“Thin Content” oder: Von der Last, Seiten mit Qualität und Mehrwert zu bestücken

“Thin Content”, wörtlich übersetzt “dünner Inhalt”, begegnet uns oft unbemerkt im Internet. Manchmal wissen nicht einmal die Betreiber, dass sie Homepages mit minderwertigem Gehalt bereitstellen. Hinter der Anglifizierung verbergen sich zudem noch unzählige weitere: Was ist eine “Bounce Rate”? Gibt es offizielle Richtlinien zum “Quality Rating”? Und was genau hat es mit “Search Engine Optimization” oder “Ranking” auf sich? Das alles und mehr erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

“Thin Content” bei offiziellem “Hangout” von Google thematisiert

Nein, es geht nicht ums “Rumhängen” oder einen “Aushang”, sondern um den Google-Dienst für Videokonferenzen. In einer solchen Konferenz hat am 03. März 2020 ein Google-Webmaster unter anderem anhand eines akuten Beispiels das Thema “Thin Content” angesprochen. Obwohl ein Homepage-Unterhalter innerhalb der Videospielbranche eine reich gefüllte Seite präsentierte, erhielt er offenbar ein bescheidenes Ranking in der Google-Suchmaschine.

Die Ursache sei zwar nicht eindeutig, allerdings hatte der Webmaster die gezielte Vermutung, dass “Thin Content” Auslöser für die schlechte Platzierung sei. Besagter Betreiber hatte nämlich einen Großteil der bereitgestellten Informationen auf diverse Unterseiten verteilt. Insgesamt kam es dadurch zu sage und schreibe 1.500 Unterseiten, die sich zumindest hinsichtlich Inhalt stark ähnelten.

Wenig Hilfe für Betroffene?

Wie der Webmaster über Hangouts offiziell zu bekennen gibt, existiert von Google kein Tool zur Prüfung und Vermeidung von “Thin Content”. Eine öffentliche Richtlinie hingegen gibt es: die sogenannte “Quality Rater Guideline“. Mit Einhaltung dieser Richtlinien verschreiben Google-Mitarbeiter sich dazu, bei der Bewertung und daraus resultierenden Platzierung von Suchergebnissen nach demselben Prinzip vorzugehen:

  • Der Seiteninhalt wird insbesondere im Hinblick auf die “User Experience”, also Benutzerzufriedenheit, geprüft. Fällt die Orientierung leicht, ist der Gehalt an Werbeanzeigen im vertretbaren Bereich und dauert die Suche nach der relevanten Information nur kurz an, sind dies Indizien für eine positive Wertung.
  • Auch Kontaktbereich und Aktualität sind wertvolle Kriterien für eine hohe Platzierung. So sollte ein Impressum nicht nur zwingend vorhanden, sondern auch immer auf dem aktuellsten Stand sein. Ist eine Homepage tief verzweigt, muss der Nutzer dennoch einfach zurück zur Hauptseite gelangen können.
  • Vor allem im Internet ist Vertrauen unerlässlich. Der Google-Rater bewertet, wie seriös eine Homepage auftritt. Dadurch lässt sich sagen: je professioneller der Aufbau, desto besser.
  • Last but not least geht es um den Nutzen der Website. Hierbei steht die Intention des Nutzers im Vordergrund, aus der er die Website besucht. Je nach Grund soll der Nutzer so effektiv wie möglich an das gewünschte Ergebnis gelangen.

Unzählige Tools, aber auch für “Thin Content”?

Es ist jedoch nicht so, dass Homepage-Betreibern keinerlei Mittel zur Verfügung stehen, um in Google-Angelegenheiten wettbewerbsfähig zu sein. Neben Tutorials, Leitfäden oder kostenloser Software zum Beispiel für Bildoptimierung und Impressum-Erstellung werden auch Google-Tools wie die “Search Console” und “Analytics” angeboten.

