Erkennung von vertrauenswürdigen Online Bewertungen

Geschrieben von
Miriam Schäfer

Der Dienstleister, der auf seiner Webseite ausschliesslich himmelhoch-jauchzende Rezensionen aufweist. Das beste und zugleich günstigste Produkt im ganzen Land, noch dazu ausnahmslos gut bewertet. Wie soll da der Überblick behalten werden, was davon Lüge und was tatsächlich glaubhaft ist? Hier sind Faktoren für Online Bewertungen, denen du Glauben schenken kannst.

Online Bewertungen beeinflussen die Kaufentscheidung

Das ist längst kein Geheimnis mehr. Bevor wir das gesuchte Produkt wirklich in den Warenkorb befördern, schauen wir uns erstmal weiter um. Wir vergleichen Preise – und natürlich schauen wir, was andere Kunden von derselben Ware halten. Nicht selten stolpern wir dabei über Fake Bewertungen. Manchmal ist nicht nur ein Teil der Kundenberichte, sondern der ganze Webshop Fake.

Das Unternehmen Capterra, ein Anbieter zur Kanalisierung von Online Bewertungen in der Kategorie Software, wollte wissen, wann Kunden einem Erfahrungsbericht im Internet Vertrauen schenken. Heraus kamen einige teils überraschende Ergebnisse.

Die Säulen für eine Rezension

Capterra definierte für deren Studie vorab fünf Eckpfeiler für Online Bewertungen:

  1. Text-Inhalt
  2. Rating (bspw. anhand von Sternen)
  3. Aktualität
  4. Gesamtanzahl der Online Bewertungen
  5. Profil

Reihenfolge der Eckpfeiler gleichzeitig Faktoren für Seriosität

Die obige Sortierung erfolgte durch die Befragten selbst. Capterra bat die Teilnehmer, zu definieren, welche Faktoren für Glaubwürdigkeit am wichtigsten sind. Gemäss den Top 3 müssen seriöse Online Bewertungen also nicht nur das Rating, sondern auch einen erklärenden Text enthalten und halbwegs aktuell sein. Die Anzahl bisheriger Rezensionen und das Profil des Verfassers spielen dagegen eine geringere Rolle.

Und so sehen echte Online Bewertungen aus

Eines vorweg: jeder Anbieter fängt irgendwann einmal klein an. Eine Rezension ist also nicht automatisch Fake, nur weil sie die erste überhaupt getätigte ist. Das deckt sich mit dem Befund, dass die Befragten die Gesamtzahl gesammelter Bewertungen eher als Nebensache betrachten.

  1. Eine glaubwürdige Rezension enthält mehr als einen Klick – nämlich auch Text. Das Sterne-Rating liefert zwar Aufschluss über die Zufriedenheit des Käufers, ist aber selten ein Alleinstellungsmerkmal. Die Frage nach dem Warum ist entscheidend: Warum war der Kunde zufrieden oder unzufrieden?
  2. Schon kommen wir zum Inhalt des besagten Textes. Achtung: eine Fake Bewertung enthält nicht zwangsläufig Rechtschreibfehler. Nicht jeder Rezensent bringt das gleiche Bildungsniveau mit, und nicht jeder nimmt sich mehr Zeit als nötig. Ob eine Bewertung echt ist, erkennst du daran, ob die Beschreibung zur angeblich bezogenen Ware passt.
  3. Aktualität und Zeitpunkt sind bei Online Bewertungen nicht zu verachten. Natürlich veraltet jede Rezension irgendwann – das macht sie nicht automatisch zum Fake. Aufmerksame Kunden erkennen aber, falls eine Review noch vor dem tatsächlichen Zeitpunkt der Produkt-Veröffentlichung lag.
Tags: KennzahlenStudie
Über die Autor:in

Miriam Schäfer

Social Media und redaktionelle Inhaltspflege rundum.dog seit April 2026. Schreibt für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, Social-Media-Trends und KI-Themen.

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