Common Vulnerability Scoring System (CVSS) â heute ist die Rede vom allgemeinen Verwundbarkeitsbewertungssystem. Um SicherheitslĂŒcken in einem industriell genutzten Computersystem zu bewerten, wird der Standard CVSS verwendet. Damit lassen sich nicht nur einzelne SicherheitslĂŒcken aufzeigen, sondern auch die Schwere aller Einfalltore â also der Punkte, die unbefugten Zugriff durch Dritte ermöglichen. Hacker haben es auf Firmendaten abgesehen, wollen Dienste ausnutzen oder illegale Angriffe ĂŒber deine Verbindung ausfĂŒhren. Um diese Angriffsmöglichkeiten dauerhaft auszuschalten, mĂŒssen Schwachstellen im eigenen IT-System nach ihrer Risikostufe aufgelistet und der PrioritĂ€t nach behoben werden.
Alternativen zu CVSS
Das Common Vulnerability Scoring System ist nicht die einzige Methode, mit der sich SicherheitslĂŒcken aufdecken lassen. Das Besondere am Industrie-Standard CVSS: Die einzelnen Risiken fĂŒr die Datensicherheit lassen sich nach Wichtigkeit auflisten. DafĂŒr verwendet CVSS eine Skala von 0,0 (sicher) bis 10,0 (unsicher). Im Einzelfall kann das Angriffsrisiko aber noch deutlich höher eingestuft werden. Die aktuelle Version v3.1 stammt aus dem Jahr 2019 und erkennt zuverlĂ€ssig die meisten Schwachstellen in der IT â und damit die gefĂ€hrlichsten Eintrittspunkte fĂŒr Hacker.
Ihr Beitrag in IT-Security
Ein Cyberkrimineller kann selbst eine SicherheitslĂŒcke in deinem System schaffen. Deutlich hĂ€ufiger sind es aber menschliche Fehler oder eine fehlerhafte Programmierung, die Schwachstellen entstehen lassen, die Hacker ausnutzen können.
Je komplexer ein IT-System aufgebaut ist, desto leichter entstehen unentdeckte SicherheitslĂŒcken. Halte deine Systeme daher so einfach wie möglich und vergib Zugriffsrechte nur an so wenige Personen wie nötig.
Ăndere deine Zugriffsdaten regelmĂ€ssig und speichere keine Passwörter auf deiner Festplatte oder deinen Servern. Auch wenn Zugriffsdaten mit einem Master-Passwort gesichert sind, können Cyberkriminelle diese sensiblen Informationen abgreifen und fĂŒr illegale Zwecke missbrauchen.
Unter âSocial Engineering“ versteht man Angriffe, bei denen deine HR-Abteilung durch falsche Informationen so manipuliert wird, dass interne Daten preisgegeben werden. HĂ€ufig zielen die Hacker auf persönliche Zugangsdaten oder interne Firmendaten ab.
Von CVSS entdeckte SicherheitslĂŒcken im System schliessen
Je mehr externe GerĂ€te mit deinem System verbunden sind, desto grösser wird die AngriffsflĂ€che. Funkverbindungen gelten als vergleichsweise sicher â aber eine hohe KonnektivitĂ€t bei unzureichenden Sicherheitsmassnahmen erleichtert Hackern die Arbeit erheblich. CVSS stöbert diese Eintrittspunkte auf und zeigt dir gleichzeitig, wie schwerwiegend der jeweilige Systemfehler ist. Du siehst sofort, wie rasch du handeln musst.
Denkbar ist auch, dass sich ein Cyberkrimineller im Unternehmen einschleicht und absichtlich Fehler in die Software einbaut. HĂ€ufiger ist aber die versehentliche Fehlprogrammierung, die im IT-System zu mehr oder weniger schweren SicherheitslĂŒcken fĂŒhrt. Anhand der CVSS-Bewertung siehst du sofort, welche Software den grössten Schaden anrichtet â und kannst umgehend handeln.
PrĂŒfe, wer in deinem System ĂŒber welche Zugriffsrechte verfĂŒgt. Es empfiehlt sich, volle Zugriffsrechte nur einer streng limitierten Personenzahl zu ĂŒbertragen. FĂŒr die meisten Mitarbeitenden reicht die Lese-Funktion. Wer Anwendungen bearbeiten muss, braucht mehr â aber die Modifikation von Standardeinstellungen sollte ausschliesslich ausgewĂ€hlten Personen der IT-Abteilung vorbehalten sein. Halte den Kreis der Zugriffsberechtigten so klein wie möglich.
So funktioniert die Bewertung Ihres CVSS
Nach dem Durchlauf aller Kontrollen erhĂ€ltst du eine verstĂ€ndliche Bewertung der aktuellen SicherheitslĂŒcken. Die Metriken âBasis“, âzentral“ und âUmwelt“ sind in unterschiedliche Bestandteile gegliedert und ergeben eine Basis-Punktzahl. Die âBasis“-Bewertung berĂŒcksichtigt sowohl die mögliche Auswirkung als auch die tatsĂ€chliche Ausnutzung der entdeckten LĂŒcke. Vier Unterpunkte fliessen bei der Analyse ein:
AC â die KomplexitĂ€t eines Cyberangriffs
Dieser Punkt definiert, unter welchen Voraussetzungen ein Angriff ĂŒber eine Schwachstelle möglich wĂ€re. Muss ein Hacker dafĂŒr noch zusĂ€tzliche Informationen beschaffen, fĂ€llt die Punktzahl niedriger aus. Kann der Angriff hingegen direkt und ohne Vorbereitung erfolgen, ist der AC-Wert im CVSS entsprechend hoch.
AV â der Vektor des Angriffs
Dieser Punkt beschreibt die Zugriffsmöglichkeiten von Cyberkriminellen. Drahtlose Netzwerke und Systeme mit Internetverbindung sind grundsĂ€tzlich angreifbarer â sie erhalten eine hohe AV-Einstufung. Anders sieht es aus, wenn ein Angreifer physisch vor Ort sein muss, um in Hard- oder Software einzudringen. Diese LĂŒcken bewertet CVSS mit einer geringeren Wertigkeit.
PR â die nötigen Berechtigungen
Hier bewertet CVSS, wie schwer es Cyberkriminellen fĂ€llt, in dein System einzugreifen. Reichen fĂŒr Modifikationen elementare Benutzerrechte aus, ist der PR-Wert besonders hoch. Sind hingegen Administrator-Rechte nötig, gilt die LĂŒcke als weniger kritisch.
UI â die Interaktion zwischen den Kriminellen
Kann ein Angriff alleine durchgefĂŒhrt werden â oder braucht es dafĂŒr die UnterstĂŒtzung einer weiteren Person? Im CVSS gibt es hier nur zwei Variablen: MittĂ€ter nötig oder nicht.