Die unerwünschten Nebeneffekte vom Google Shopping Bot

Geschrieben von
Roger Klein
Google Shopping

Vielleicht hast du in der Google-Suche schon einmal den Filter für Shopping verwendet. Betreiber von Webshops können Google entlohnen, um in diesem Bereich ihre Werbeanzeigen zu schalten. Google wählt für die Anzeige der Treffer einen Mix aus bezahlter Werbung und der höchsten Relevanz gemäss deiner Sucheingabe. Der Bot dahinter tut jedoch gelegentlich Dinge, die für Webshops unerwünschte Nebenwirkungen mitbringen.

Google Shopping für den Preisvergleich

Die Google-Hilfe erklärt die Shopping-Funktion so: Als Suchender erhältst du eine Mischung aus bezahlter Werbung und weiteren relevanten Angeboten. Die bezahlte Werbeanzeige landet damit nicht automatisch oben im Ranking — auch die Relevanz spielt eine wesentliche Rolle. Passt das Angebot des Webshops zur Suchanfrage?

Webshops handeln gewerblich. Daher müssen sie diverse Richtlinien von Google einhalten, um ihre Artikel im Shopping-Bereich überhaupt anzeigen zu dürfen.

Der Nutzer will dabei nicht nur den Artikel sehen, sondern braucht konkrete Informationen: Wie ist der Preis? Ist der Artikel auf Lager? Bei Mode: Welche Grössen gibt es? Die Webshops müssen derlei Angaben hinterlegen, um bei Google Shopping mitspielen zu können.

So arbeitet der Google Bot

Der Google Bot crawlt nach der Suche die gefundenen Webseiten — im Shopping-Bereich also Webshops. Sobald der Betreiber den Richtlinien zustimmt (und das muss er, um Anzeigen zu schalten), erklärt er sich bereit, Google alle nötigen Produktinformationen zur Verfügung zu stellen. Der Bot zieht sich alles Relevante und gibt es an den Endnutzer weiter.

Um die gefundenen Informationen auch innerhalb der Suchtreffer korrekt darzustellen, tut der Google Bot jedoch noch etwas.

Google Bot tätigt Fake-Einkäufe

Webshop-Betreiber stellten fest, dass es vermehrt zu Abbrüchen in ihren Kaufvorgängen kam. Nach näherer Recherche machten sie einen immer gleich agierenden „Übeltäter“ aus: einen Kunden namens John Smith. Wer war dieser Käufer, der immer wieder Produkte in den Warenkorb legte, dann aber vor dem Kauf absprang?

Es stellte sich heraus: John Smith ist in Wahrheit der Google-Bot. Um Preisinformationen korrekt auszugeben, legt er Produkte in den Warenkorb — so stellt er sicher, dass der angezeigte Preis auch beim effektiven Kauf stimmt.

An sich eine gut gemeinte Idee. Schliesslich soll der Nutzer nicht mehr bezahlen, als er in der Suche gesehen hat. Für Webshop-Betreiber hat dieses automatisierte Vorgehen jedoch konkrete Nachteile: Die echte Konversionsrate sinkt, die Abbruchrate steigt.

Marketer können Google Shopping Bot nicht blockieren

Ebenso problematisch: Marketer können den Bot nicht davon abhalten, solche Schein-Einkäufe zu tätigen. Wer weiter Anzeigen im Shopping-Bereich schalten will, muss den Google-Richtlinien zustimmen — und genau diese sehen den Preisvergleich durch den Bot vor.

Eine vollständige Blockierung ist nicht möglich. Das Crawling des Google Bots lässt sich jedoch einschränken: Webshop-Betreiber können entsprechende Einstellungen in der robots.txt ihres Webservers vornehmen. Der Crawler nennt sich „Googlebot“ und kann dort per User-Agent auf erlaubt oder „disallow“ gesetzt werden. Eine solche Einschränkung kann allerdings zu Verlusten im Ranking führen.

Tags: AdvertisingGoogleSuchmaschine
Über die Autor:in

Roger Klein

Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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