Nicht nur in Deutschland hält die Digitalisierung Einzug. Eine Studie namens “Digital Index” ermittelte ein Gesamtbild zum digitalen Fortschritt in Deutschland. Das Lagebild gibt viel Aufschluss darüber, wie sich Nutzungsverhalten, allgemeiner Zugang sowie weitere Trends rund um die Digitalisierung entwickeln.
Arbeiten, Unterricht, Gesundheit – alles digital
Die Initiative D21, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, erstellt alljährlich ein sogenanntes Lagebild zur Entwicklung der digitalen Gesellschaft – den Digital Index. Dazu befragten die Verantwortlichen in über 20.000 computergestützten Interviews rund 16.000 BundesbürgerInnen ab 14 Jahren. Fokus bei den Befragungen lag dabei auf Arbeit, Unterricht sowie Gesundheitsanwendungen – natürlich alles digital.
Auf der offiziellen Webseite gibt es neben den zentralen Ergebnissen der Studie viele weitere Kennzahlen zur Digitalisierung. Ausserdem gelangen Sie über den dortigen Link auf Wunsch direkt zum Download der Studie.
Digital Index zeigt steigenden Digitalisierungsgrad
Weitere Kennzahlen des Digital Index sind Zugang, Nutzungsverhalten, Kompetenz und Offenheit. Der Zugang gibt an, inwieweit die Befragten überhaupt die Möglichkeiten bzw. Voraussetzungen zur Digitalisierung mitbringen. Dabei handelt es sich um den stärksten Gewichtungsfaktor des Digital Index.
Das Nutzungsverhalten gibt Aufschluss darüber, wie lang (Nutzungsdauer) und wie oft (Nutzungshäufigkeit) digitale Anwendungen in Gebrauch sind. Die Kompetenz beschreibt, wie gut die NutzerInnen mit digitalen Anwendungen agieren können. Hinter dem Zugang ist die Kompetenz der zweitstärkste Gewichtungsfaktor des Digital Index. Zuletzt steht die Offenheit dafür, wie die persönliche Einstellung zur Digitalisierung aussieht.
Digital Index erzielt 60 Punkte – was heisst das?
Vor allem bedeutet das Ergebnis von 60 Punkten, dass die Digitalisierung weiter voranschreitet. Denn in der vergangenen Studie (Digital Index 2018-2019) lag Deutschland noch bei 55 Punkten.
Die einzelnen Subindizien geben Aufschluss darüber, wo genau die Trends lagen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um das Nutzungsverhalten (+5) und den Zugang (+4). Eher nachrangig ist hingegen die Kompetenz mit nur einem Pluspunkt. Die Offenheit gegenüber der Digitalisierung sank sogar um einen Punkt.
Ist die Corona-Krise Schuld am digitalen Zuwachs?
Betrachten wir die Faktoren Arbeit und Unterricht, lautet die Antwort Ja. Besonders schreitet die Digitalisierung im Bereich Arbeitsplätze voran. Der “Corona-Schub” – Zitat aus dem Digital Index – führte zu einer Verdopplung des mobilen Arbeitens. Bei digitalem Unterricht sieht es ähnlich aus: Ein Grossteil der Befragten hält digitale Unterrichtskonzepte für unverzichtbar.
Gewinner unter den digitalen Anwendungen
Was genau beim Digital Index eigentlich alles zu digitalen Anwendungen zählt, wird deutlich, sobald wir uns die Ergebnisse zur gesamten und mobilen Internetnutzung anschauen. Sage und schreibe 99 Prozent der deutschen Bevölkerung zwischen 20 und 39 Jahren nutzt das Internet. Unmittelbar danach folgen 98 Prozent der Altersgruppe 14 bis 19 und 40 bis 49. Die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen bilden übrigens die Spitzenreiter der Internetnutzer.
Das Nutzungsverhalten liefert letztlich die konkreten Beispiele und zugleich Sieger der digitalen Anwendungen. Mit einem Anteil von 78 Prozent ist Online-Shopping klarer Gewinner. Direkt dahinter folgen Instant Messenger mit 76 Prozent. Online-Buchungen sind weiterhin mit einem hohen Anteil von 65% und Online-Bezahlvorgänge mit 64% dabei.
Unter den Social Media Anwendungen trägt WhatsApp mit 72% den Sieg davon. YouTube landet mit 48% auf Platz 2 und Facebook mit kleinem Abstand (46%) auf dem dritten Platz. Erstaunlich weit abgeschlagen sind TikTok oder LinkedIn mit jeweils 4%.