Negative Off-Page-Faktoren stehen im Allgemeinen im Zusammenhang mit unnatürlichen Mustern von Backlinks auf deiner Website, in der Regel aufgrund von absichtlichem Link-Spam. Bis zur Einführung des Penguin-Algorithmus im Jahr 2012 war das Ergebnis dieser Faktoren fast immer eine Abwertung und keine Strafe. Das heisst, du könntest den gesamten oder fast den gesamten Wert verlieren, der durch die von Google als unnatürlich empfundenen Verknüpfungspraktiken erzielt wurde. Deine Website würde dabei jedoch nicht aktiv geschädigt. Das ist noch immer weitgehend der Fall — aber Penguin führte in einigen Situationen Sanktionen ein, die das Risiko von böswilligem Verhalten auf konkurrierenden Websites als negative SEO oder Google Bowling auslösten.
Übermässige Cross-Site-Verlinkung
Wenn du mehrere Websites besitzt, solltest du diese nicht miteinander verknüpfen, um die Berechtigung für eingehende Links zu erhöhen. Das Risiko steigt mit der Anzahl der verknüpften Domains. Gemeinsames Eigentum lässt sich über Domain-Registrant, IP-Adresse sowie Ähnlichkeit von Inhalt und Design feststellen — und kann in seltenen Fällen als Teil einer manuellen Aktion identifiziert und bestraft werden.
Negative SEO (Google Bowling)
Negatives SEO, historisch als «Google Bowling» bezeichnet, ist Link-Spam, der im Auftrag deiner Website von einem Dritten ausgeführt wird. Das war früher schwer möglich, weil Off-Page-Abwertungen die Regel waren — nicht Off-Page-Strafen.
Bezahlte Link-Schemata
Links dürfen nicht direkt von einem Website-Eigentümer zum alleinigen Zweck der PageRank-Weitergabe gekauft werden. Matt Cutts führt das auf die FTC-Richtlinien für Vermerke zurück: Backlinks, die als Empfehlungen gelten, müssen ohne direkte Entschädigung entstehen.
Frischer Ankertext
Das Alter des Ankertexts in einem Link — besonders wenn er sich auf einer fremden Site verändert — kann auf ein Problem hinweisen. Das legt nahe, dass der Link nicht von einem unabhängigen Dritten stammt und möglicherweise ein aktives Experiment zur Rangfolge-Manipulation ist.
Verwässerte Seitenautorität
Jeder Link auf einer Seite teilt den Gesamt-PageRank auf, der an die verlinkten Seiten weitergegeben wird. Eine Seite mit einem einzigen Link gibt hypothetisch einen Wert von 1,0 weiter — dieselbe Seite mit 1.000 ausgehenden Links gibt pro Link nur noch 0,001 weiter.
Unnatürliches Verhältnis von Ankertext
Der Ankertext in Links bestimmt zu einem gewissen Teil die thematische Relevanz. Wie bei jeder SEO-Taktik wurde das so weit ausgereizt, bis Gegenmassnahmen nötig wurden. Die Grenze kann so niedrig liegen wie 10 % für einen bestimmten Ankertext. Das regelt der Penguin-Algorithmus.
Footprint
Ein «Footprint» ist alles, was Google nutzen kann, um Aktivitäten aus einer gemeinsamen Quelle zu identifizieren: ein Forum-Benutzername, ein Name, ein Foto, ein Biografieschnipsel, ein bestimmtes WordPress-Theme und so weiter. Der Grundsatz dahinter ist einfach: Google möchte Links belohnen, die von anderen zu dir führen — nicht von dir zu dir. Das Aufspüren solcher Verlinkungsschemata beschäftigt Google seit Jahrzehnten.
Advertorials (Native Advertising)
Advertorial-Content, auch als Native Advertising bekannt, wird vom Google-Webspam-Team systematisch gesucht und als kostenpflichtiger Link eingestuft. Links in Advertorials sollten offengelegt und mit dem Attribut rel=“nofollow“ versehen werden, um Strafen zu vermeiden. Vermutlich ist das einer der Fälle, in denen «nofollow» tatsächlich respektiert wird. Nicht offengelegte Advertorials können ausserdem dazu führen, dass eine gesamte Publikation aus Google News entfernt wird.
Fusszeilenlinks
Links in der Fusszeile einer Website haben nicht dasselbe Gewicht wie Links in einem redaktionellen Kontext. Der Seitenlayout-Algorithmus stützt dieses Konzept — Fusszeilen-Links scheinen aber noch schlechter behandelt zu werden als Inhalte, die bloss unterhalb des sichtbaren Bereichs liegen. Google hat explizit davon abgeraten, zu viele Links in der Fusszeile zu platzieren.
