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Wie viel darf Cyber-Security kosten – und was ist sie wirklich wert?

Geschrieben von
Roger Klein
cyber security budget angriff

UnzĂ€hlige Studien ĂŒber die Kosten von Datenschutz-Pannen kursieren, nur wenige beschĂ€ftigen sich mit dem Vergleichswert fĂŒr Cyber-Security. Heute schauen wir uns eine IBM-Studie ĂŒber die Faktoren, die den Kostenpunkt von Datenlecks beeinflussen, genauer an. Wir sehen anhand einer Umfrage in der Schweiz, wie es um den Wissensstand ĂŒber Internetsicherheit und die SelbsteinschĂ€tzung bestellt ist. Und aus all diesen Erkenntnissen heraus befassen wir uns mit der Frage: Wie viel darf gute Cyber-Security kosten?

Das Vertrauen ins Internet sinkt

In einer Studie des Beratungsunternehmens «Accenture» gaben Befragte an, dass das Internet in Sicherheitsangelegenheiten immer instabiler werde. Ist das nur ein gefĂŒhlter Verdacht? Wohl kaum — gesammelte Werte fĂŒr Kosten von Cyberangriffen belegen die deutlich steigende Tendenz. Der Grund ist recht simpel: Je digitaler wir werden, desto mehr unterliegen wir den Bedingungen des Internets. Das Internet ist ein freier, weltweiter, ungebundener Raum — gut vergleichbar mit unruhigen GewĂ€ssern. Wir bauen DĂ€mme und BrĂŒcken, erfinden immer bessere Schiffe. Die totale Kontrolle erreichen wir nie.

Ein kompletter Vertrauensverlust wĂ€re ein herber RĂŒckschlag fĂŒr die gesamte Weltwirtschaft. Wohin fĂŒhrt unser Weg ohne Digitalisierung? Wir wĂŒrden eine Vielzahl neuer Vertriebswege verlieren, könnten uns nicht mehr international vernetzen — und uns wĂŒrden Massen an Informationsquellen verloren gehen.

Es gilt also, den «Gegnern» einen Schritt voraus zu sein. Die Feinde der Internetsicherheit sind Cyber-Kriminelle. Wer digital bleiben und sich dabei trotzdem sicher fĂŒhlen will, braucht eine verlĂ€ssliche und stetig mitwachsende Cyber-Security.

Cyber-Security: Ein Versicherungsprinzip

Bestimmt hast du schon mindestens einmal in deinem Leben irgendeine Versicherung abgeschlossen. Ähnlich wie ein Versicherungsvertrag ist Cyber-Security ein «immaterielles», also nicht mit HĂ€nden greifbares Produkt. Das ist wahrscheinlich gleichzeitig der Grund, warum viele einem Vertragsabschluss skeptisch gegenĂŒberstehen — wozu brauche ich eine Ware, mit der ich nichts anfangen kann, solange «nichts passiert»?

Unser Titelbild beschreibt dieses Kaufverhalten sehr treffend. Am Anfang wird eifrig gespart und jede MĂŒnze umgedreht. Dann passiert etwas — und plötzlich ist man regelrecht im Spendier-Wahn. Leider hat dieser psychologische Panik-Effekt nicht selten zur Folge, dass Kundinnen und Kunden absolut unnötige Fehlinvestitionen in Internet-Sicherheitsmassnahmen starten. Entweder sind die Massnahmen gnadenlos ĂŒberzogen — also nicht auf die GeschĂ€ftserfordernisse angepasst — oder sie werden mangels Fachkenntnissen fehlgeleitet. Sprich: Du kaufst das Produkt und bist spĂ€ter unzufrieden.

Der Gegenwert

Beginnen wir mit dem eigentlichen Wert von Cyber-Security. Wie bei einer Versicherung soll ein Sicherheitsdienst Dinge schĂŒtzen. Wenn wir uns auf besagte Studien berufen, reden wir schnell von BetrĂ€gen in Millionenhöhe. Der Durchschnittswert fĂŒr die Kosten eines Datenlecks liegt laut IBM bei 3,92 Millionen Dollar.

Wir haben ausgiebig mit dem Kosten-Kalkulator von IBM / Ponemon-Institut herumgespielt. Anhand des Reglers und diverser variabler Faktoren sehen wir, was die Kostentreiber und Kostensenker sind. Wer den echten Wert von Cyber-Security verstehen will, muss alle einzelnen Faktoren betrachten.

