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Kunden des IT-Riese Cognizant von Ransomware betroffen

Geschrieben von
Roger Klein
Zorab

Der IT-Riese Cognizant bestÀtigt die Betroffenheit von Ransomware bei seinen Kunden. Konkret bedeutet dies das Eindringen von Malware in die Server von Cognizant. Die Server wurden also gehackt. Dies hat eine Unterbrechung der Serviceleistungen bei den Kunden des IT-Riesen zur Folge.

Am Samstag, dem 18. April 2020 veröffentlichte Cognizant ein Statement. Dieses bestĂ€tigt den Sicherheitsvorfall, der die internen Systeme des IT-Riesen lahmlegt. Bei einigen der Kunden von Cognizant kann es im Zusammenhang damit zu Serviceunterbrechungen fĂŒhren. Cognizant hat in diesem Statement zudem bestĂ€tigt, dass es sich um das Ergebnis von einem Maze-Ransomwareangriff handelt.

Cognizant hat ĂŒber 290.000 Mitarbeiter und macht jĂ€hrlich ungefĂ€hr 17 Milliarden US-Dollar Umsatz. Es handelt sich um einen US-amerikanischen IT-Dienstleiter. Hauptsitz der Firma ist in Teaneck, New Jersey. Der wichtigste Standort hingegen ist in Indien, genauer in Chennai. Dort arbeitet auch die ĂŒberwiegende Anzahl der 290.000 Angestellten. Seit 01.04.2019 ist Brian Humphries der CEO der Firma.

Die Kommunikation der Firma findet nur sehr zurĂŒckhaltend statt. Das Statement wurde nicht in Social Media veröffentlicht. Auch Nachfragen aufgrund des Statements werden nicht beantwortet. Beispielsweise die Agentur „Reuters“ hat auf ihre diesbezĂŒgliche Nachfrage keine RĂŒckmeldung erhalten.
Stattdessen hat das Unternehmen gemeldet, dass es dabei ist, den Vorfall und die damit entstandenen Probleme einzudĂ€mmen. DafĂŒr wurden Cyber-Security-Firmen beauftragt, die aktuell die notwendigen Schritte unternehmen. Des Weiteren arbeitet Cognizant eng mit den ansĂ€ssigen Strafverfolgungsbehörden zusammen, damit die verantwortlichen TĂ€ter schnellstmöglich gefasst werden können.
Auch mit den eigenen Kunden steht Cognizant in direktem Austausch. Die Kunden wurden zudem mit ausreichend Informationen zu dem Vorfall, sowie mit Indikatoren zur Feststellung der Betroffenheit versorgt. DarĂŒber hinaus gab es weitere Informationen ĂŒber die technische defensive Natur.
All diese Massnahmen werden seit dem 17. April durchgefĂŒhrt. Cognizant verspricht sich dadurch natĂŒrlich eine AufklĂ€rung des Problems und versucht die eigenen Kunden bestmöglich vor dem Angriff zu schĂŒtzen.

Die erwĂ€hnten Indikatoren fĂŒr die Kunden von Cognizant beinhalten IP-Adressen von Servern, sowie Datei-Hashes. Diese sind fĂŒr die Dateien memes.tmp, maze.dll und kepstl32.dll bestimmt. Bei frĂŒheren Angriffen wurden diese IP-Adressen und Dateien verwendet. Dies gab das Sicherheitsprogramm McAfee bekannt. Durch die Veröffentlichung dieser IP-Adressen und Dateien sollen die Kunden von Cognizant geschĂŒtzt werden.

Die von den Hackern genutzt Maze-Ransomware ist eine komplexe Software. Sie war laut Security-Forschern vorher als „ChaCha-Ransomware“ bekannt. Entdeckt wurde die schĂ€dliche Software erstmals im Mai 2019.
Die Maze-Angreifer stehlen bei ihren Angriffen unverschlĂŒsselte Daten, die sie dann anschliessend verschlĂŒsseln. Mit diesen Daten drohen sie dann den Opfern. Wenn diese nicht zahlen, so werden die gestohlenen Informationen im Internet veröffentlicht. Es handelt sich hier also um einen Fall moderner Erpressung mit persönlichen Daten, die im Internet gestohlen worden sind.

