5 Tipps für ein optimales Backup

Geschrieben von
Roger Klein
Backup erstellen mit dem Datacenter

Backups gehören in der Unternehmenswelt schon lange als fester Bestandteil zur IT-Infrastruktur. Für private Haushalte lohnt sich die Datensicherung genauso. Sie muss aber richtig durchgeführt werden. Hier sind fünf Tipps dafür.

Ein Wort vorweg: Datensicherung ist Pflicht, keine Kür

Manche Anwender betrachten die Datensicherung noch immer als optional — etwas, das man durchführen kann, aber nicht muss. Das ist falsch. Sicherheitsbewusste Unternehmen und Privatanwender sichern ihre Daten längst regelmässig und in einem festen Turnus. Die zwei wichtigsten Gründe:

  • #1: Ein schwerer Hardwaredefekt erschwert den Zugriff auf gespeicherte Daten enorm. Manchmal ist er schlicht unmöglich.
  • #2: Erpressungstrojaner kursieren immer häufiger. Wer seine Daten vor wenigen Stunden oder Minuten gesichert hat, muss auf Lösegeldforderungen nicht eingehen.

Betroffen sind nicht nur Firmen. Auch für Privatanwender schmerzt Datenverlust — Hochzeitsfotos oder Reisebilder, die unwiderruflich weg sind. Das solltest du nicht riskieren. Hier unsere fünf Tipps für die optimale Datensicherung:

#1: Jedes einzelne Backup ist gut, doch zwei oder drei sind noch besser

Wer die 3-2-1-Regel kennt, versteht diesen Satz sofort. Drei Sicherungskopien, verteilt auf zwei Datenträgern, von denen einer ausser Haus aufbewahrt wird. Selbst wenn das Büro abbrennt oder einen Wasserschaden erleidet — bei einem Kellerbüro genügt ein Rohrbruch — gehen keine Daten unwiderruflich verloren. Die Kopie ausser Haus bleibt.

Gängiges Speichermedium ist heute die externe Festplatte, aber auch CDs, DVDs oder USB-Sticks funktionieren. Egal welches Medium du wählst: Qualität zählt. Nichts wäre ärgerlicher, als eine Backup-DVD nicht lesen zu können. Bei der Datensicherung ist Geiz fehl am Platz. Markenprodukte gewährleisten das Recovery auch nach Jahren — für Familienfotos das häufigste Szenario. Gratis-Tools oder experimentelle Techniken sind hier nicht empfehlenswert.

Die Backup-Träger sollten ausserdem nicht alle vom gleichen Hersteller stammen. Manchmal liefert ein Hersteller eine fehlerhafte Charge aus. Mit Trägern verschiedener Anbieter bist du auf der sicheren Seite.

Zusätzlich empfiehlt sich eine verschlüsselte Cloud-Sicherung. Es gibt inzwischen preisgünstige Angebote, die weniger kosten als ein physischer Datenträger. Wer der Cloud skeptisch gegenübersteht: Durch die mehrfache Speicherung — auch auf physischen Trägern — bleibt das Risiko überschaubar. Innereuropäische Cloud-Anbieter sind zu bevorzugen, denn ausserhalb Europas gelten andere Datenschutzgesetze. Gerade für Firmen ist der Schutz unter der EU-Gesetzgebung sinnvoll. Und ja, auch eine Cloud kann von Trojanern angegriffen werden. Idealerweise ist sie daher nicht permanent online, sondern geht nur während des Speicher- oder Recovery-Vorgangs via SFTP ins Netz.

#2: Datensicherung regelmässig kontrollieren

Nach jeder Sicherung solltest du prüfen, ob die Daten tatsächlich übertragen wurden. Bei täglichen Sicherungen klingt das lästig — Stichproben auf jedem Datenträger reichen aber aus. Kurz den Anfang, die Mitte und das Ende anspielen. Wenn ein physisches Speichermedium oder ein Schreib-/Lesegerät einmal nicht funktionstüchtig ist, fällt das so sofort auf.

#3: Backuptechnik auf aktuellem Stand

Neue Backuptechniken und -medien erscheinen laufend — nicht jede Innovation muss sofort eingesetzt werden, manchmal ist sie noch nicht ausgereift. Aber die Technik sollte einem aktuellen Stand entsprechen. Daten auf Disketten zu sichern käme heute niemand mehr in den Sinn, auch wenn vereinzelt noch Laufwerke und Disketten existieren.

Festplatten halten nicht ewig. Die Kontakte ihrer Anschlussframes verbiegen sich mit der Zeit. DVD-Rohlinge auch nicht — bei perfekter Aufbewahrung geht man von höchstens 30 Jahren aus, Hersteller nennen aus Sicherheitsgründen oft kürzere Fristen wie 20 Jahre. Das US-Institut NIST (National Institute of Standards and Technology) untersuchte den Verschleiss von Datenträgern auch ohne Benutzung und kam bei DVD-Rohlingen auf einen Durchschnittswert von 30 Jahren.

Dazu kommt: Technik entwickelt sich. Wir sehen das bei der Haushaltselektronik — der sukzessive Übergang von Scart- zu HDMI-Anschlüssen ist ein Beispiel. Viele Änderungen wirken unspektakulär, aber ältere Sicherungen könnten irgendwann nicht mehr lesbar sein — nicht weil die Daten beschädigt sind, sondern weil kein passendes Lesegerät mehr existiert. Sicherungskopien, die Jahrzehnte überdauern sollen — Hochzeitsfotos sind der Klassiker — sind davon besonders betroffen.

#4: RAID ist keine Datensicherung

RAID-Systeme (Redundant Array of Independent Disks) sind Mehrplattensysteme: mehrere Festplatten, unabhängig angeordnet und miteinander verbunden. Das gängigste ist RAID 5, bei dem Daten auf fünf Festplatten verteilt werden. RAID 1 spiegelt sie direkt auf eine weitere Festplatte. Fällt eine Festplatte aus, funktionieren die anderen weiterhin. Trotzdem ist Datenverlust möglich:

  • Daten wurden von Anfang an fehlerhaft übertragen.
  • Das gesamte System ist virenverseucht.
  • Ein Softwarefehler tritt auf.
  • Jemand löscht versehentlich das gesamte RAID-System per Formatierung.
  • Mehrere Festplatten fallen gleichzeitig oder nacheinander aus — durch Hitzeschaden, Wasserschaden, Überspannung oder Hardwarefehler.

RAID-Systeme sind keine Backup-Systeme. Ihre Aufgabe ist die Verteilung grosser Datenmengen und der Schutz vor einzelnen Hardwarefehlern. Sie erlauben den Austausch einer Festplatte ohne Unterbrechung des Betriebs und zeigen Defekte per Signalleuchte oder Warnton an. Als Datensicherungssystem sind sie nicht konzipiert.

#5: Rücksicherung nicht an denselben Ort

Es liegt nahe, das Recovery dorthin zu schicken, wo die Originaldaten liegen — Daten wären dann immer auf demselben Pfad. Das ist aber riskant: Ein fehlerhaftes Recovery überschreibt die intakten Originaldaten. Vorsichtige Administratoren wählen daher einen anderen Ort und schreiben die Pfade nötigenfalls neu. Nach dem Recovery lohnt sich eine Prüfung, ob alle Daten korrekt sind — auch der Zeitstempel ist dabei interessant.

Tags: DatensicherheitGuide
Über die Autor:in

Roger Klein

Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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