Auf Top 10 (von 10) steht das «Konsultieren von Beratern» mit 110.000 Dollar. Mit «Rush to notify» sind Zusatzkosten fĂŒr die Beschleunigung von Benachrichtigungen gemeint. Die ĂŒbrigen Kostentreiber bestehen aus zusĂ€tzlichen negativen EinflĂŒssen eines tatsĂ€chlichen Datenlecks — etwa vorher bestehende Verfahrensfehler oder ebenfalls betroffene Drittparteien. Zu den Top KostendĂ€mpfern gehören (auszugsweise):

  1. Aufstellung eines IR-Teams (-360 Tsd.)
  2. umfangreiche Nutzung von VerschlĂŒsselung (-360 Tsd.)
  3. umfangreiche Sicherheitstests (-320 Tsd.)
  4. Business Continuity Management (BCM) (-280 Tsd.)
  5. «DevSecOps» = Prozessverbesserungen im Bereich Softwareentwicklung und Administration (-280 Tsd.)
  6. Mitarbeiterschulungen (-270 Tsd.)
  7. Nutzung von Sicherheitsanalysen (-200 Tsd.)
  8. Data Loss Prevention (DLP), also Massnahmen gegen Datenverlust (-180 Tsd.)
  9. Versicherungsschutz (-160 Tsd.)
  10. Identify Theft Protection = Schutz gegen IdentitÀtsdiebstahl (-10 Tsd.)

Kostenaufstellung fĂŒr Cyber-Security

Anhand dieser Liste siehst du ungefĂ€hr, inwiefern sich eine Investition in Internetsicherheit auszahlen kann. Glaubst du, dass Massnahmen, die BetrĂ€ge in Millionenhöhe einsparen, zwangslĂ€ufig Ă€hnlich viel kosten mĂŒssen?

Leider nutzen viele Anbieter Unwissen und vor allem Angst der Verbraucher in diesem Punkt aus. So werden Dienste und Produkte verkauft, die du am Ende ĂŒberhaupt nicht benötigst. Eine Statista-Umfrage in der Schweiz ergab, dass der empfundene Wissensstand ĂŒber Cyber-Security eher bescheiden ist. Beinahe die HĂ€lfte der Befragten gibt an, wenig ĂŒber das Thema zu wissen.

Auch FachgeschĂ€fte helfen in Software-Fragen nicht immer zuverlĂ€ssig weiter. Privatpersonen greifen bevorzugt auf kostenlose Versionen von Virenscannern oder Firewall-Programmen zurĂŒck. Kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen begehen aus denselben GrĂŒnden dieselben Fehler.

Aufstellung eines Teams

Den allerersten Punkt mit dem grössten Sparpotenzial kannst du dir quasi «sparen»! Wenn du auf einen externen Berater zurĂŒckgreifst, musst du keine zusĂ€tzlichen Mitarbeiter einstellen (Durchschnittseinkommen von 78.000 CHF) oder vor Antritt erst intensiv einarbeiten (zufĂ€llige Auswahl eines Schulungsanbieters, ab 1.000 CHF pro geschultem Mitarbeiter).

Sicherheitstests und -Analysen

«Das grösste Risiko hinter einer Maschine ist der Benutzer» — so ein bekanntes Sprichwort. Ein Dienstleister fĂŒr Cyber-Security fĂŒhrt Sicherheitstests am besten auf mehreren verschiedenen Wegen durch: Zum einen generiert er TestfĂ€lle fĂŒr dein System. Erkennt der vorhandene Virenscanner eingehende Schadsoftware? Greifen alle Sicherheitseinstellungen der Firewall, sind diese korrekt gesetzt? Zum anderen prĂŒft er auch die Reaktionen deiner Mitarbeitenden. Öffnen sie Links in Phishing-Mails oder laden sie infizierte AnhĂ€nge herunter?

Solche Tests mĂŒssen nicht gleich ĂŒber 300 Tausend Dollar kosten. Ein seriöser Anbieter bringt ein umfangreiches Repertoire sowohl vorgefertigter als auch individuell abgestimmter TestfĂ€lle mit — abhĂ€ngig von der Anzahl kostet das nur wenige CHF pro «StĂŒck». Die entsprechenden Analysen sind dabei am besten schon enthalten.

