Fake News im Web: Online tummeln sich unzĂ€hlige Informationen rund um COVID-19, nicht wenige davon aus wenig vertrauenswĂŒrdigen Quellen. Manche Fehlinformationen dienen nur der Schadenfreude â andere richten echten Schaden an.
Verbreitung ĂŒber What’s App
Der Instant-Messaging-Dienst ist kaum jemandem unbekannt: Mit rund zwei Milliarden monatlich aktiven Nutzern weltweit steht What’s App an der Spitze solcher Dienste. Die 2-Milliarden-Grenze knackte What’s App erstmals im Februar 2020 â ein Zusammenhang mit der Corona-Pandemie liegt nahe. Direkte soziale Kontakte waren weitgehend untersagt, viele griffen auf Chat und Videoanrufe aus.
What’s App bietet dabei mehr als nur Messaging:
- Dateien senden und empfangen (Videos, Bilder, GIFs)
- Kontaktdaten als Visitenkarte teilen
- Fotos, Videos und Audio direkt aufnehmen
- den eigenen Standort teilen
- Profilverwaltung und Status-Meldungen
- Favoriten anlegen (Kontakte, Nachrichten, Dateien)
- Gruppen-Kommunikation
Alles, was du erhĂ€ltst, lĂ€sst sich mit wenigen Klicks weiterleiten â an beliebig viele EmpfĂ€nger, beliebig oft. Mit wachsender Nutzerzahl stieg die Verbreitung von Fake News entsprechend rasant an.
Was genau sind Fake News?
Ăbersetzt heisst es schlicht: falsche Nachrichten. Im heutigen Sprachgebrauch kommen Manipulation und VortĂ€uschung dazu. Die englische Bezeichnung wurde 2017 in den Duden aufgenommen â mit Bezug auf Medien, Internet und Social Media. Kurz gefasst: Fake News sind Falschmeldungen.
Was macht Fake News gefÀhrlich?
Ein virales Video ist fĂŒr sich genommen harmlos. In der Corona-Krise schĂŒrten Falschmeldungen aber gezielt Angst â mit spĂŒrbaren Folgen im Alltag: Panik vor EngpĂ€ssen löste HamsterkĂ€ufe aus, Fake Shops schossen aus dem Boden. Wer stĂ€ndig mit Fehlinformationen konfrontiert wird, kann irgendwann nicht mehr einschĂ€tzen, welche Nachrichten oder Anbieter seriös sind. Das trifft auch echte Unternehmen â ihre VertrauenswĂŒrdigkeit leidet mit. Am Ende hat ĂŒbermĂ€ssige Fake-News-Verbreitung Auswirkungen auf die gesamte Marktwirtschaft.
Wie What’s App gegen Fake News vorgehen will
FĂŒr den 07.04.2020 wurde ein umfangreiches Update angekĂŒndigt, das die Verbreitung von Fake News eindĂ€mmen soll. What’s App hatte bereits vorher Mechanismen eingebaut, um Kommunikation sicherer zu gestalten und das Weiterleiten von Inhalten zu regulieren.
Datenschutz bleibt dabei zentral: Die End-to-End-VerschlĂŒsselung stellt sicher, dass auch What’s App selbst keine Nachrichteninhalte lesen kann. Um Fake News zu bekĂ€mpfen, greift das System nur auf Metadaten zurĂŒck â also auf Informationen ĂŒber den Ursprung von Bildern, Videos oder Links, nicht auf deren Inhalt.
Die neuen Anti-Fake-News Funktionen im Detail
- What’s App begrenzt die maximale Weiterleitungsanzahl pro Nachricht auf 5 Mal. Vorher gab es keine EinschrĂ€nkung.
- Bereits mehrfach weitergeleitete Nachrichten erscheinen im Chat mit doppelten Pfeilen â so erkennst du auf einen Blick, dass der Inhalt nicht neu ist.
- Ăber ein neues Lupen-Symbol kannst du direkt eine Google-Suche starten und prĂŒfen, ob ein Inhalt als Falschmeldung bekannt ist. Voraussetzung: Der Inhalt kursiert bereits irgendwo online.
- Eine neue Regelung zum automatischen Download soll verhindern, dass verdĂ€chtige Dateien ungeprĂŒft auf deinem Smartphone landen.
- Ein automatischer Lösch-Modus entfernt unliebsame Nachrichten. Als Administrator kannst du die Löschfristen weiterhin selbst festlegen â gewollte Inhalte werden nicht einfach entfernt.
Wie kann ich mich (noch) gegen Fake News wehren?
What’s App nimmt dir keine Rechte weg. Alle neuen Funktionen basieren auf manueller Nutzung â du entscheidest, ob und wie du sie einsetzt. Je nach Betriebssystem und Smartphone-Modell kann es sein, dass dir noch nicht alle Funktionen mit dem aktuellsten Update zur VerfĂŒgung stehen. UnabhĂ€ngig davon gibt es einiges, was du selbst tun kannst:
- Halte deine Software grundsĂ€tzlich aktuell. Updates schliessen nicht nur SicherheitslĂŒcken, sondern bringen oft auch neue Schutzmechanismen gegen Fake News.
- Vertrau Absendern fragwĂŒrdiger Nachrichten nicht blind â egal auf welchem Kanal.
- Recherchiere kurz selbst, bevor du AnhÀnge oder Links öffnest. Bei bekannten Fake News findest du in der Regel schnell Treffer.
- Wenn ein Kontakt selbst â vielleicht unfreiwillig â Fake News weiterverbreitet: Sprich ihn direkt an und bitte ihn, das kĂŒnftig zu unterlassen.
- Ungewollte Kontaktversuche lassen sich ĂŒber Blockier-Funktionen oder eine Blacklist unterbinden.
- Und das Wichtigste: Leite Falschmeldungen nicht weiter. Ob du selbst ĂŒber einen viralen Unsinn lachen kannst, ist deine Sache â aber trag nicht zur Verbreitung bei. Andere fallen darauf herein.
Ich will nicht auf das automatische Update warten – was tun?
Wer nicht auf den automatischen Download warten will, kann das Update manuell anstossen:
- Ăffne die What’s App App.
- Geh in die Einstellungen, dann zu Hilfe â App-Info. Dort siehst du die aktuell installierte Version. Ist ein Update verfĂŒgbar, wird es dir angezeigt und lĂ€sst sich direkt herunterladen.
- Alternativ: Ăffne deinen App-Store. Bei Google Play findest du verfĂŒgbare Updates unter «Meine Apps und Spiele» im Reiter Updates. Bei iOS entfĂ€llt dieser Zwischenschritt.
- Damit das kĂŒnftig automatisch lĂ€uft, richte unter Automatische App-Updates eine entsprechende Standardeinstellung ein â das lĂ€sst sich jederzeit wieder Ă€ndern.