintliche „Bearbeitungsgebühren“ zu teilen.

Neueste Maschen: Video-Ident und Finanzagenten

Die Betrüger gehen oft raffiniert vor, um die Bereitschaft von Jobsuchenden auszunutzen. Besonders perfide Beispiele für Job Scamming sind die Nutzung des Video-Ident-Verfahrens bei Banken oder die ungewollte und unbewusste Einspannung als sogenannte „Finanzagenten“.

Betrug mittels Video-Ident-Verfahren

Hierbei täuschen die Betrüger vor, die Identität des Bewerbers für die angebotene Stelle verifizieren zu müssen und initiieren ein scheinbar seriöses Video-Ident-Verfahren bei einer Bank. Die Opfer werden gebeten, sich per Videoanruf zu identifizieren, indem sie ihre Ausweise vor die Kamera halten. Nach erfolgreicher Durchführung versichern die Betrüger, dass die erfassten Daten und das temporär eingerichtete Konto gelöscht werden.

In Wirklichkeit verfolgen die Täter jedoch hinterhältige Absichten. Sie nutzen die erlangten Konten, um beispielsweise das Inkasso von Fake-Shops abzuwickeln. Hierbei werden gefälschte Online-Shops vorgespielt, über die Produkte angeblich verkauft werden. Die Opfer, ahnungslos über die betrügerischen Machenschaften, dienen als Mittelsmänner, indem sie Geldbeträge von ahnungslosen Käufern empfangen und weiterleiten. Das Video-Ident-Verfahren wird auf diese Weise instrumentalisiert, um eine vermeintlich legale Grundlage für die genannten Aktivitäten vorzutäuschen.

Missbrauch als Finanzagent

Des Weiteren werden die arglosen Jobsuchenden beim Job Scamming oder im Anschluss häufig als sogenannte „Finanzagenten“ eingespannt. In diesem Kontext bedeutet dies, dass die Opfer unwissentlich dazu gebracht werden, gestohlene oder betrügerisch erlangte Geldbeträge zu transferieren und zu verschleiern. Sie werden somit ungewollt zu Komplizen in illegalen Finanztransaktionen. Die Betrüger nutzen die Gutgläubigkeit der Menschen aus, die sich nichts Böses denken, während im Hintergrund illegale Geldflüsse abgewickelt werden.

So schützen Sie sich vor Job Scamming

In der heutigen digitalen Ära, in der die Jobsuche zunehmend online stattfindet, ist es wichtiger denn je, wachsam zu sein und sich vor betrügerischen Jobangeboten zu schützen. Hier sind einige Tipps, worauf Sie achten sollten, um einzuschätzen, ob ein Stellenangebot wirklich echt und seriös ist.

  • Überprüfen Sie die Stellenanzeigen genau. Rechtschreibfehler, fehlende Kontaktinformationen bzw. Unternehmensangaben sind erste Indizien.
  • Recherchieren Sie die in der Anzeige angegebenen Unternehmensinformationen. Ist der Unternehmenssitz tatsächlich vorhanden?
  • Zu schön, um wahr zu sein? Bei überdurchschnittlichen Gehaltsversprechen oder sofortigen Zusagen sollten Sie hellhörig werden. Bewerbungsprozesse brauchen Zeit.
  • Geben Sie grundsätzlich keine persönlichen oder finanziellen Informationen ohne ausreichende Überprüfung preis.
  • Klicken Sie niemals arglos irgendwelche Links an, die Sie beispielsweise per Mail vom vermeintlichen Arbeitgeber erhalten. *
  • Achten Sie auf rote Flaggen wie ungewöhnliche Zahlungsanforderungen oder mangelnde Transparenz.
  • Bei Verdacht auf einen Betrug melden Sie diesen an die örtliche Strafverfolgungsbehörde.

Weitere nützliche Informationen finden Sie in der offiziellen Warnung der Verbraucherzentrale NRW.

*So überprüfen Sie, ob ein Link sicher ist

Bewegen Sie den Mauszeiger über den Link, ohne darauf zu klicken. In vielen Webbrowsern wird die tatsächliche URL in der Statusleiste oder in einem Popup-Fenster angezeigt. Vergleichen Sie diese angezeigte URL mit der erwarteten Adresse. Wenn sie nicht übereinstimmen, ist Vorsicht geboten.

Untersuchen Sie die URL sorgfältig. Betrüger verwenden möglicherweise leicht abgeänderte URLs, um echte Websites zu imitieren. Achten Sie auf zusätzliche Zeichen oder Buchstaben, die subtil den Anschein einer legitimen Website erwecken sollen.

Seriöse Unternehmen verwenden in der Regel Webseiten mit sicherer HTTPS-Verbindung. Dies ist besonders wichtig bei der Übermittlung sensibler Informationen. Das Vorhandensein von „https://“ anstelle von „http://“ in der URL zeigt an, dass die Verbindung verschlüsselt ist.

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