Gegenseitige Links
Google wertet wechselseitige Links ab. Das geht über den erwarteten PageRank-Verlust durch zu viele ausgehende Links hinaus. Als eines der ältesten Link-Schemata ist eine hohe Anzahl wechselseitiger Verlinkungen ein klares Signal: Die meisten dieser Links wurden nicht verdient und haben keine natürliche redaktionelle Entstehung.
Privates Netzwerk (Linkfarmen)
Ähnlich wie die Vernetzung eigener Websites Strafen nach sich ziehen kann, gilt das auch für die Nutzung grosser privater Netzwerke aus reinen SEO-Websites. Google ist hier sehr aggressiv vorgegangen und hat ganze Netzwerke manuell heruntergefahren — mithilfe automatisierter Analyse von Webspam-Spuren. 2015 waren diese Systeme noch als kurzfristige Black-Hat-Methoden verbreitet, aber auf einer langen Zeitachse wird jede Linkfarm irgendwann behandelt.
Manuelle Aktion
Das Google-Webspam-Team ergreift gelegentlich manuelle Massnahmen gegen bestimmte Websites. Die Behebung kann ein halbes bis ein ganzes Jahr dauern und ist meist mit einer Benachrichtigung in der Google Search Console verbunden. Lohnt sich also, über die unmittelbare Optimierung hinauszudenken: Wer die Philosophie dahinter versteht, vermarktet seine Website langfristig im Einklang damit.
Schlechter Inhalt bei Links
Google untersucht die Qualität des Inhalts von Backlink-Quellen — insbesondere seit den Panda- und Penguin-Algorithmen. Die genauen Auswirkungen sind nicht dokumentiert, aber Googles Methoden zur Off-Page-Qualitätsbewertung dürften mindestens so ausgereift sein wie die On-Page-Pendants.
Schneller Verlust von Links
Aus fast demselben Grund, aus dem ein schneller Linkzuwachs das Backlink-Portfolio einer Site auffällig macht, ist ein schneller Verlust von Links mindestens genauso problematisch — wahrscheinlich schlimmer. Webspam wird von Seitenbetreibern schnell moderiert, bezahlte Links laufen aus. Links, die Google typischerweise lobt, sind solche, die Bestand haben.
Seitenweite Links
Sitewide-Links sind an sich nicht schädlich, werden aber so stark abgewertet, dass sie im Grunde als ein einzelner Link behandelt werden. Matt Cutts bestätigt, dass Sitewide-Links zwar natürlich vorkommen, aber häufig auch mit Webspam in Verbindung gebracht werden. Das Google-Webspam-Team führt deshalb manuelle Überprüfungen durch — vermutlich ergänzt durch automatisierte Komponenten.
Abgelehnte Links
Die Google Search Console bietet seit 2012 eine Funktion, mit der du anfordern kannst, dass ein eingehender Link vollständig ignoriert wird. Diese Effekte sind dauerhaft und irreversibel — bei falscher Anwendung können sie die langfristige Sichtbarkeit deiner Marke stark beeinträchtigen. Das Tool gehört nur als letzter Ausweg bei manuellen Aktionen oder nachweislichen Webspam-Fehlern aus der Vergangenheit eingesetzt.
Links von bestraften Sites
Google verwendet seit Langem den Begriff «Bad Neighbor», um die Wechselwirkung zwischen bestraften Websites zu beschreiben. Erhält deine Website einen Link von einer bereits bestraften Site, kannst du davon ausgehen, dass das zusätzliche Überprüfungen nach sich zieht — und im schlimmsten Fall auch für deine Webseite Strafen bedeuten kann.
Änderung der Crawling-Rate
Mit der Google Search Console kannst du die Rate ändern, mit der Google deine Website crawlt. Den Googlebot beschleunigen ist kaum möglich — ihn verlangsamen, bis auf null, schon. Das kann zu Indizierungsproblemen führen, was das Ranking belastet — besonders bei Faktoren rund um frischen Inhalt und aktuelle Bearbeitung.
DMCA-Bericht
Neben automatisierten Kontrollen zur Erkennung gestohlener Inhalte und möglicher Urheberrechtsverletzungen empfiehlt Google, DMCA-Anfragen direkt einzureichen. Das löst den DMCA-Prozess in den USA aus — Google hat dann keine andere Wahl, als den beanstandeten Inhalt von seinen Domains zu entfernen.
GSC-URL-Parameter
Das URL-Parameter-Tool der Google Search Console dient dazu, doppelten Inhalt in bestimmten Situationen aus den Suchergebnissen auszuschliessen. Richtig eingesetzt kann das nützlich sein. Im Kern werden damit aber Inhalte aus dem Google-Index entfernt — das ist per Definition negativ. Vor allem bei Missbrauch.