Am 14. Juni diesen Jahres wurde der Gesetzesentwurf zum sogenannten AI Act vom EuropĂ€ischen Parlament und dem Rat der EuropĂ€ischen Union mehrheitlich angenommen. Hier erfĂ€hrst du alles ĂŒber das Gesetz, das den Einsatz von kĂŒnstlichen Intelligenzen regulieren soll.
Was ist der AI Act?
„AI Act“ steht fĂŒr „Artificial Intelligence Act“ â auf Deutsch: Gesetz ĂŒber kĂŒnstliche Intelligenz. Die EuropĂ€ische Kommission legte den Vorschlag im April 2021 vor; am 14. Juni 2023 nahmen ihn das EuropĂ€ische Parlament und der Rat der EuropĂ€ischen Union an. Ziel ist ein einheitlicher Rechtsrahmen fĂŒr die Entwicklung, Vermarktung und Verwendung von KI in der EU.
Was beinhaltet der Gesetzesentwurf?
Der AI Act folgt einem risikobasierten Ansatz: KI-Systeme werden nach ihrem potenziellen Risiko fĂŒr Menschen, Gesellschaft oder Umwelt eingestuft. Systeme mit hohem Risiko â etwa solche, die diskriminieren oder die PrivatsphĂ€re verletzen könnten â werden strenger reguliert. Konkret bedeutet das: Vor dem Markteintritt ist eine Risikobewertung Pflicht.
Welche Risiken bergen KI-Systeme?
Als hochriskant gelten unter anderem:
- KI-Systeme zur biometrischen Gesichtserkennung im öffentlichen Raum
- KI-Systeme zur automatisierten Entscheidungsfindung in sensiblen Bereichen wie Arbeitsmarkt oder Bildung
- KI-Systeme zur Manipulation von Menschen
FĂŒr Systeme mit geringem oder mittlerem Risiko gelten weniger strenge Vorschriften â unter anderem eine Dokumentation, die die Funktionsweise des Systems erklĂ€rt. Mehr zu potenziellen Risiken von kĂŒnstlichen Intelligenzen findest du in unserem Beitrag KĂŒnstliche Intelligenz Gefahren: RevolutionĂ€re Technologie oder bedrohlicher Fortschritt?
Wo liegt der Nutzen des AI Acts?
Der AI Act soll Transparenz und Verantwortlichkeit bei der Entwicklung und dem Einsatz von KI erhöhen. Anbieter mĂŒssen offenlegen, wie ihre Systeme funktionieren, welche Risiken sie tragen und welche Auswirkungen sie haben können. Ausserdem mĂŒssen sie sicherstellen, dass ihre Systeme die Menschenrechte und Grundfreiheiten einhalten.
Ein wichtiger Schritt also â der Missbrauch von KI eingrenzen und das Vertrauen in diese Systeme stĂ€rken soll.
Worauf mĂŒssen sich KI-Anbieter und Entwickler vorbereiten?
Wenn der AI Act kommt, gelten fĂŒr Anbieter und Entwickler drei zentrale Pflichten:
- Risikobewertung: Hochrisiko-Systeme mĂŒssen vor dem Markteintritt bewertet werden â mit Blick auf Risiken fĂŒr Menschen, Gesellschaft und Umwelt.
- Transparenz: Informationen ĂŒber Funktionsweise, Risiken und Auswirkungen mĂŒssen fĂŒr Nutzerinnen und Nutzer leicht zugĂ€nglich sein.
- Verantwortlichkeit: Systeme mĂŒssen so entwickelt und eingesetzt werden, dass sie Menschenrechte und Grundfreiheiten einhalten.
Die Einhaltung ĂŒberwachen die EU-Mitgliedstaaten. Bei Verstössen drohen Geldbussen oder das Verbot, Systeme ĂŒberhaupt in den Verkehr zu bringen.
Was der AI Act fĂŒr die Branche bedeutet
Der AI Act wird die Entwicklung und den Einsatz von KI-Systemen in der EU grundlegend verĂ€ndern. Wer als Anbieter oder Entwickler jetzt anfĂ€ngt, sich mit den neuen Vorschriften auseinanderzusetzen, ist besser aufgestellt â nicht nur rechtlich, sondern auch gegenĂŒber Kunden, die auf VertrauenswĂŒrdigkeit achten.
Die EU-Mitgliedstaaten haben 18 Monate Zeit, die Verordnung in nationales Recht umzusetzen. Die Verordnung ĂŒber kĂŒnstliche Intelligenz soll voraussichtlich ab dem 1. Januar 2024 in Kraft treten.