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Android Lockbox: Die Google-Spionage von Handy-Nutzern

Geschrieben von
Miriam SchÀfer
Android Lockbox

Sofern du ein Handy mit dem Android-Betriebssystem besitzt, ist es gut möglich, dass Google dich darĂŒber ausspioniert. KĂŒrzlich kam ein ominöses Projekt namens Android Lockbox ans Tageslicht. Ob es sich um sensible Daten handelt und diese Form von Spionage wirklich rechtmĂ€ssig ist, erfĂ€hrst du hier.

Was ist die „Android Lockbox“?

Obwohl der Name darauf vermuten lĂ€sst, handelt es sich bei der Android Lockbox nicht um eine eigenstĂ€ndige App. Vielmehr ist es ein Begriff, den der Google-Konzern fĂŒr ein internes Projekt erschuf. Besagtes Projekt zielt darauf ab, so viele Nutzerdaten wie möglich zu sammeln. Dass dies geschieht, damit Google der Konkurrenz jederzeit einen Schritt voraus ist, ist wahrscheinlich mehr als nur eine blosse Vermutung.

Bei der Datensammlung geht es ausschliesslich um Aktionen, die der Handy-Nutzer mit Android-Betriebssystem mit Apps ausfĂŒhrt, die nicht von Google selbst stammen. Potenziell vom „unbefugten Datenzugriff“ betroffen sind demnach alle „Nicht-Google-Apps“.

Ist die Android Lockbox gesetzeswidrig?

Über diese Frage scheiden sich die Geister. Die meisten Nutzer stimmen schon beim Aufsetzen ihrer Smartphones der entsprechenden Datenverarbeitung zu. Die GerĂ€te durchlaufen beim Setup-Prozess diverse Punkte, die sich mit ebendieser Fragestellung beschĂ€ftigen.

Dazu kommen einige bereits vorinstallierte Apps, die dieselbe Berechtigung ĂŒber die Speicherung und Weiterverarbeitung persönlicher Daten enthalten.

In Googles Stellungnahme zum umstrittenen Android Lockbox Projekt heisst es, dass der Datenverarbeitung rechtswirksam widersprochen beziehungsweise die Berechtigung abgewĂ€hlt werden kann. Ausserdem handele es sich nicht um einen „exklusiven Zugang“ — andere App-Entwickler besitzen genau dieselben Zugriffsrechte auf solche Informationen. SĂ€mtliche von Google gesammelten Daten seien vollstĂ€ndig anonymisiert und liessen keinen Aufschluss auf den Anwender zu.

WofĂŒr braucht Google die Daten?

Wie oben bereits angedeutet, geht es bei der Datensammlung ausschliesslich um die Nutzung von Apps, die nicht zum Google-Konzern gehören. Google sammelt mit seinem Android Lockbox Projekt demnach beispielsweise Informationen wie die Nutzungszeit einzelner Fremd-Apps oder deren HÀufigkeit.

Vielleicht erstellt der Konzern damit so etwas wie Verhaltensmuster, um seine eigenen Dienste gezielter auf das Nutzererlebnis abzustimmen. In der Google-ErklĂ€rung zur Android Lockbox heisst es weiter, dass sie „Informationen ĂŒber die grundlegende Nutzung“ sammeln und diese dazu dienen, eigene Dienste zu analysieren und zu verbessern.

Android Lockbox bleibt umstritten

Trotz aller Beteuerungen vonseiten Google bleibt das Projekt umstritten. Einige relevante Fragestellungen werden nicht bis ins Detail aufgeklĂ€rt — so zum Beispiel das wahre Ziel der Android Lockbox.

  • Entgegen der Aussage, dass andere Entwickler dieselben Daten einsehen, gibt es bereits anderslautende Stellungnahmen: auf die Art der Android Lockbox gesammelten Daten können App-Developer nur zugreifen, sofern dieselben Berechtigungen ganz gezielt erteilt wurden.
  • Inwiefern stimmt der Nutzer aktiv zu, wenn es sich um eine vorinstallierte App handelt?
  • Auch die Angaben, wie genau die entsprechenden Berechtigungen nachtrĂ€glich entzogen werden können, fehlen.
  • Die Aussage, dass die Datensammlung anonymisiert erfolgt, scheint derweil eine Behauptung zu bleiben.

Was Sie tun können

Ob du ĂŒberhaupt handeln möchtest, hĂ€ngt davon ab, ob du mit der Datenverarbeitung ĂŒber die Android Lockbox einverstanden bist oder nicht. Vertraust du auf die oben geschilderten Aussagen, brauchst du nichts zu tun.

Bist du hingegen unsicher, ob unter den Daten doch vertrauliche Informationen sein könnten, ĂŒberprĂŒfe sĂ€mtliche Berechtigungen der Google-eigenen Apps auf deinem Smartphone.

Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) gesteht dir ausserdem das Recht zu, eine ausfĂŒhrliche Auskunft ĂŒber alle gespeicherten und verwendeten Daten zu erhalten. Auch Google muss so eine Auskunft auf Wunsch kostenfrei zur VerfĂŒgung stellen. Es geht aber auch etwas unkomplizierter: Über den Link https://myaccount.google.com/ verwaltest du bei Bedarf alle Einstellungen rund um Sicherheit, PrivatsphĂ€re und Datenschutz.

Themen: GoogleMobile GerÀteRecht

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Über die Person

Miriam SchÀfer

Erstellt und betreut Fachinhalte fĂŒr dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, KI und digitalen Trends. Verantwortlich fĂŒr Content, Redaktion und Social Media bei rundum.dog.

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