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Sicherheit + Datenschutz

Schweizer Recht, EU-Recht, Barrierefreiheit, Produktsicherheit — vier Regelwerke, ein konsistenter Ansatz. Plus der Roger-Grundsatz: keine Profilbildung, anonymisierte Analytics, bewusste Entscheidung. Was wir empfehlen, leben wir auf rundum.dog selbst.

Was Sicherheit + Datenschutz im Web 2026 bedeutet

Drei Schweizer Pflichten, ein konsistenter Ansatz.

Sicherheit und Datenschutz auf einer KMU-Webseite haben sich seit 2024 deutlich verĂ€ndert. Drei Regelwerke greifen heute parallel und mĂŒssen sauber zusammen gedacht werden:

  • revDSG: das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz, in Kraft seit 1. September 2023. Rechtsgrundlage fĂŒr jede Schweizer Webseite.
  • DSGVO: die EU-Datenschutz-Grundverordnung. Gilt fĂŒr jede Schweizer Site, die Menschen in der EU erreicht, also praktisch jede.
  • BFSG: das deutsche BarrierefreiheitsstĂ€rkungsgesetz (Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/882), anwendbar seit 28. Juni 2025. Erfasst Schweizer Anbieter mit EU-Kunden, vor allem im E-Commerce.

Sicherheit, Datenschutz und Barrierefreiheit sind 2026 ein zusammenhĂ€ngender Block, und einer, der bei Audits und Lieferanten-Bewertungen ernsthaft geprĂŒft wird. Wer das ignoriert, verliert Mandate noch vor dem ErstgesprĂ€ch.

Schweizer Recht: revDSG + DSG

Was sich fĂŒr KMU-Webseiten konkret Ă€ndert hat.

Das revidierte DSG bringt fĂŒr KMU-Webseiten vier praktische Pflichten, die wir standardmĂ€ssig einrichten:

1 · Aktive Information statt versteckte Klauseln

DatenschutzerklÀrung muss aktiv und verstÀndlich sein, nicht nur zugÀnglich. Was wir bauen: separate Seite /datenschutz/, klar gegliedert, mit konkreten Aussagen: welche Tools, welche Daten, welche Aufbewahrung, welche Drittanbieter, welche Rechte.

2 · Profiling-Hinweise

Wenn Profile gebildet werden (auch automatisch durch Tracking), muss das transparent sein. Unser Grundsatz auf rundum.dog und in unseren Mandaten: keine Profilbildung (anonymisierte Analytics, kein Personalisierungs-Tracking). Was wir empfehlen, leben wir selbst.

3 · Datenweitergabe ins Ausland

Cloud-Anbieter mit Sitz in den USA (Google Analytics, Stripe, Cloudflare) erfordern eine Information darĂŒber, wohin die Daten gehen. Wir dokumentieren das in der DatenschutzerklĂ€rung mit Standardvertragsklauseln, wo nötig.

4 · Auskunfts- und Berichtigungspflichten

Nutzende können verlangen, welche Daten gespeichert sind und Korrekturen einfordern. Wir richten dafĂŒr einen klaren Pfad ein, typischerweise eine E-Mail-Adresse datenschutz@ mit interner Verarbeitungs-Logik.

BFSG: Barrierefreiheit ab Juni 2025

Webseiten und Apps mĂŒssen fĂŒr alle bedienbar sein.

Das BFSG verpflichtet Anbieter, ihre digitalen Produkte barrierefrei zu gestalten, vor allem im E-Commerce. FĂŒr Schweizer KMU mit EU-Kunden ist das relevant. Was wir standardmĂ€ssig in jedem Mandat berĂŒcksichtigen:

Kontrast Mindestens 4,5:1 fĂŒr normalen Text, 3:1 fĂŒr grossen Text. Wir prĂŒfen das visuell und mit Tools wie axe DevTools.
Tastatur-Navigation Alle interaktiven Elemente mĂŒssen ohne Maus erreichbar sein. Tab-Reihenfolge sinnvoll.
Semantik HTML-Tags richtig einsetzen: <button> fĂŒr Buttons, <a> fĂŒr Links, <nav> fĂŒr Navigation. Keine Div-Soup.
Alt-Texte Pflicht auf Bildern mit Inhaltsfunktion. Dekorative Bilder mit leerem alt="".
Formular-Labels Jedes Input-Feld hat ein sichtbares Label. Fehlermeldungen klar formuliert und visuell+textlich erkennbar.
Skip-Links «Zum Inhalt springen» fĂŒr Screenreader-Nutzende.
Standard WCAG 2.2 Level AA als Mindeststandard. AAA-Anspruch in Spezial-Mandaten.