BCM und DevSecOps

Wenn wir der obigen Tabelle blind vertrauen, mĂŒsstest du demzufolge umgerechnet etwa 546 Tsd. CHF in Cyber-Security investieren? Nicht bei uns. In unserer Beratung sind eine Umstellungshilfe und entsprechende Empfehlungen bereits enthalten. Statt eine eigene Software-Neuentwicklung zeit- und kostenintensiv auf die Beine zu stellen, greifst du auf bereits getestete und verifizierte Produkte zurĂŒck.

VerschlĂŒsselung, DLP und Identify Theft Protection

In Summe mit einem Gegenwert von etwa 536 Tsd. CHF sind diese drei Kostenpunkte in Wahrheit die gĂŒnstigen. Der Grund: Ein relevanter Cyber-Security-Dienst mit sicherer VerschlĂŒsselung sorgt automatisch dafĂŒr, dass deine Daten sowohl gegen Verlust als auch gegen Diebstahl geschĂŒtzt sind. Unseren Datenraum zum Beispiel kannst du sogar kostenlos testen. Bei Zufriedenheit beginnt die Preisspanne bei gerade mal 24,90 CHF.

Schulungen

Die regelmĂ€ssige Weiterbildung von Mitarbeitenden ist leider immer noch ein viel zu unterschĂ€tztes Gut. «Der Mensch ist die wichtigste Ressource» — das besagen vertraute Sprichwörter aus den Bereichen Religion, Wissenschaft und Politik, und ja, sogar Technik. Wer seine Angestellten fördert, erfĂ€hrt nicht nur einen starken Vertrauensbonus — er sorgt erwiesenermassen auch fĂŒr wachsende Bindung und lang anhaltende Motivation. Und nicht zuletzt investiert er mit Schulungen im Bereich Cyber-Security in nachhaltige Unternehmenssicherheit.

Will sich ein Mitarbeiter privat weiterbilden, kosten Online-Seminare oder Fernstudien gut und gerne mehrere Tausend CHF pro Kopf. Entscheidet sich die GeschĂ€ftsfĂŒhrung hingegen fĂŒr eine zentrale Weiterbildung, verteilen sich die Kosten viel effizienter. Diese Variante hat ausserdem den Vorteil, dass alle Schulungsteilnehmenden garantiert denselben Wissensstand erreichen. Über intensivere Einzelcoachings können zudem ganz neue Expertenteams im eigenen Betrieb gebildet werden.

Kosten-Nutzen-Rechnung Cyber-Security: Ein Résumé

Wie eingangs beschrieben, sind die Massnahmen in der RealitĂ€t oft unverhĂ€ltnismĂ€ssig. Kein Wunder also, dass das Vertrauen in die Internetsicherheit — und damit das Internet an sich — mehr und mehr verloren zu gehen scheint. Die gerechtfertigte Investitionshöhe lĂ€sst sich dabei mit der Beantwortung einer einzigen Frage festlegen:

Wie hoch ist der Bedarf?

  • Ein Einzelunternehmen braucht kein riesiges Expertenteam.
  • Personenbezogene Daten mĂŒssen sensibler verwaltet und betreut werden als sachliche Daten.
  • Je grösser das angeschlossene Netzwerk, desto grösser die potenzielle AngriffsflĂ€che — dementsprechend besser mĂŒssen die Sicherheitsvorkehrungen sein.
  • Kostenlose Services oder Softwares sind nicht zwangslĂ€ufig schlecht. In der Regel sind sie aber nicht auf den individuellen Bedarf anpassbar.
  • «Wo gehobelt wird, da fallen SpĂ€ne» — Fehler und Irren sind menschlich. Die Sicherheit kann mit der Sensibilisierung der Mitarbeitenden stehen und fallen. Je grösser die Belegschaft, desto höher das Potenzial — auf beiden Seiten.
  • Versicherungen, die den «Ernstfall» absichern, stellen keinen Schutz dagegen dar — sie zahlen nur fĂŒr die Folgen.
  • Gerade fĂŒr «immaterielle» Produkte brauchst du einen zuverlĂ€ssigen — und möglichst einheitlichen — Ansprechpartner, und zwar auf Augenhöhe.
  • Deine Zufriedenheit sollte immer im Vordergrund stehen. Wenn du kein gutes GefĂŒhl hast, ist das ein Indiz fĂŒr ein «Nein». Dasselbe gilt fĂŒr offen bleibende Fragen oder versteckte Kosten.

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Themen: IT-SicherheitKennzahlenProjektmanagement

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Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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