Was macht Unternehmen wie Otto und Ebay so erfolgreich? Sie investieren vor allem in eins: Technologie. Denn hier versteckt sich viel ungenutztes Potenzial entlang der Customer-Journey.
Die Ziele sind klar definiert: vollere Warenkörbe, effektivere Prozesse und zufriedenere Kunden. In sieben Bereichen lässt sich das bei fast allen E-Commerce-Unternehmen noch verbessern. Dazu zählen CMS, ERP, Analyse-Tools, CRM, E-Mail-Marketing, Empfehlungen und Kundenservice. Ausgenommen sind an dieser Stelle die offensichtlichsten Faktoren: Hosting und Payment.
CMS: Weg vom reinen Inhaltsmanagement
Alle haben es. Doch selten erfährt es die Bedeutung, die es verdient: das CMS. Was macht ein CMS? Es verwaltet und stellt Inhalte dar. Das klingt nicht unbedingt spannend – und ist es meist auch nicht. Das Einpflegen von Inhalten kann zum echten Schmerzpunkt werden: Es kostet viel Zeit, ist komplizierter als nötig, und was dabei herauskommt, ist bestenfalls Standard. Genau deshalb liegt hier eine der wichtigsten Stellschrauben im E-Commerce.
Performance-Boost durch CMS
Schnelle Workflows, zentralisiertes Medienmanagement und kanalübergreifende Kampagnen wirken sich direkt auf Kundenbindung und Umsatz aus. Kleine Unternehmen können je nach Shopsystem mit Erweiterungen arbeiten. Optimierte CMS-Enterprise-Lösungen sind zum Beispiel Magnolia oder Styla. Magnolia bietet personalisierte Customer-Journeys, Styla arbeitet bei der automatisierten Inhaltserstellung mit Machine-Learning.
ERP: Eine Software für alles
Was wäre, wenn sich Bestellungen fast von alleine abwickeln würden? Hier kommt ein ERP ins Spiel. Ein ERP steuert Unternehmensprozesse: Disposition und Logistik, Controlling, Personalwesen. Das klingt nach sehr vielen Excel-Tabellen – und das ein oder andere ERP ist aufgrund seiner Komplexität und schwachen Usability auch bei seinen Anwendern entsprechend beliebt. Daher liegt hier viel Optimierungspotenzial. Auch für Startups lohnt sich der Einsatz eines passgenauen ERP.
Performance-Boost durch ERP
Ein ERP zentralisiert Angebots- und Lieferscheinerstellung, Adress- und Artikelverwaltung, Warenannahme, Buchhaltung, Kassenbuch, Mahnwesen, Logistikprozesse, Zeiterfassung, Marketplace-Anbindungen und vieles mehr. Reibungslose Prozesse sparen Zeit und sorgen für zufriedene Kunden. Ein gutes Beispiel für flexible, skalierbare Unternehmenssoftware ist Xentral. Die Basis-Version ist kostenlos, die Business-Version mit Marketplace-Anbindungen und Versandprozessen kostet ab 65 Euro im Monat. Bekannt wurde Xentral (früher: Wawision) vor allem durch seinen prominenten Investor Frank Thelen («Die Höhle der Löwen»).
Analyse-Tools: Website- & Market-Intelligence
Big Data ist Segen und Fluch zugleich. Wer viele Daten hat, muss sie auch zu nutzen wissen – und hier gibt es fast immer Optimierungsbedarf. Konkret geht es dabei um Website-Performance, Market-Intelligence und kanalübergreifende Datenvisualisierung. Google Analytics und den Facebook Business-Manager nutzen die meisten Unternehmen. Doch damit bleiben viele hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Performance-Boost durch Analyse-Tools
Automatisierung ist das Stichwort. Wozu mühsam manuelle Analysen erstellen, wenn es auch anders geht? Im Bereich Website-Performance ist Tideways ein gutes Beispiel. Das PHP-Analyse-Tool erkennt potenzielle Problemstellen, trackt Fehler und liefert ab 89 Euro im Monat Monitoring und Alerts zur Backend-Performance. Für Suchmaschinenoptimierung gibt es unzählige Anbieter für jedes Budget. Keywords recherchieren, Rankings tracken und Wettbewerber analysieren – das funktioniert mit Serpstat (ab 19 US-Dollar pro Monat) oder Sistrix (ab 100 Euro pro Monat). Erweiterte Social-Media-Analysen zur eigenen Marke bietet Talkwalker (ab 6.000 Euro im Jahr). Wer Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen an einem Ort zusammenführen will, für den lohnt sich eine Plattform wie Data Virtuality.
CRM: Effektive Kundenverwaltung
Wer im Sales-Bereich noch nicht mit einem CRM arbeitet, kann seine Ergebnisse mit einer CRM-Software mit guter Chance noch verbessern. Auch ein CRM-Wechsel lohnt sich je nach Projekt. Ein CRM verwaltet nicht nur Kundendaten, Angebote, Zahlungen, Verträge und Termine – viele Systeme bieten umfangreiche Reportings und E-Mail-Synchronisation. Schnittstellen machen das CRM passgenau und öffnen den Zugang zu Social-Media-Plattformen, E-Mail-Marketing oder Kundenservice-Tools wie Chatbots.