FĂŒr eine IT-Dienstleister wie Cognizant wĂ€re es natĂŒrlich verheerend, wenn Kundeninformationen veröffentlich werden wĂŒrden. Auch die Drohung an sich und die Möglichkeit der Entwendung der Daten ist fĂŒr den IT-Riesen sehr heikel.
Zu den Dienstleistungen von Cognizant gehört es zudem, per Fernzugriff auf die Computer der Kunden zuzugreifen. Dies geschieht ĂŒber Agenten oder Endpunkt-Clients. Diese sind auf den Workstations installiert und mit Hilfe von ihnen werden beispielsweise Software-Updates an die Kunden verteilt. Auch Support-Dienste werden von Cognizant auf diesem Wege geleistet.
Dieser Zugriff auf die Systeme der Kunden ist im Zusammenhang mit dem Hackerangriff natĂŒrlich sehr gefĂ€hrlich.

Was genau die Angreifer bei ihrem Angriff auf die Netzwerke von Cognizant erbeutet haben, ist unbekannt. Genauso ist unklar, wie lange sich die Angreifer in den Netzwerken verbreiten konnten und wie weit sie dabei gekommen sind.

Es gibt diesbezĂŒglich einen Tweet von einem anonymen Autor. Dieser beschreibt darin, dass er schon vorher der Mitteilung von Cognizant von einer Forderung erfahren hat. Diese umfasst 200.000 US-Dollar und ist an eine grosse IT-Firma gerichtet. Dies kann sich durchaus auf Cognizant und den Angriff beziehen.

Twitter hive mind, please help!

Known threat actor selling access to a huge IT company, I want to figure which one it is.

Notable information we know about its clients:
1. Event organization company, largest in its country.
2. Luxury hotel chain with 6 properties.
(1/2) pic.twitter.com/S81BWoDmtG

— Under the Breach 🩠 (@underthebreach) April 11, 2020

„Techcrunch“ hat bekannt gemacht, dass eine bestimmte Website mit den Angreifern in Verbindung gebracht werden kann. Auf dieser gibt es allerdings aktuell noch keinerlei Anhaltspunkte auf den Maze-Angriff. Es wurden keinerlei Daten, die mit Cognizant in Zusammenhang stehen, auf dieser Website veröffentlich, genauso wenig wurden derartige Inhalte auf der Website beworben. Aktuell gibt es auf dieser Website keinerlei Hinweise auf eine Verbindung zu dem erfolgten Angriff.
Die fĂŒr diese Website verantwortlichen Maze-Angreifer dementieren ohnehin, hinter dem Angriff zu stehen. Dies gaben sie gegenĂŒber „Bleepin Computer“ an. Dieses Dementi muss natĂŒrlich keinesfalls bedeuten, dass die Angreifer nicht trotzdem dafĂŒr verantwortlich sind.

Die Hacker, die bei Cognizant eingestiegen sind, waren bereits mehrfach in dieser Hinsicht erfolgreich. Es gab bereits Àhnliche Angriffe in Deutschland, Italien oder Pensacola (eine Stadt in den USA). Vor den Angreifern wurde bereits durch das FBI gewarnt. Doch auch dies Warnung konnte die Maze-Angreifer nicht daran hindern, bei Cognizant so aufsehenerregend einzusteigen und persönliche Kundendaten zu entwenden.
Auch in der Zukunft können solche Angriffe durchaus stattfinden, wenn die Verantwortlichen nicht gefasst werden. Dies ist bei solchen Cyberangriffen allerdings sehr schwierig.

Themen: Malware

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Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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