Der Instant-Messaging-Dienst Threema arbeitet an neuen Funktionen. Gleichzeitig fordern staatliche Sicherheitsbehörden einen Generalschlüssel zur Entschlüsselung privater Nachrichten. Wie geht Threema damit um?
Die Besonderheit an Threema
Threema ist ein Instant-Messenger aus der Schweiz. Das allein sagt schon einiges: Schweizer Software stellt traditionell höhere Anforderungen an den Datenschutz als viele Mitbewerber. Was Threema zusätzlich auszeichnet: Der Dienst ist auf Datenvermeidung ausgelegt. Du musst — anders als bei WhatsApp — nicht mal deine Telefonnummer angeben, um ihn zu nutzen.
Threema ist kostenpflichtig und läuft auf Android und iOS. Daneben gibt es eine Webanwendung («Threema Web»). Alle Kommunikation ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
Nachrichten und Daten speichert Threema nicht auf eigenen Servern — alles liegt auf den Endgeräten der Nutzenden.
Handy-Chat ohne Handynummer? Wie geht das?
Statt einer Telefonnummer bekommst du bei der Registrierung eine zufällig generierte ID. Diese lässt sich nicht auf dein Gerät zurückverfolgen — kein Anker, kein Profil, kein Datenpunkt.
Threema plant neues Feature
Threema entwickelt eine Multi-Device-Funktion. Die Herausforderung dabei ist nicht trivial: Der zwischengeschaltete Server darf auch bei mehreren verbundenen Geräten nichts über die verknüpften Identitäten erfahren.
Die Lösung: Die Haupt-ID wird um weitere Schlüssel ergänzt, die ein anonymisiertes Gruppierungsverfahren steuern. Der Threema-Server kann daraus keine Rückschlüsse ziehen.
Behörden beissen auf Granit
Staatliche Behörden forderten Threema auf, einen Hauptschlüssel zur Nachrichtenentschlüsselung bereitzustellen. Der Vorstand wies die Forderung zurück — und zwar mit einem schlichten Argument: Einen solchen Generalcode gibt es nicht.
Die Verschlüsselung findet auf den Endgeräten statt, nicht auf Threemas Servern. CEO Martin Blatter legte nach: Behördliche Anfragen, nach Gutdünken auf verschlüsselte Kommunikation zuzugreifen, zeigten vor allem, dass die Politik keinen besseren Weg finde, Bürgerinnen und Bürger zu schützen.