Fake Post

Transparenz statt Täuschung: EU-Kommission fordert Offenlegung zu Fake Posts

Die EU-Kommission fordert diverse Social Media Plattformen aufgrund des Israel-Konflikts zur Offenlegung ihrer Massnahmen gegen Fake Posts, Falschinformationen und Hassrede gemäß dem neuen EU-Gesetz für Digitale Dienste (DSA). Wenn die Antworten unzureichend sind, drohen Bussgelder.

Fake Posts mit neuem Aufhänger – worum es geht

Fake Posts sind Beiträge oder Inhalte, die absichtlich falsche Informationen verbreiten oder irreführende Behauptungen aufstellen. Diese können in verschiedenen Formen auftreten, darunter Texte, Bilder, Videos oder Audiodateien.

Im Allgemeinen dienen Fake Posts dazu, Aufmerksamkeit zu erregen, Meinungen zu beeinflussen oder sogar bestimmte Absichten zu verfolgen, wie zum Beispiel politische Propaganda zu verbreiten, wirtschaftliche Vorteile zu erlangen oder Desinformation zu streuen. Sie können auch Teil gezielter Desinformationskampagnen sein, die darauf abzielen, die öffentliche Meinung zu manipulieren oder Verwirrung zu stiften.

Die Verbreitung von Fake Posts hat in den letzten Jahren auf Social-Media-Plattformen zugenommen und mit dem jüngsten Nahost-Konflikt erneut an Fahrt aufgenommen, was zu ernsthaften Problemen wie der Verbreitung von Fehlinformationen, der Schädigung von Ruf und Glaubwürdigkeit sowie der Untergrabung des Vertrauens in Medien und Online-Inhalte geführt hat.

Was können die Plattformen dagegen tun?

Die Verbreitung von Fehlinformationen, auch bekannt als „Fake News“ oder „Fake Posts“, auf Social-Media-Plattformen wie Facebook ist im Allgemeinen nicht direkt gesetzlich verboten, zumindest nicht in den meisten Ländern. Das liegt daran, dass die Meinungsfreiheit in vielen Rechtssystemen einen hohen Stellenwert hat und es schwierig sein kann, eindeutig zu definieren, was als Fehlinformation gilt und was nicht.

Insgesamt ist die Bekämpfung von Fehlinformationen auf Social Media eine komplexe Aufgabe, die eine Kombination aus technologischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Lösungen erfordert. Obwohl die Verbreitung von Fehlinformationen nicht direkt verboten ist, arbeiten Social-Media-Plattformen und andere Interessengruppen daran, Strategien zu entwickeln, um die Auswirkungen von Fehlinformationen zu reduzieren.

Es gibt aktuell bereits gewisse Einschränkungen und Mechanismen, die gegen die Verbreitung von Fehlinformationen auf Plattformen wie Facebook in Kraft sind.

Nutzerbedingungen und Richtlinien

Social-Media-Plattformen haben Nutzungsbedingungen und Richtlinien, die die Art und Weise regeln, wie Benutzer die entsprechende Plattform nutzen können. Diese Richtlinien schränken die Verbreitung von Fehlinformationen ein, und Plattformen können Massnahmen ergreifen, um gezielt gegen solche Inhalte vorzugehen.

Faktenprüfung und Moderation

Viele Social-Media-Unternehmen haben Programme zur Faktenprüfung und Moderation implementiert, um die Verbreitung von Fehlinformationen einzudämmen. Diese Programme sollen dazu beitragen, irreführende Inhalte zu identifizieren und zu kennzeichnen oder zu entfernen.

Gesetzliche Regelungen

In einigen Ländern gibt es Gesetze, die bestimmte Arten von Fehlinformationen verbieten, insbesondere solche, die zu Schaden oder Unruhen führen könnten. Diese Gesetze variieren jedoch je nach Land und sind oft schwer durchzusetzen, insbesondere im Bereich der Online-Kommunikation.

Tun die Social Media Kanäle genug?

Viele der bekanntesten Kanäle haben bereits ihre Algorithmen angepasst, um die Verbreitung von Fehlinformationen einzudämmen und authentische Nachrichtenquellen zu fördern. Facebook beispielsweise arbeitet schon seit geraumer Zeit mit unabhängigen Faktenprüfern zusammen, um die Glaubwürdigkeit und Seriosität von Inhalten zu überprüfen und Fake Posts entsprechend im Vorfeld zu kennzeichnen bzw. gar nicht erst anzuzeigen.

Die Debatte über die Rolle von Facebook und anderen Social-Media-Plattformen bei der Bekämpfung von Fehlinformationen und der Wahrung der Meinungsfreiheit dauert jedoch an und entwickelt sich ständig weiter.

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Fehlinformationen und der Forderung nach mehr Transparenz seitens der EU-Kommission, stellt sich die Frage, wie jeder Einzelne aktiv dazu beitragen kann, die Verbreitung von Falschinformationen einzudämmen. Im folgenden Kapitel werfen wir einen Blick darauf, welche Schritte jeder von uns unternehmen kann, um gegen Fake Posts vorzugehen.

Was jeder Einzelne gegen Fake Posts tun kann

Die Identifizierung vertrauenswürdiger Informationen auf Social Media erfordert die Fähigkeit, zwischen zuverlässigen und zweifelhaften Quellen zu unterscheiden. Hier sind einige Tipps, die Ihnen dabei helfen können.

Quelle überprüfen

Schauen Sie sich die Quelle des Beitrags an. Handelt es sich um eine etablierte Nachrichtenorganisation, eine Regierungsbehörde, eine bekannte Institution oder eine vertrauenswürdige Website? Vermeiden Sie es, Informationen von obskuren oder unbekannten Quellen zu übernehmen.

Manchmal werden gefälschte Nachrichtenseiten erstellt, die wie legitime Quellen aussehen, aber in Wahrheit Fehlinformationen verbreiten. Überprüfen Sie also auch die URL der Website, um sicherzustellen, dass Sie sich auf einer vertrauenswürdigen Seite befinden.

Klasse statt Masse, Sprache und Tonalität

Seien Sie vorsichtig bei Beiträgen, die übermäßig reisserisch, sensationslüstern oder aggressiv sind. Seriöse Nachrichtenquellen neigen dazu, einen sachlichen Ton zu verwenden.

Beachten Sie nicht nur Überschriften oder Teaser. Lesen Sie den gesamten Artikel, um den Kontext zu verstehen und sicherzustellen, dass die Informationen korrekt wiedergegeben werden.

Faktencheck

Wenn Ihnen eine bestimmte Behauptung zweifelhaft erscheint, suchen Sie nach weiteren Quellen, die die Informationen bestätigen oder widerlegen könnten. Faktenprüfungsseiten können dabei hilfreich sein.

Einige Organisationen haben sich bereits gezielt der Arbeit gegen die Verbreitung von Fehlinformationen verschrieben. Mimikama zum Beispiel hat sogar eine eigene Rubrik zum Thema Nahost-Konflikt: https://www.mimikama.org/category/mimikama-faktenchecks/nahost-konflikt/

Auch das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv in Deutschland folgt dieser Initiative. Sie konzentrieren sich auf investigativen Journalismus und die Faktenprüfung: https://correctiv.org/faktencheck/

Derartige Faktenprüfungsseiten bieten eine wichtige Ressource, um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit von Informationen im deutschsprachigen Raum zu überprüfen. Sie können eine wertvolle Ergänzung sein, um Fehlinformationen zu identifizieren und den Wahrheitsgehalt von Behauptungen zu verifizieren.

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