Anbieter zur Homepage-Erstellung, egal ob gratis oder kostenpflichtig, werben häufig damit, mit dem Produkt ein hohes Google-Ranking zu erzielen. Leider bleibt dabei in der Regel unklar, inwiefern der Erfolg garantiert werden kann, denn letztendlich obliegt die entsprechende Bewertung natürlich Google selbst.

Wie vorgehend bereits erwähnt, existieren keine offiziellen Tools, die sich ausschließlich mit dem Übeltäter namens “Thin Content” befassen. Gelegentlich leiden Betroffene trotz gewissenhafter Einhaltung der empfohlenen Richtlinien unter einer hohen “Bounce Rate” – das heißt, Nutzer besuchen die Website einmal und nie wieder. Sogar für diese “Absprungrate” versucht das Google-Tool “Analytics” Abhilfe zu schaffen, immerhin kann der Betreiber hier den Datenverkehr analysieren und daraus schlussfolgern.

Doch Nein, “Thin Content” ist und bleibt nicht abgedeckt. Nicht einmal die “Search Console” bewahrt den Betreiber nachhaltig vor Fehlern. Sie liefert zwar sinnvolle Auswertungen zum Thema “Search Engine Optimization” (SEO), mit dem Seiteninhalt befasst sie sich letztendlich jedoch nicht.

Der Mehrwert macht’s – effektive Lösungen zur Vermeidung von “Thin Content”

Viele Betreiber können oder wollen sich bei der Bereitstellung ihrer Homepage nicht kostenpflichtig unterstützen lassen. Außerdem gibt es ja bereits diverse besagte kostenlose Tools, um sich auch ohne finanzielle Zuwendungen in der Suchmaschine durchsetzen zu können. Nachfolgend finden Sie einige wissenswerte Tipps, um Ihrer Website einen inhaltlichen Mehrwert zu bieten – denn der gibt den Ausschlag.

  • Unterseiten sind prinzipiell eine gute Sache, doch sie müssen eine Daseinsberechtigung haben. Gerade dieser Aspekt wurde nämlich in der Hangouts-Bewertung des Webmasters moniert. Befolgen Sie hierbei die Grundregel: Qualität ist besser als Quantität. Behandeln mehrere Unterseiten dasselbe Thema, fassen Sie Inhalte zusammen und bündeln sie auf nur einer.
  • Auch die Verwendung und Platzierung von Keywords hat ihre Berechtigung. Allerdings ist mehr nicht automatisch besser, im Gegenteil: Häufige Wiederholungen sind ein klares Indiz für mindere Textqualität, sogenanntes “Keyword-Stuffing” sollte tunlichst vermieden werden. Tipp am Rande: Auch zum Thema Keywords gibt es diverse kostenlose Google-Tools.
  • Jede Homepage ein Unikat: achten Sie gewissenhaft auf “Unique Content“. Auch die beste Website erhält eine schlechte Wertung, sofern eine oder gar mehreren Kopien davon im Umlauf sind. Die “Search Console” bietet Hilfestellungen dazu.
  • Da sich Google-Rater an weiter oben genannte Richtlinien halten, sollten Sie das ebenso tun. Seien Sie sparsam mit Werbung und halten Sie Ihre Homepage immer aktuell. Liefern Sie dem Nutzer genau das, was er sich bei einem Besuch Ihrer Seite erwartet.
  • Der Selbsttest – betrachten Sie Ihren Internetauftritt doch einmal aus den Augen des Nutzers und beantworten sich dabei folgende Fragen: Wie schnell gelange ich ans Ziel, wie oft muss ich klicken? Wie lassen sich die Texte lesen, sind sie flüssig, zielen sie auf meine Zielgruppe ab? Wirkt der Anbieter seriös und wie kann ich ihn bei Bedarf kontaktieren?

Und selbst, wenn all diese Tipps Ihre Website immer noch nicht auf die vorderen Ranking-Plätze befördern, denken Sie stets daran: Von Nichts kommt Nichts und das Internet ist ein schnelllebiges Medium. Halten Sie sich wie auch Ihre Homepage auf dem Laufenden und nutzen Sie die zahlreichen Möglichkeiten, die Ihnen offen stehen.

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