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End-to-End-Verschlüsselung von Zoom unter Beschuss

Roger Klein · 2. April 2020 · 1 Min. lesen

Zoom-Meetings werden trotz anderslautendem Marketing nicht End-to-End verschlüsselt, schreiben die Investigativ-Journalisten von «The Intercept»: «Tatsächlich verwendet Zoom eine eigene Definition des Begriffs, die Zoom selbst den Zugriff auf unverschlüsselte Video- und Audiodaten von Besprechungen ermöglicht.»

Im Security-Paper von Zoom steht, man setze End-to-End-Verschlüsselung mit Private Keys ein und nutze dafür AES-256 — allerdings nur bei Einwahl über Computer, nicht via Telefon.

In der Praxis läuft es anders: Als Verschlüsselung kommt lediglich Transport Layer Security (TLS) zum Einsatz, wie «The Intercept» berichtet. Auf die direkte Frage zur End-to-End-Verschlüsselung antwortete ein Zoom-Sprecher: «Derzeit ist es nicht möglich, die E2E-Verschlüsselung für Zoom-Videokonferenzen zu aktivieren. Zoom-Videokonferenzen verwenden eine Kombination aus TCP und UDP. TCP-Verbindungen werden über TLS hergestellt, und UDP-Verbindungen werden mit AES unter Verwendung eines über eine TLS-Verbindung ausgehandelten Schlüssels verschlüsselt.»

Zoom-Server als „Endpoint“

TLS ist nicht dasselbe wie End-to-End-Verschlüsselung. Wer die Server kontrolliert, kann bei TLS auf den Datenstrom zugreifen — bei echter End-to-End-Verschlüsselung wäre das nicht möglich. Zoom beruft sich darauf, von Endpoint zu Endpoint zu verschlüsseln. «Endpoint» bedeutet in Zooms Lesart aber offenbar: Zoom-Server.

«Wenn wir in unseren anderen Dokumenten den Ausdruck ‹End to End› verwenden, bezieht er sich auf die Verbindung, die von Zoom-Endpunkt zu Zoom-Endpunkt verschlüsselt wird», schrieb der Zoom-Sprecher. «Der Inhalt wird nicht entschlüsselt, da er durch die Vernetzung zwischen diesen Rechnern über die Zoom-Cloud übertragen wird.»

Das bedeutet nebenbei noch gar nichts darüber, ob AES-256 auf die bestmögliche Weise implementiert ist. Je nach Betriebsmodus unterscheidet sich die Angreifbarkeit erheblich — das hat die Crypto-AG-Affäre eindrücklich gezeigt. Im Security-Paper steht dazu nichts.

Die Kritik an der Enterprise-Tauglichkeit von Zoom wächst. Schon zuvor standen die Datenschutzpraktiken der Firma unter Beschuss — darunter eine später überarbeitete Richtlinie, die Zoom offenbar erlaubte, Nachrichten und Dateien aus Besprechungen für Werbezwecke auszuwerten.

Roger Klein Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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