Performance-Boost durch CRM
Manche CRM sind primär für den Vertrieb optimiert, andere glänzen im Marketing und Kundenservice. Pipedrive ist in der Grundversion ein klassisches Sales-Tool. Ab 12,50 Euro pro Benutzer und Monat sind Pipeline-Management und E-Mail-Integration dabei. Wer sich stärker in Richtung Marketing orientiert, ist mit Zoho oder Hubspot besser bedient – beide gibt es in der Basisversion kostenlos. Hubspot lässt sich als modulares System oder Komplettsuite abonnieren. Dann sind Blog- und Content-Tools ebenso enthalten wie Sales- und Ticketing-Automatisierung – aber das kostet mindestens 104 Euro pro Benutzer und Monat.
E-Mail-Marketing: Klicken und konvertieren
Reichweite, Kundenbindung, Conversion – wenn Newsletter nicht performen, hat das empfindliche Auswirkungen auf mehrere Bereiche. Es lohnt sich also, nachzubessern und zu optimieren – und vielleicht auch den Anbieter zu wechseln. Die Inhalte ändern sich, aber auch die Technik dahinter entwickelt sich: bessere Analysen, bessere Workflows.
Performance Boost durch E-Mail-Marketing
Für kleine und mittlere Unternehmen ist Newsletter2Go eine der stärkeren Optionen. Das Tool startet mit einer kostenlosen Basisvariante, doch richtig spannend wird es erst ab dem Standard-Paket für 18 Euro im Monat: Templates, Schnittstellen zu Shop-, CRM- und CMS-Systemen, automatisierte Mailings und detaillierte Reportings. Der vollautomatische Versand von Trigger-Mails oder Lifecycle-Kampagnen – Warenkorbabbrüche, Geburtstagspromotions – kann Kunden reaktivieren und den Umsatz steigern. Wer besonders hohe Öffnungs- und Klickraten erzielt, qualifiziert sich bei Newsletter2Go zudem für ein Credit-Payback.
Empfehlungen: Inspiration als Kassenschlager
Kaum ein Onlineshop ohne Produktempfehlungen. Vorgeschlagene Produkte basieren meist auf vergangenen Bestellungen oder Kategorien – «Shop the Look» oder «Kunden kauften auch». Inzwischen sind viele Recommendation-Tools einander so ähnlich, dass Kunden sie kaum noch als besonderen Service wahrnehmen. Wer einen Schritt weitergehen will, kann hier stärker optimieren.
Performance-Boost durch Empfehlungen
Machine Learning ist aus automatisierten Empfehlungen nicht mehr wegzudenken – eine kontinuierliche, manuelle Anpassung wäre schlicht zu aufwändig. Es gibt aber einige Faktoren, die Cross-Selling massgeblich voranbringen: das Einbinden von Rabattaktionen und das Nachrücken von Artikeln, wenn ein anderes Produkt bereits ausverkauft ist. Ein Beispiel dafür ist 8Select, ab 39 Euro im Monat. Einen anderen Ansatz verfolgt Groupify: Mit Shopping-Gruppen soll Einkaufen zum Gruppenerlebnis werden. Kunden werden dabei selbst zu Influencern – mit Prämien als Anreiz.
Kundenservice: Beratung und Feedback
Der direkte Kontakt zu Kunden fällt vielen E-Commerce-Unternehmen schwer. Dabei kannst du dich gerade hier vom Wettbewerb absetzen, Käufe ankurbeln und Kundenloyalität stärken. Chatbots liefern schnelle Antworten auf häufige Anfragen, Kundenumfragen sind ein weiteres Mittel. Aber das geht noch besser.
Performance-Boost durch Kundenservice
Ist ein Kunde erst einmal unzufrieden, wird es schwierig, ihn zurückzugewinnen. Wer es schafft, Kunden abzufangen, bevor es so weit kommt, ist klar im Vorteil. Eine Möglichkeit sind integrierte Kundenumfragen: Mit Zenloop kannst du ab 99 Euro pro Monat schnelle Umfragen erstellen und sie direkt in Bestellbestätigungsseiten oder E-Mails einbauen. Feedback kommt in Echtzeit – und wird wahlweise an zuständige Mitarbeitende oder das Ticketing-System weitergeleitet. Interessant ist das auch zum Abschluss kostenloser Trialphasen. Wer eine Produktberatung rund um die Uhr anbieten will, findet bei iAdvize Experten, die in Echtzeit via Messenger persönlich beraten – ermöglicht durch die angeschlossene Community-Plattform Ibbü.
Gefunden auf: https://t3n.de/news/e-commerce-performance-booster-1164253/