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Abwehr gegen gehackte Website – Die Google-Webmaster-Hilfe einfach erklĂ€rt

Geschrieben von
Roger Klein
Identitat Digital Security Hacker

In der Google-Suche erscheinen unterhalb deiner Website Meldungen wie «Diese Website kann deinen Computer beschĂ€digen» oder «Diese Website wurde möglicherweise gehackt»? Dann handelt es sich bei deiner Homepage offenbar um eine gehackte Website. Oft fĂ€llt das gar nicht auf – durch unerlaubte Änderungen befinden sich auf betroffenen Seiten neue Inhalte, die mit Phishing, Malware oder Spam auf Datendiebstahl abzielen.

Auch das sogenannte «Cloaking» ist eine typische Hacker-Methode: Suchmaschinen-Nutzern werden in den Ergebnissen andere Inhalte angezeigt als dem eigentlichen Besucher. In einem Google-Beispiel wurde so aus einem Anbieter von Handelswaren plötzlich ein angeblicher Arzneimittel-Lieferant.

Braucht man Technik-Profi-Kenntnisse, um eine gehackte Website zu bereinigen? Nein. Mit der Google-Hilfe fĂŒr Webmaster finden sich nĂŒtzliche Anleitungen – fĂŒr Einsteiger wie fĂŒr Fortgeschrittene. Diesen Beitrag haben wir geschrieben, um das umfangreiche Thema auf das Wesentliche zu bringen.

Gehackte Website: Die Schritt-fĂŒr-Schritt Anleitung

Auf der Google-Hilfeseite findest du Hack-Indizien und eine Anleitung mit acht Schritten. Da Schritt 1 eine Einleitung ist, befassen wir uns hauptsĂ€chlich mit den verbleibenden sieben. Um dieselbe Schrittzahl zu wahren, teilen wir die Übersicht so auf:

  1. Kontakt
  2. QuarantÀne
  3. Google Search Console
  4. Begutachtung
  5. Identifizieren von SicherheitslĂŒcken
  6. Bereinigung und Instandhaltung
  7. ÜberprĂŒfung
  8. Abschliessende Schritte

Schritt 1: Kontakt aufnehmen

Als Website-Betreiber weisst du, wer dein Webhost-Provider ist. Informiere ihn in jedem Fall ĂŒber den Hack – manche Anbieter bieten sogar von sich aus professionelle UnterstĂŒtzung an. Je nach Reaktion und Hilfsbereitschaft lohnt es sich, ĂŒber einen Anbieterwechsel nachzudenken.

Auch das Diskussionsforum der Google Webmaster Hilfe enthĂ€lt eine Kategorie «Gehackte Websites». Austausch mit anderen Mitgliedern und die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen, sind beliebte Hilfsmittel. Vielleicht kennst du auch andere Communities, die das Thema behandeln – Hauptsache, die Quellen sind seriös. Frag im Bekannten- und Freundeskreis nach Erfahrungen und Empfehlungen. Wenn gar nichts weiterfĂŒhrt, zieh externe Spezialisten hinzu.

Schritt 2: Gehackte Website unter QuarantÀne stellen

Die gehackte Website muss zunĂ€chst offline gehen – nur so werden weitere Angriffe unterbunden und Besuchende kommen nicht mit schĂ€dlichen Inhalten in BerĂŒhrung.

Stoppe den Webserver oder trage in den DNS-Einstellungen einen Verweis auf eine statische Seite eines anderen Servers ein. Dieser Verweis muss den HTTP-Antwortcode 503 verwenden. Wichtig: Die RĂŒckmeldung muss von ausserhalb des gehackten Servers kommen, da auf dem eigenen Server noch infizierte Inhalte ausgeliefert werden können.

Manchmal hilft bei diesem Schritt auch der Webhost-Provider. Das ist ein weiterer Grund, Schritt 1 nicht zu ĂŒberspringen. Ausserdem gilt: Die beste Bereinigung hilft wenig, wenn der Provider selbst kompromittiert ist – in dem Fall muss man direkt mit dem Anbieter zusammenarbeiten.

Schritt 3: PrĂŒfung ĂŒber die Google Search Console

PrĂŒfe in der Search Console zunĂ€chst die Inhaberschaft und alle aufgefĂŒhrten Nutzer. Schon hier zeigt sich, ob ein Angreifer zugange war. Lösche alle unberechtigten EintrĂ€ge – notiere dir die Daten aber vorher. Hat sich die Inhaberschaft verĂ€ndert, wird es etwas aufwĂ€ndiger: Dann musst du sowohl den angeblichen Inhaber als auch die zugehörigen Authentifizierungseinstellungen zurĂŒcksetzen.

Auch die Bereiche Einstellungen und Google-Index liefern mögliche Hinweise auf unberechtigte EintrÀge. Die Faustregel: Was du nicht selbst eingetragen hast, ist verdÀchtig.