Barrierefreiheit gehört 2026 zum seriösen Webauftritt, auch unabhÀngig vom BFSG-Geltungsbereich.

GPSR: Produktsicherheit ab Dezember 2024

Pflichtangaben fĂŒr jeden Online-Verkauf in die EU.

Die EU-Allgemeine Produktsicherheitsverordnung (GPSR) gilt seit 13. Dezember 2024. Sie betrifft jede Schweizer Webseite, die Produkte nach EU verkauft, und das ist im WooCommerce-Bereich praktisch jede.

Was Pflicht ist

  • Verantwortliche Person in der EU: Hersteller-Adresse oder bevollmĂ€chtigter Vertreter mit EU-Sitz
  • CH-Importeur-Adresse fĂŒr Schweizer Anbieter, die nach EU exportieren
  • Sicherheitswarnungen + Bedienungsanleitung auf der Produkt-Detail-Seite, in den Sprachen des Ziellandes
  • Identifikations-Daten: Hersteller-Name, Modell, Chargennummer wenn vorhanden
  • Meldekanal fĂŒr Verbrauchende bei Sicherheitsbedenken

Wir haben einen GPSR-konformen Produktdaten-Block fĂŒr WooCommerce, der diese Felder strukturiert verwaltet. Mehr dazu im Werkstatt-Eintrag WooCommerce.

Cybersicherheit-Hygiene fĂŒr KMU-Sites

Was wir in jedem WordPress-Setup standardmÀssig einrichten.

HTTPS ĂŒberall Let’s Encrypt oder Hoster-Zertifikat. Strict-Transport-Security (HSTS) als HTTP-Header.
Content-Security-Policy CSP-Header definiert, welche Ressourcen die Site laden darf. Das schĂŒtzt gegen XSS-Angriffe.
Login-HĂ€rtung Captcha auf wp-login.php, Limit-Login-Attempts, 2FA fĂŒr Admin-Accounts (TOTP via Authenticator-App), keine Auto-Login-Cookies lĂ€nger als nötig.
WordPress-Updates Automatische Minor-Updates aktiv. Major-Updates manuell nach Pre-Live-Test auf Staging.
Plugin-Hygiene Wenig Plugins, regelmÀssig auditiert. Verwaiste Plugins werden gelöscht (nicht nur deaktiviert).
Backups UpdraftPlus oder vergleichbar, mit tÀglichem Backup, Retention 30 Tage, externer Speicher (Infomaniak, AWS S3, Backblaze).
iThemes Security / Wordfence Eines der etablierten Security-Plugins, konfiguriert mit Datei-IntegritĂ€tsprĂŒfung, Login-Schutz, Brute-Force-Detection.
WAF (Web Application Firewall) Cloudflare oder Hoster-WAF blockt typische Angriffsmuster auf Server-Ebene, bevor sie WordPress erreichen.

Was wir nicht empfehlen: Plugin-Stack-Bloat. Manche Sites haben 30+ Security-, SEO-, Cache-, Backup-Plugins, die sich gegenseitig in die Quere kommen. Lieber weniger Plugins, sauber konfiguriert.

Unser Grundsatz

Keine Profilbildung. Anonymisierte Analytics. Bewusste Entscheidung.

Auf rundum.dog und in den meisten unserer Mandate gilt ein klares Prinzip: wir bilden keine Profile von Besuchenden. Das ist kein datenschutzrechtliches Minimum, sondern eine bewusste Wertentscheidung.

Was das im Bau bedeutet

  • Google Analytics 4 mit anonymisierter IP, ohne Google-Signals, ohne erweiterte Personalisierung
  • Cookies-Consent-Banner ehrlich: keine Dark-Pattern-Buttons, klare Opt-Out-Pfade
  • Keine Tracking-Pixel ohne expliziten Anlass (Meta-Pixel, TikTok-Pixel, LinkedIn Insight nur bei aktiven Kampagnen)
  • Server-side-Tracking wo möglich, statt Browser-side mit Drittanbieter-Cookies
  • Plausible Analytics oder Matomo als Alternativen, wenn Google-freier Stack gewĂŒnscht ist

Funktioniert das ohne Profile? Ja. Wir betreiben rundum.dog mit ~1 Mio. Sessions/Monat sauber ohne Profilbildung, mit klaren Konversions-Daten, die fĂŒrs GeschĂ€ft reichen. Was wir empfehlen, hat sich bei uns selbst bewĂ€hrt.

