Scrum: von hierarchischen Strukturen zu mehr Agilität

Geschrieben von
Roger Klein
Scrum

Vielleicht hast du schon einmal von Scrum gehört und fragst dich, was genau es mit diesem Begriff auf sich hat? Im folgenden Artikel gehen wir auf diese Frage ein und beleuchten das Thema Scrum von allen Seiten.

Was ist Scrum?

Bei Scrum handelt es sich um eine sogenannte „agile Entwicklungsmethode“. Die Entwicklung wird dabei in Iterationen eingeteilt, die man im Rahmen der agilen Methode „Sprints“ nennt. Heutzutage wird Scrum oft innerhalb moderner Softwareentwicklung sowie des agilen Projektmanagements eingesetzt.

Das Grundprinzip des agilen Projektmanagements fusst auf dem Konzept der hohen Flexibilität und individuellen Anpassung. Anstatt viele Arbeitsstunden mit ausführlicher Vorabplanung zu verbringen – wie im traditionellen Projektmanagement üblich – kommt hier eine iterative Vorgehensweise zum Einsatz.

Das Team organisiert sich Schritt für Schritt und grösstenteils selbst. Einen Projektmanager im traditionellen Sinne gibt es nicht. Scrum passt zu dir, wenn du:

  • mit einem Team arbeitest
  • viele Faktoren des Projekts noch zum Grossteil ungewiss und nicht planbar sind
  • maximale Flexibilität brauchst und Projekte mit höchster Geschwindigkeit bearbeiten willst
  • deine Softwareentwicklungsprozesse modernisieren und optimieren möchtest

Was beinhaltet das agile Modell?

Scrum zeichnet sich in erster Linie durch wiederholbare Arbeitsabläufe aus. Diese werden als „Iterationen“ oder „Sprints“ bezeichnet und sind zeitlich begrenzt. Sprints wurden in der agilen Softwareentwicklung ursprünglich auf 30 Tage beschränkt. Im Laufe der Jahre hat sich jedoch ein neuer Trend etabliert: 7- oder 14-tägige Sprints.

Das Hauptziel jeder Iteration ist, ein funktionsfähiges Zwischenprodukt zu entwickeln – das sogenannte „Product Increment“. Weil ein Sprint zeitlich begrenzt ist, fokussiert sich das Entwickler-Team jeweils auf kurzfristige Ziele und die Weiterentwicklung der Basis-Funktionalitäten. Die einzelnen Sprints bauen aufeinander auf. Entwicklungen aus vorherigen Iterationen werden dabei nicht selten durch neue ersetzt oder als „Lessons Learned“ wieder rückgängig gemacht.

Scrum in der Softwareentwicklung

Die beiden US-amerikanischen Informatiker und Softwareentwickler Jeff Sutherland und Ken Schwaber gelten als die Erfinder der agilen Entwicklungsmethode. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre entwickelte Jeff Sutherland in enger Zusammenarbeit mit seinem Softwareentwicklerteam die Grundlagen dieser Methode.

Die grosse Innovation: Der Projektleiter fungiert bei einem Scrum-Projekt nicht mehr als traditioneller Manager, sondern übernimmt eine moderierende Funktion. Scrum prägte die moderne Softwareentwicklung massgeblich. Die agile Methode macht es möglich, Entwicklungsprozesse schnell an plötzliche Veränderungen anzupassen – auch in einem Bereich, der sich so rasant wandelt wie die Softwareentwicklung.

Wie gut funktioniert Agilität im XXL-Massstab?

Scrum ist äusserst flexibel und lässt sich an eigene Anforderungen relativ einfach anpassen. Was passiert jedoch, wenn ein Unternehmen ein einheitliches Modell für sämtliche Geschäftsebenen implementieren will? In solchen Fällen kommen Skalierungsmodelle wie Nexus oder Scrum@Scale zum Einsatz. Diese ermöglichen die Skalierung agiler Vorgehensmodelle auch für Hunderte von Mitarbeitenden.

Die Umstellung starrer und hierarchischer Strukturen auf agile Vorgehensmodelle ist schon bei kleineren Teams eine beachtliche Herausforderung. Das gängige Arbeitsmodell in westeuropäischen Unternehmen war lange Zeit: „Ich bin der Chef, du befolgst meine Anweisungen.“ Der eigentliche Knackpunkt kommt aber häufig erst dann, wenn agile Pilot-Gruppen ihre neuen Methoden auf andere Abteilungen – und letztlich auf das Unternehmen als Ganzes – übertragen sollen.

Wer vom Innovationspotenzial und den neuen Arbeitsmethoden profitieren will, braucht einen gut durchdachten Strategie-Plan: ein sogenanntes „Framework für die Skalierung“. Scrum benötigt gewisse Grenzen, damit sich die strikten Methoden massentauglich im Unternehmen implementieren lassen.

Scrum skaliert – wenn der Rahmen stimmt

Scrum ist als agile Arbeitsmethode optimal darauf ausgelegt, mit hoher Komplexität relativ einfach umzugehen. Es ermöglicht Unternehmen, schnell und flexibel auf neue Situationen und Veränderungen zu reagieren – etwa wenn in der Schlussphase eines Softwareprojekts ein gravierender Fehler entdeckt wird.

Tags: ProjektmanagementTechnologien
Über die Autor:in

Roger Klein

Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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