Schritt 4: Art des Angriffs bestimmen bzw. Schaden begutachten

Es gibt vor allem zwei Meldungen, die auf eine gehackte Website hinweisen:

  1. «Diese Website kann deinen Computer beschÀdigen»: Hintergrund ist Spam-Befall.
  2. «Diese Website wurde möglicherweise gehackt»: Hier wurde mit Malware gearbeitet.

Dieser Schritt spielt sich weiterhin in der Google Search Console ab. Das Nachrichtencenter und die Sicherheitsprobleme geben Auskunft darĂŒber, ob deine Website fĂŒr Spam, Phishing oder Malware missbraucht wird. Wird dort nichts angezeigt, prĂŒfe selbst ĂŒber eine eigene Google-Suche nach deiner Website. Auch ohne Hinweis im Center kannst du die Webmaster-Tools fĂŒr Sicherheitsprobleme aufrufen – dort findest du Anleitungen zu bekannten Hacking-Kampagnen und deren Behebung.

Schritt 5: SicherheitslĂŒcken aufdecken

Gehackte Websites haben meistens SicherheitslĂŒcken. FĂŒnf Fragen helfen dabei, sie aufzuspĂŒren:

  1. Ist der Administrator-Rechner von Viren befallen? Egal ob ja oder nein – die regelmĂ€ssige PrĂŒfung und Bereinigung gehören zum Pflichtprogramm.
  2. Sind alle genutzten Passwörter sicher? LĂ€nge, Kombinatorik aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen sowie Gross-/Kleinschreibung spielen eine Rolle – und jedes Passwort sollte ein Unikat sein.
  3. Veraltete Software ist ein Sicherheitsrisiko. RegelmÀssige Updates gehören ebenfalls zum Pflichtprogramm.
  4. Offene Weiterleitungen: Unterbinde in der Codierung Weiterleitungen ausserhalb der eigenen Domain – oder signiere sie zumindest entsprechend.
  5. PrĂŒfe die Datenbank auf SQL-Einschleusung. Suche nach verdĂ€chtigen Werten und Inhalten. Nutzereingaben sollten generell vor der Datenbankverarbeitung validiert werden.

Schritt 6: Bereinigung und Instandhaltung der gehackten Website

Vor der Wiederherstellung gilt es, bestehende unternehmerische und gesetzliche Richtlinien einzuhalten. Bei neuen und sichtbaren URLs bietet Google die Möglichkeit, Treffer aus den Suchergebnissen entfernen zu lassen. Die neue Positionierung in der Suche lĂ€sst sich optional beschleunigen, indem du Google signalisierst, dass die Website kĂŒrzlich ergĂ€nzt oder geĂ€ndert wurde.

Ein zentraler Faktor der Bereinigung ist die Datensicherung. Egal ob eine saubere aktuelle Sicherung, eine saubere aber veraltete oder gar keine vorliegt – die Bereinigung sollte auf einer neuen Kopie erfolgen, nicht direkt auf dem infizierten Server.

Zur Instandhaltung empfiehlt Google, veraltete Software zu löschen. Was keinen aktiven Zweck erfĂŒllt, gehört entfernt. Bei Neuinstallationen gilt: Sie sind grundsĂ€tzlich besser als fortlaufende Updates. FĂŒr die Zukunft lohnt sich ein Wartungsplan – mit automatisierten Datensicherungen, regelmĂ€ssigen Aktualisierungen und klaren Sicherheitsrichtlinien fĂŒr alle Anwenderinnen und Anwender, etwa strengere Passwortregeln.

Schritt 7: ÜberprĂŒfung

Wurden alle Schritte sorgfÀltig eingehalten und die gehackte Website mithilfe der Webmaster-Tool-Anleitungen erfolgreich behandelt? Dann kann die Website wieder online gehen.

Über die Google Search Console lĂ€sst sich eine offizielle ÜberprĂŒfung anfordern. In einem kurzen Formular legst du dar, welche Massnahmen du unternommen hast. Je nach Art des Hacks – Spam, Phishing oder Malware – kann es zwischen einem Tag und mehreren Wochen dauern, bis das offizielle «OK» zurĂŒckkommt, da das Google-Team manche Methoden manuell prĂŒfen muss.

Was nach dem Hack bleibt

Nach erfolgreicher PrĂŒfung geht die Website binnen 72 Stunden wieder online. Kommt eine negative Antwort, bietet Google UnterstĂŒtzung fĂŒr die nĂ€chste Untersuchung.

Auch wenn alles gut verlaufen ist: Ein Selbsttest schadet nie. Nutze die Google-Suche, schau dir die Treffer genau an, lade die Seite probeweise und teste die Links. Ausserdem empfiehlt Google – und wir schliessen uns an – Schritt 5 und 6 dauerhaft im Blick zu behalten: SicherheitslĂŒcken kennen, Fokus auf Instandhaltung.

Themen: GoogleGuideWebseite

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Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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