Es ist ein bereits bekanntes Problem, dass hin und wieder E-Mails mit gefĂ€hrlichen DateianhĂ€ngen in deinem Postfach landen. Zum aktuellen Zeitpunkt solltest du dich vor allem vor einem Trojaner hĂŒten â bekannt unter dem Namen Ursnif. Es handelt sich hierbei um einen SchĂ€dling, welcher unter anderem deine Account-Daten befĂ€llt. Eine VorgĂ€ngerversion war bereits im Jahr 2019 im Umlauf.
Innerhalb der DACH-Region zeigt sich aktuell folgendes PhĂ€nomen besonders hĂ€ufig: Du erhĂ€ltst E-Mails in deinem Posteingang, die auf den ersten Blick nicht auffĂ€llig sind. Es könnte sich dabei durchaus um regulĂ€re und legitime GeschĂ€ftsmails handeln. Du öffnest die E-Mail und findest im Anhang ein gepacktes Zip-Archiv â in diesem befindet sich ein gefĂ€hrliches Word-Dokument.
Das geschieht, sobald Ursnif auf Ihrem PC aktiv wird
Der unter dem Namen Ursnif bekannte Trojaner wird mit dem Ziel verbreitet, auf Windows-Computern aktiv zu werden. Er kopiert Log-in-Daten und vieles mehr: deine Benutzernamen, Passwörter und persönlichen Daten aus Webformularen gehören ebenso dazu. Zudem wird mit Aktivierung von Ursnif Schadsoftware auf deinen PC geladen. Ursnif ist ausserdem in der Lage, deine Tastatureingaben abzufangen sowie Screenshots zu erstellen.
Das sollten Sie ĂŒber die gefĂ€hrlichen E-Mails und deren Anhang wissen
Das erwĂ€hnte Archiv im Anhang ist durch ein Passwort geschĂŒtzt. Das hat zur Folge, dass dein Antivirus-Programm keinen Zugriff darauf hat â du wirst also nicht alarmiert.
Das Passwort findest du direkt im Text der E-Mail. Es handelt sich um einen simplen Code. Nach Angaben des Internet Storm Centers wurde in der Vergangenheit hĂ€ufig 777 als Passwort angegeben. Die neue Welle des SchĂ€dlings lĂ€sst sich mit den Codes 111, 333 oder 555 öffnen â eventuell sind weitere Codes im Umlauf.
Du denkst, du wĂŒrdest eine solche E-Mail niemals öffnen? Das besonders HinterhĂ€ltige: Die E-Mails stammen oft von bekannten Absendern und sind kaum als schĂ€dlich zu erkennen. Manchmal stehen sie sogar in Verbindung mit Projekten, die dir vertraut sind â das erhöht die Glaubhaftigkeit und damit das Risiko erheblich.
Schalten Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein!
Falls du auf die E-Mail hereinfĂ€llst und den Anhang öffnest, landest du bei einem Word-Dokument, das fĂŒr den Trojaner-Download prĂ€pariert ist. Das Internet Storm Center berichtet, dass diese Dokumente als info_01_21.doc benannt sind. Laut der Analyse-Plattform Virustotal wurde zum Zeitpunkt der Meldung nur ein Bruchteil der installierten Antiviren-WĂ€chter angeschlagen. Ăffnest du die Datei und aktivierst die beschriebene Makro-Funktion, ist der SchĂ€dling auf deinem PC. Solche Makros funktionieren ĂŒblicherweise nur mit Microsoft Office â bei OpenOffice oder LibreOffice sollte ein Download nicht möglich sein.
Makros sind in Word bereits seit langer Zeit standardmĂ€ssig deaktiviert. Angreifer setzen darauf, dass du sie aktivierst. Möchtest du wissen, wie du mit Doc-Dateien sicher umgehst? Die heise Security informiert ausfĂŒhrlich darĂŒber â du kannst dort auch Test-E-Mails einsenden und deine Filter ĂŒberprĂŒfen.
Bleiben Sie stets misstrauisch!
ErhĂ€ltst du E-Mails mit Dateianhang oder Links, sei auf der Hut. Ăberleg genau, bevor du AnhĂ€nge öffnest oder Links anklickst. Wenn du eine E-Mail von einem bekannten Kontakt erhĂ€ltst: Wurdest du vorab ĂŒber deren Ankunft informiert, ist meist nichts zu befĂŒrchten. Im Zweifelsfall greif zum Telefon und frag direkt nach, ob die E-Mail tatsĂ€chlich vom angegebenen Absender stammt.
Das sollten Sie tun, wenn Ursnif auf Ihrem Computer aktiv ist
In diesem Fall ist es bereits zu spĂ€t â handle sofort. Trenne deinen PC vom Netzwerk und schalte das Internet ab. Dann: Einen Spezialisten deines Vertrauens den PC bereinigen lassen. Anschliessend alle Onlinekonten prĂŒfen und Passwörter Ă€ndern â sichere Passwörter, keine einfach zu erratenden.