URL entfernen: Im ersten Schritt
Falls du eine Seite aus der Google-Suche entfernen möchtest, stehen dir mehrere Wege offen. Den einen optimalen Weg gibt es nicht. Was funktioniert, hängt vom konkreten Fall ab – verschiedene Situationen brauchen verschiedene Lösungen.
Indexierung prüfen
Zuerst prüfen: Ist die Seite überhaupt indexiert? Indexiert heisst, die URL ist Teil der Datenbank der Suchmaschine. Hier passiert ein klassischer Fehler: Viele greifen zur site:-Suche. Die ist nützlich, um zu sehen, welche Inhalte oder Unterseiten problematisch sein könnten – aber ungeeignet, um festzustellen, ob ein Inhalt wirklich indexiert ist. Denn ob dieser auch ohne «site:» bei einer normalen Suche auftaucht, lässt sich damit nicht sagen. Redirects und Canonical-Links können da angezeigt werden. Diese beiden Ebenen zu verwechseln hat schon bei manchen SEOs zu echten Schäden auf der Homepage geführt.
Besser: der «Index Coverage Report» in der «Google Search Console» oder das «URL Inspection Tool». Die Search Console ist kostenlos, die Website muss dort aber zuerst registriert und verifiziert werden. Der Index Coverage Report listet alle URLs und deren Status – indexiert oder nicht – in vier Kategorien auf.
«Error» bedeutet: nicht indexiert. «Warning»: indexiert, aber mit Problem. «Excluded»: nicht indexiert, aber offenbar absichtlich so. «Valid»: korrekt indexiert. Das URL Inspection Tool ergänzt das mit einem Live-Test, der die Seite in Echtzeit untersucht.
5 Methoden zur URL Entfernung aus den Suchergebnissen
Sobald du weisst, ob die Seite indexiert ist, gibt es fünf grundlegende Wege, um unerwünschten Content aus den Suchergebnissen zu entfernen.
- Option 1 ist die einfache Löschung des Contents mit einem 404- oder 410-Code. Die Seite verschwindet aus den Suchergebnissen, sobald sie recrawlt wurde. Bis dahin bleibt sie auffindbar – und auch danach kann noch eine Cache-Version kursieren. Deshalb lohnt sich der Blick auf die anderen Methoden.
- Option 2 ist ein «noindex»-Tag. Er weist Suchmaschinen an, die Seite aus den Ergebnissen zu entfernen. Wichtig: Die Suchmaschinen dürfen in der robots.txt nicht blockiert sein. Zudem kann das die Angleichung verschiedener Signale erschweren. Der offizielle Google-Support dafür ist eingestellt.
- Option 3 ist die Zugangsbeschränkung: Die Seite ist für ausgewählte Personen erreichbar, aber nicht für Suchmaschinen. Dafür gibt es drei Varianten: ein Login-System, HTTP-Authentifizierung oder IP-Whitelisting. Besonders geeignet für Seiten im Entwicklungsstadium oder interne Netzwerke.
- Option 4 ist direkt in Google verfügbar: das «URL Removal Tool» in der «Search Console». Unter «Google Index» → «URL entfernen» trägst du die betreffende URL ein – der neue Status wird umgehend bestätigt. Aber: Es handelt sich um eine temporäre Entfernung. Sie hält 3 bis 6 Monate. Danach taucht die Seite wieder auf, wenn nichts weiter unternommen wird.
URL entfernen mit „Canoncalization“
Das ist gleichzeitig Option 5 und die umfangreichste Variante. Es geht darum, verschiedene Versionen desselben Inhalts zu konsolidieren – doppelter Content wird vermieden, verschiedene Versionen werden auf eine indexierte Adresse zusammengelegt. Innerhalb dieser Option gibt es drei Möglichkeiten.
- Ein «Canonical Tag»: HTML-Code, der festlegt, welche Version die Hauptversion ist und indexiert werden soll.
- Das «Parameter Handling»: URL-Parameter (z.B. ?color=green) werden damit effizienter gesteuert, um lückenhaftes Crawling bei verschiedenen Seitenversionen zu verhindern.
- Ein Redirect: Neben dem temporären 302-Redirect ist der 301-Redirect am gebräuchlichsten. Er signalisiert Google, dass die Zielseite diejenige ist, die in den Suchergebnissen erscheinen soll – und auf die alle Signale zusammenlaufen.
Der 301-Redirect
Trotz 301-Redirect kann es vorkommen, dass die zu entfernende URL weiterhin in den Suchergebnissen auftaucht. Der Grund: Ein Redirect ist nur eines von mehreren «Signalen». Dazu gehören auch interne Links oder Canonical Links. Google wertet all diese Signale aus, um die «Canonical URL» zu bestimmen. Wird nur ein Signal umgeleitet, während andere weiter auf die alte URL zeigen, kann die unerwünschte Adresse trotzdem noch erscheinen.
Fehler bei der URL Entfernung vermeiden
Den einen richtigen Weg gibt es nicht. Welche Methode am besten passt, hängt davon ab, was du erreichen willst und wie dringend die Entfernung ist. Einige häufige Fehler lassen sich aber klar benennen.
Crawling ist nicht dasselbe wie Indexiert-Sein. Wenn Google in der robots.txt blockiert ist und die Seite nicht crawlt, bedeutet das nicht automatisch, dass sie nicht indexiert ist.
Früher wurde häufig statt «noindex» das Tag «nofollow» verwendet. «nofollow» verhinderte Verlinkungen – das funktioniert so nicht mehr. Google crawlt diese Seiten heute trotzdem.
Widersprüchliche Signale sind ein häufiges Problem. Wenn «noindex» und ein «canonical» Tag auf verschiedene Seiten zeigen, hat der Algorithmus zwei konkurrierende Hauptsignale. Die Gefahr: Er wählt das falsche.
Zu guter Letzt gibt es rechtliche Aspekte. Wenn Inhalte, die dir gehören, auf einer fremden Seite erscheinen, kannst du die Löschung urheberrechtlich geschützten Inhalts verlangen. Google stellt dafür das «Copyright Removal Tool» bereit. In der EU gibt es zudem das Recht auf «Vergessen-Werden» – damit lässt sich die Entfernung von Inhalten über die eigene Person fordern.