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Zoom Videokonferenzen erhalten zusÀtzlichen Schutz vor Angriffen und Zoombombing

Geschrieben von
Roger Klein
Videochat Konferenz fĂŒrs Homeoffice

Zu Beginn der Corona-Krise noch als grosser Gewinner der Situation gefeiert, gerÀt der US-amerikanische Anbieter einer Videokonferenz-Plattform immer mehr wegen Datenschutzbedenken unter Druck. Zoom-Video reagiert nun mit neuen strikten Sicherheitsmassnahmen, um Angreifer effektiv abzuwehren.

WĂ€hrend der Corona-Krise sind ganze BĂŒrokomplexe von einem Tag auf den nĂ€chsten ins Homeoffice umgezogen. Ein effizientes Tool fĂŒr Videokonferenzen war dringend nötig, um den Betrieb am Laufen zu halten. Kaum eine Software konnte dieses BedĂŒrfnis so gut bedienen wie das US-amerikanische Zoom. Das Unternehmen war schon vorher bekannt fĂŒr sein Konferenz-Tool – doch solange persönliche Treffen möglich waren, zogen die meisten Meetings im Raum der digitalen Konferenz vor. Teams tagten in Meeting-RĂ€umen, Manager sassen beim Mittagessen zusammen. Mit dem Lockdown fielen diese Wege weg. Zoom fĂŒllte die LĂŒcke – und bekam dabei schnell ein Problem: Sicherheit und Datenschutz stimmten nicht. Jetzt reagiert das Unternehmen.

Neue Features sollen Angreifer abwehren und Zoombombing unterbinden

Meeting-IDs waren leicht zu erraten, und Meetings selbst waren kaum gegen ungebetene GĂ€ste gesichert. Das nutzten manche aus: Sie platzten in laufende Konferenzen, verbreiteten unangemessene Inhalte oder hörten unbemerkt zu. Wie der Branchendienst TechCrunch zuerst berichtete, wurden Zoom-Nutzer per E-Mail informiert: Seit dem 5. April 2020 ist fĂŒr Meetings mit Meeting-ID ein Passwort Pflicht. Wer legitim eingeladen ist, findet das Passwort in der Einladung – oder bekommt es direkt im Client angezeigt. Wer die ID nur erraten hat, kommt nicht mehr rein. ZusĂ€tzlich aktiviert Zoom WarterĂ€ume fĂŒr alle Nutzer. Das bedeutet: Der Moderator muss jeden Teilnehmer manuell ins Meeting lassen. Selbst beitreten geht nicht mehr.

Kommunikation ist kaum verschlĂŒsselt – Daten fliessen auch durch China

Die Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung, die Zoom versprach, gilt nur fĂŒr den Text-Chat – nicht fĂŒr Audio und Video. Das ist eine ausgesprochen schmale Interpretation des Begriffs fĂŒr ein Tool, das hauptsĂ€chlich Videokonferenzen anbietet. Audio- und Videodaten sind lediglich auf dem Weg zum Zoom-Server verschlĂŒsselt, nicht durchgehend. Dazu kommen Zweifel am verwendeten VerschlĂŒsselungsstandard.

Brisant ist ausserdem: Nach Ausbruch der Corona-Krise musste Zoom seine ServerkapazitĂ€ten in kĂŒrzester Zeit massiv ausbauen. Dabei wurden Parameter nicht korrekt gesetzt, die normalerweise sicherstellen, dass Konferenzdaten ĂŒber Server in der Region der Teilnehmenden geleitet werden. Das Ergebnis: Bestimmte GesprĂ€che liefen zeitweise ĂŒber Server in China – obwohl die Beteiligten nicht dort sassen. Zoom betont, dass mehrstufige Sicherheitsmassnahmen auch in diesem Fall einen Datenzugriff verhindert hĂ€tten. Die Panne betrifft nur Konferenzen vor dem 3. April 2020. Das Routing ist inzwischen korrigiert.

Weitere Schwachstelle in Zoom: Video-Aufzeichnungen

Wer Konferenzen aufzeichnet, kann die Datei auf Zoom-Servern verschlĂŒsselt ablegen. Trotzdem tauchten zuletzt immer wieder Videosequenzen aus Meetings im Netz auf. Der Grund: Viele Nutzer speicherten die Dateien auf anderen Cloud-Diensten – in der Annahme, sie seien dort nur fĂŒr Berechtigte abrufbar. Die Washington Post fand zahlreiche FĂ€lle, in denen solche Videos ĂŒber spezielle Suchmaschinen auffindbar waren. BegĂŒnstigt wurde das durch Zoom selbst: Die Dateien folgen einem einheitlichen Benennungsschema, was gezielte Zufallssuchen vereinfacht. Die gefundenen Videos enthielten teils hochsensible Inhalte – ArztgesprĂ€che, persönliche Kontaktdaten. Die eigentliche LĂŒcke lag aber nicht bei Zoom: Nutzer hatten die Dateien leichtsinnig auf öffentlich zugĂ€nglichen Plattformen abgelegt.

Datenschutz und Features in der Kritik

Auch die DatenschutzerklĂ€rung von Zoom stand in der Kritik. Die Formulierungen sind teils schwammig, der tatsĂ€chliche Umgang mit persönlichen Daten bleibt oft unklar. Besonders negativ aufgenommen wurde, dass die iPhone-App GerĂ€tedaten an Facebook weiterleitete – ohne das in der DatenschutzerklĂ€rung zu erwĂ€hnen. Ausserdem sorgte ein Aufmerksamkeits-Feature fĂŒr Unmut: Wer die Zoom-App wĂ€hrend eines Meetings lĂ€nger als 30 Sekunden in den Hintergrund verschiebt, wird den anderen Teilnehmenden als unaufmerksam angezeigt.

Zoom-Video legt Fokus auf Sicherheit

Zoom hat auf die Kritik reagiert und Entwicklungsressourcen auf Sicherheitsthemen umgeleitet. Neue Features werden vorerst nicht gebaut. Die entsprechenden Teams arbeiten stattdessen daran, die beschriebenen LĂŒcken zu schliessen und den Datenschutz zu verbessern.

Themen: DatensicherheitKommunikationSoftware

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Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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