Fake News zwingen What’s App in der Corona-Krise zum Handeln

Geschrieben von
Roger Klein
WhatsApp Pay

Fake News im Web: Online tummeln sich unzählige Informationen rund um COVID-19, nicht wenige davon aus wenig vertrauenswürdigen Quellen. Manche Fehlinformationen dienen nur der Schadenfreude – andere richten echten Schaden an.

Verbreitung über What’s App

Der Instant-Messaging-Dienst ist kaum jemandem unbekannt: Mit rund zwei Milliarden monatlich aktiven Nutzern weltweit steht What’s App an der Spitze solcher Dienste. Die 2-Milliarden-Grenze knackte What’s App erstmals im Februar 2020 – ein Zusammenhang mit der Corona-Pandemie liegt nahe. Direkte soziale Kontakte waren weitgehend untersagt, viele griffen auf Chat und Videoanrufe aus.

What’s App bietet dabei mehr als nur Messaging:

  • Dateien senden und empfangen (Videos, Bilder, GIFs)
  • Kontaktdaten als Visitenkarte teilen
  • Fotos, Videos und Audio direkt aufnehmen
  • den eigenen Standort teilen
  • Profilverwaltung und Status-Meldungen
  • Favoriten anlegen (Kontakte, Nachrichten, Dateien)
  • Gruppen-Kommunikation

Alles, was du erhältst, lässt sich mit wenigen Klicks weiterleiten – an beliebig viele Empfänger, beliebig oft. Mit wachsender Nutzerzahl stieg die Verbreitung von Fake News entsprechend rasant an.

Was genau sind Fake News?

Übersetzt heisst es schlicht: falsche Nachrichten. Im heutigen Sprachgebrauch kommen Manipulation und Vortäuschung dazu. Die englische Bezeichnung wurde 2017 in den Duden aufgenommen – mit Bezug auf Medien, Internet und Social Media. Kurz gefasst: Fake News sind Falschmeldungen.

Was macht Fake News gefährlich?

Ein virales Video ist für sich genommen harmlos. In der Corona-Krise schürten Falschmeldungen aber gezielt Angst – mit spürbaren Folgen im Alltag: Panik vor Engpässen löste Hamsterkäufe aus, Fake Shops schossen aus dem Boden. Wer ständig mit Fehlinformationen konfrontiert wird, kann irgendwann nicht mehr einschätzen, welche Nachrichten oder Anbieter seriös sind. Das trifft auch echte Unternehmen – ihre Vertrauenswürdigkeit leidet mit. Am Ende hat übermässige Fake-News-Verbreitung Auswirkungen auf die gesamte Marktwirtschaft.

Wie What’s App gegen Fake News vorgehen will

Für den 07.04.2020 wurde ein umfangreiches Update angekündigt, das die Verbreitung von Fake News eindämmen soll. What’s App hatte bereits vorher Mechanismen eingebaut, um Kommunikation sicherer zu gestalten und das Weiterleiten von Inhalten zu regulieren.

Datenschutz bleibt dabei zentral: Die End-to-End-Verschlüsselung stellt sicher, dass auch What’s App selbst keine Nachrichteninhalte lesen kann. Um Fake News zu bekämpfen, greift das System nur auf Metadaten zurück – also auf Informationen über den Ursprung von Bildern, Videos oder Links, nicht auf deren Inhalt.

Die neuen Anti-Fake-News Funktionen im Detail

  1. What’s App begrenzt die maximale Weiterleitungsanzahl pro Nachricht auf 5 Mal. Vorher gab es keine Einschränkung.
  2. Bereits mehrfach weitergeleitete Nachrichten erscheinen im Chat mit doppelten Pfeilen – so erkennst du auf einen Blick, dass der Inhalt nicht neu ist.
  3. Über ein neues Lupen-Symbol kannst du direkt eine Google-Suche starten und prüfen, ob ein Inhalt als Falschmeldung bekannt ist. Voraussetzung: Der Inhalt kursiert bereits irgendwo online.
  4. Eine neue Regelung zum automatischen Download soll verhindern, dass verdächtige Dateien ungeprüft auf deinem Smartphone landen.
  5. Ein automatischer Lösch-Modus entfernt unliebsame Nachrichten. Als Administrator kannst du die Löschfristen weiterhin selbst festlegen – gewollte Inhalte werden nicht einfach entfernt.

Wie kann ich mich (noch) gegen Fake News wehren?

What’s App nimmt dir keine Rechte weg. Alle neuen Funktionen basieren auf manueller Nutzung – du entscheidest, ob und wie du sie einsetzt. Je nach Betriebssystem und Smartphone-Modell kann es sein, dass dir noch nicht alle Funktionen mit dem aktuellsten Update zur Verfügung stehen. Unabhängig davon gibt es einiges, was du selbst tun kannst:

  • Halte deine Software grundsätzlich aktuell. Updates schliessen nicht nur Sicherheitslücken, sondern bringen oft auch neue Schutzmechanismen gegen Fake News.
  • Vertrau Absendern fragwürdiger Nachrichten nicht blind – egal auf welchem Kanal.
  • Recherchiere kurz selbst, bevor du Anhänge oder Links öffnest. Bei bekannten Fake News findest du in der Regel schnell Treffer.
  • Wenn ein Kontakt selbst – vielleicht unfreiwillig – Fake News weiterverbreitet: Sprich ihn direkt an und bitte ihn, das künftig zu unterlassen.
  • Ungewollte Kontaktversuche lassen sich über Blockier-Funktionen oder eine Blacklist unterbinden.
  • Und das Wichtigste: Leite Falschmeldungen nicht weiter. Ob du selbst über einen viralen Unsinn lachen kannst, ist deine Sache – aber trag nicht zur Verbreitung bei. Andere fallen darauf herein.

Ich will nicht auf das automatische Update warten – was tun?

Wer nicht auf den automatischen Download warten will, kann das Update manuell anstossen:

  1. Öffne die What’s App App.
  2. Geh in die Einstellungen, dann zu HilfeApp-Info. Dort siehst du die aktuell installierte Version. Ist ein Update verfügbar, wird es dir angezeigt und lässt sich direkt herunterladen.
  3. Alternativ: Öffne deinen App-Store. Bei Google Play findest du verfügbare Updates unter «Meine Apps und Spiele» im Reiter Updates. Bei iOS entfällt dieser Zwischenschritt.
  4. Damit das künftig automatisch läuft, richte unter Automatische App-Updates eine entsprechende Standardeinstellung ein – das lässt sich jederzeit wieder ändern.
Tags: AppCybercrimeMobile Geräte
Über die Autor:in

Roger Klein

Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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