Zum Inhalt springen

BetrĂŒger fischen in der Corona-Krise nach neuen Opfern

Geschrieben von
Roger Klein
phishing hacker

Die CyberkriminalitĂ€t nimmt mit der Corona-Krise ungeahnte Ausmasse an. Mittels Phishing versuchen BetrĂŒger, Daten zu stehlen – und nutzen die Sorgen der Bevölkerung schamlos aus. Die Versuche werden professioneller. Das zeigen die aktuellen Berichte.

Alte Masche, angepasste Methodik

Phishing ist vielen ein Begriff: BetrĂŒger versuchen, ĂŒber gefĂ€lschte E-Mails oder Websites an persönliche Daten zu gelangen – sie angeln danach. In unserem Beitrag vom 24. MĂ€rz haben wir bereits auf die zunehmende Verbreitung schĂ€dlicher E-Mails hingewiesen.

Mittlerweile haben viele Verbraucherzentralen und das Bundesamt fĂŒr Sicherheit und Informationstechnik (BSI) nachgezogen und klĂ€ren BĂŒrgerinnen und BĂŒrger aktiv auf.

sparkasse phishing mail screenshot — BetrĂŒger fischen in der Corona-Krise nach neuen OpfernDer aktuelle Betrugsversuch

Schon im MĂ€rz waren Sparkassen eine beliebte Angriffsbasis. Die Angriffe blieben nicht nur konstant – sie nahmen weiter zu. Fehlerfreie Grammatik, das originale Sparkassen-Logo, professionell gefĂ€lschte Absenderadressen: Betroffene haben es schwer, diese Mails als Betrug zu erkennen.

In den Mails steht, die meisten Sparkassenfilialen seien wegen der Corona-Krise geschlossen. Daher sollen EmpfĂ€nger ĂŒber einen Link ihre Kontaktdaten aktualisieren – angeblich der einzige Weg, weiterhin mit der Bank in Kontakt zu bleiben.

Umgang mit Phishing-Mails

Erstes Ziel der Verbraucherzentralen und des BSI ist es, Transparenz zu schaffen und konkrete Informationen bereitzustellen. Im Servicebereich des BSI findest du HintergrĂŒnde zu Phishing, aktuelle FĂ€lle und konkrete Hinweise zum Umgang mit schĂ€dlichen Mails – inklusive eines realen Beispiels, das zeigt, wie ĂŒberzeugend solche Betrugsversuche auf den ersten Blick wirken.

Wie du potenziell gefĂ€hrliche Mails erkennst, ist dort ausfĂŒhrlich erklĂ€rt. Wir konzentrieren uns deshalb auf ein konkretes Thema: gefĂ€lschte E-Mail-Adressen.

Der „Header“ – Kopf des Verbrechens

Der sogenannte Header steckt in jeder E-Mail und bildet den Datenkopf. In der Informationstechnik bezeichnet Header generell ergĂ€nzende Daten am Anfang eines Datenblocks – also Metainformationen, die du auf den ersten Blick nicht siehst. Wir suchen genau diese Zusatzinformationen, auch Metadaten genannt.

Den Header gibt es sowohl in E-Mails als auch auf jeder Website. In einer E-Mail verrĂ€t er dir die genauen Daten des Absenders. Auf einer Webseite dient er hauptsĂ€chlich der optischen Gestaltung – ein anderer Anwendungsfall, andere Funktion.

So offenbart sich der Kopf des Phishing

Egal ob du deine Mails im Browser oder mit separater Software verwaltest – du kannst dir den Quelltext anzeigen lassen. Die meisten E-Mail-Programme erlauben es, mit dem Mauszeiger ĂŒber den Absender zu fahren (nicht klicken!), um verborgene Informationen einzublenden. Alternativ bietet oft ein Drop-Down-MenĂŒ neben dem EmpfĂ€nger-Feld denselben Aufschluss. Auch ĂŒber Einstellungen gibt es meist die Option „Quelltext anzeigen„. AbhĂ€ngig von der Software siehst du dann unter anderem:

  1. Delivered-To
  2. Received: by
  3. Return-Path
  4. Received: from

Beim AufspĂŒren eines gefĂ€lschten Absenders interessiert dich vor allem das Feld „Received: from„.