Tools, die wir verwenden

Datenschutz-bewusster Stack.

DatenschutzerklĂ€rung activeMind oder Datenschutzpartner als generierter Basis-Text, wir passen fĂŒr jeden Mandanten an.
Cookie-Consent Borlabs Cookie, Real Cookie Banner, oder Complianz: alle DSGVO/revDSG-konform, ohne Dark-Pattern.
Analytics Google Analytics 4 mit Anonymisierung, oder Matomo selbst-gehostet, oder Plausible Schweizer Server.
Security-Plugin iThemes Security Pro (was wir auf rundum.dog einsetzen) oder Wordfence.
Backup UpdraftPlus mit externem Speicher, oder hoster-eigene Backup-Lösungen (Infomaniak hat ein eigenes Backup-System).
Accessibility-Audit axe DevTools, Lighthouse, manuelle Tastatur-/Screenreader-Tests mit VoiceOver oder NVDA.
HĂ€ufige Fragen

Was wir oft gefragt werden und ehrlich beantworten.

Brauchen wir wirklich einen Cookie-Banner?

Wenn du Cookies setzt, die nicht technisch zwingend sind: ja. Tracking-Cookies, Marketing-Cookies, Analytics. Wer ausschliesslich Session-Cookies fĂŒr den Login nutzt, kann auf den Banner verzichten.

Reicht eine Standard-DatenschutzerklÀrung aus dem Generator?

Nein. Generator-Texte sind ein guter Ausgangspunkt, mĂŒssen aber an die tatsĂ€chlich eingesetzten Tools angepasst werden. Sonst stimmt die ErklĂ€rung mit der RealitĂ€t nicht ĂŒberein, und das ist ein revDSG-Problem.

Was passiert bei einem Datenschutz-Vorfall?

Meldepflicht innert 72 Stunden an den EDÖB (revDSG) bzw. die zustĂ€ndige Aufsichtsbehörde (DSGVO). Wir empfehlen einen vorbereiteten Krisen-Workflow. Das halten wir auch selbst so: nicht erst panisch nachschauen, was zu tun ist.

MĂŒssen wir BFSG einhalten, wenn wir nur Schweizer Kunden haben?

Das BFSG ist deutsches Recht und setzt die EU-Richtlinie 2019/882 um. Eine direkte Pflicht haben Schweizer Anbieter erst, wenn sie EU-Kunden bedienen (im E-Commerce ab gewissen Schwellenwerten). Wir empfehlen trotzdem WCAG 2.2 AA, weil Barrierefreiheit handwerklich zur sauberen Webseite gehört.

Brauchen wir eine 2FA fĂŒr alle Mitarbeitenden?

FĂŒr Admin-Accounts: ja. FĂŒr Editor- und Autor-Konten: empfohlen. FĂŒr Subscriber: nein. Wir richten 2FA standardmĂ€ssig fĂŒr Admin ein, optional fĂŒr alle anderen Rollen.

Wie hoch sind die Kosten fĂŒr Wartung + Sicherheit pro Monat?

Das hÀngt vom Umfang deiner Website ab. Zur Wartung gehören regelmÀssige Updates, Security-Monitoring, ein monatlicher Backup-Check, ein Plugin-Audit und kleinere Inhaltsanpassungen. Wir machen ein Angebot, sobald wir dein Projekt verstanden haben.

Was wir konkret bauen

Querverweis: /werkstatt/woocommerce/ · /werkstatt/auffindbarkeit/

Sicherheit und Datenschutz haben keine eigene Werkstatt-Seite. Sie sind in jedem Mandat Pflicht-Bestandteil, kein eigenstÀndiges Service-Angebot. Konkrete Implementations-Patterns siehst du in den passenden Werkstatt-EintrÀgen:

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Schreib uns oder ruf an.
Meist antwortet ein Mensch innerhalb eines Werktags.

Roger Klein
GeschĂ€ftsfĂŒhrer
E-Mail
info@dataloft.ch
Telefon
+41 52 511 05 05
Adresse
dataloft GmbH · Rietweg 1 · 8506 Lanzenneunforn TG