Das Kryptische entschlĂŒsseln

Der Return-Path enthĂ€lt eine vollstĂ€ndige E-Mail-Adresse. Er gilt als „wahrer“ Absender – lĂ€sst sich aber heute leicht fĂ€lschen. Im Feld „Received: from“ stecken dagegen Angaben, die sich nur mit grossem Aufwand verschleiern lassen: die IP-Adresse und der Mail-Server.

Stimmen diese beiden nicht ĂŒberein, deutet das auf FĂ€lschung hin. So kompliziert ist es aber glĂŒcklicherweise nicht. An den Beispielen von Sparkasse und anderen hat sich gezeigt: Oft finden sich bereits im Return-Path kryptische Zeichenfolgen oder Schreibfehler, die einen seriösen Absender ausschliessen.

WeiterfĂŒhrende Ideen zum Umgang mit Phishing

Du weisst jetzt, wie du verdĂ€chtige Mails erkennst und damit umgehst. Drei weitere AnsĂ€tze helfen dir, nicht nur auf Phishing zu reagieren – sondern seltener ins Visier zu geraten.

  • Viele Mailprogramme können weit mehr, als du tĂ€glich nutzt. Über Einstellungen lassen sich Filter fĂŒr eingehende Nachrichten festlegen:
    • Du kannst bestimmte Absender sperren, sodass du keine weiteren Mails mehr erhĂ€ltst. Wurdest du schon einmal Ziel von Phishing, kommt der Absender auf die Sperrliste.
    • Über Felder wie „Betreff“ und „enthĂ€lt die Wörter“ lĂ€sst sich der Filter weiter verfeinern. Keine Mails zu Corona, weil du dich direkt informierst? Trag das Wort einfach ein.
    • Sogar die Grösse erlaubter AnhĂ€nge lĂ€sst sich regulieren. Bekommst du normalerweise gar keine oder nur kleine Dateien, kannst du das entsprechend einstellen.
  • Mailing-Software lernt. Deklariere verdĂ€chtige und ungewollte Mails als Spam – schon bald merkt sich die Software deine Wahl und prĂŒft neue Mails entsprechend. Vieles UnnĂŒtze (und GefĂ€hrliche) landet dann automatisch im Spam-Ordner. Dort kannst du Nachrichten jederzeit wiederherstellen und in den Posteingang verschieben.
  • Erkennst du eine Phishing-Mail zu einem aktuellen Thema – wie im Paradebeispiel Corona –, leite sie an deine Verbraucherzentrale weiter. Auch der Schweizer Konsumentenschutz empfiehlt, betrĂŒgerische Absichten zu melden. Nur so können Behörden effektiv handeln.
Themen: CybercrimeFinanzen

Hat dich der Artikel ins GrĂŒbeln gebracht?

Wir besprechen sowas gerne im ErstgesprĂ€ch — unverbindlich, persönlich, in der Regel innerhalb eines Werktags.

Direkt zum Kontakt
Noch was Grösseres?

rundum.dog — unsere Hunde-Wissensplattform.

Unser Eigenprojekt und Live-Beweis: eigenes KI-Plugin auf Anthropic-API-Basis, 17 Custom Post Types, ein Betrieb, den wir tÀglich am Laufen halten.

rundum.dog ansehen ↗
Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

Mehr ĂŒber uns →

Schreib uns oder ruf an.
Meist antwortet ein Mensch innerhalb eines Werktags.

Roger Klein
GeschĂ€ftsfĂŒhrer
E-Mail
info@dataloft.ch
Telefon
+41 52 511 05 05
Adresse
dataloft GmbH · Rietweg 1 · 8506 Lanzenneunforn TG