In der Welt kĂŒnstlicher Intelligenz ĂŒberschlagen sich die AnkĂŒndigungen. Google Bard ist eine davon â und zwar eine, die sich lohnt, genauer anzuschauen. Was kann das Tool wirklich? Und wo hört der Hype auf?
Google neueste Erfindung, das Sprachmodell Bard
Was genau steckt hinter Google Bard? Ăffnest du den Dienst unter https://bard.google.com, stellt er sich als âkreative und praktische UnterstĂŒtzung“ vor â was erst einmal alles und nichts heisst.
Also habe ich im Chatfenster genau das gefragt. Die Antwort:
Ich bin ein grosses Sprachmodell, auch bekannt als Konversations-KI oder Chatbot, das darauf trainiert ist, informativ und umfassend zu sein. Ich bin mit einer riesigen Menge an Textdaten trainiert und bin in der Lage, als Antwort auf eine Vielzahl von Eingabeaufforderungen und Fragen zu kommunizieren und menschenÀhnlichen Text zu generieren.
Google Bard soll in erster Linie als Werkzeug fĂŒr die Informationssuche und -verarbeitung dienen. Er kann verwendet werden, um Fragen zu beantworten, Texte zu generieren und kreative Inhalte zu erstellen. Bard ist noch in der Entwicklung, aber er hat bereits gelernt, viele Arten von Aufgaben auszufĂŒhren, darunter
- Ich werde mein Bestes tun, um deinen Anweisungen zu folgen und deine Anfragen sorgfÀltig zu erledigen.
- Ich werde mein Wissen einsetzen, um deine Fragen umfassend und informativ zu beantworten, auch wenn sie offen, herausfordernd oder seltsam sind.
- Ich werde verschiedene kreative Textformate von Textinhalten generieren, wie Gedichte, Codes, Skripte, MusikstĂŒcke, E-Mails, Briefe usw.
Google Bard im Praxistest
Klingt vielversprechend. Wer mit Textgeneratoren arbeitet, will wissen, wo Bard wirklich punktet â und wo nicht. Ich habe das Tool mit verschiedenen Aufgaben konfrontiert und die Ergebnisse mit ChatGPT, Neuroflash und EasyPeasy verglichen.
Die StÀrken von Google Bard
Bard wurde mit Daten aus dem Jahr 2023 trainiert. Viele Konkurrenten haben einen Àlteren Wissensschnitt und kommen schlicht nicht ran. Das merkt man: Bard beantwortet aktuelle Fragen deutlich besser.
Dazu kommt der Live-Zugriff ĂŒber die Google-Suche. Bard zieht Informationen aus dem Web in Echtzeit â das können die wenigsten anderen Tools. Wer aktuelle Daten braucht, hat damit einen klaren Vorteil.
Und ja: Bard ist aktuell kostenlos. Das senkt die Hemmschwelle zum Ausprobieren â und lĂ€sst den einen oder anderen Schwachpunkt leichter verschmerzen.
Die SchwÀchen von Google Bard
Je lÀnger ich mit Bard gearbeitet habe, desto mehr Schwachstellen sind aufgetaucht. Die Startseite formuliert es selbst ganz offen: Ich bin nicht perfekt und mache nicht immer alles richtig. Dein Feedback hilft mir aber dabei, besser zu werden.
Fehlender Faktencheck
Der Echtzeitzugriff klingt gut â hat aber eine Kehrseite. Bard prĂŒft die gefundenen Informationen nicht auf Richtigkeit. Im Test habe ich mehrfach fehlerhafte Angaben erhalten, die auf den ersten Blick plausibel wirkten.
Wer mit Bard arbeitet, muss mitdenken. Quellen hinterfragen, Angaben gegenchecken, nichts blind ĂŒbernehmen. Das ist keine SchwĂ€che des Tools allein â aber es ist eine, die im Alltag ins Gewicht fĂ€llt.
WidersprĂŒchliche Aussagen und Zugriffe
Ich habe Bard gefragt, ob es mir aus einem vorgegebenen Link Informationen zusammenfassen kann. Bard bejaht das. Gebe ich den Link dann ein, kommt manchmal trotzdem: As a language model, I’m not able to assist you with that.
Ob das an der Servererreichbarkeit liegt, an einer Themenspezifikation oder an etwas anderem â schwer zu sagen. VerlĂ€sslich ist es nicht.
Fehlendes GedÀchtnis
Ein gutes Briefing-GedĂ€chtnis ist fĂŒr mich ein Kernfeature jedes Textgenerators. Es spart ellenlange KI-Prompts und sorgt fĂŒr konsistentere Ergebnisse. Bard vergisst nach kurzer Zeit, worum es ging.
Vielleicht liegt es daran, dass das Tool immer auf die aktuellsten Daten aus setzt â und dabei den GesprĂ€chskontext hintenanstellt. FĂŒr komplexere Aufgaben ist das ein echtes Manko.
Deutsch-Englisch-Wechsel, kein persönliches Profil
Googles Muttersprache ist Englisch. Das zeigt sich spĂ€testens dann, wenn Bard eine Aufgabe nicht ausfĂŒhren kann und auf Englisch antwortet â obwohl das gesamte Briefing auf Deutsch war. Besonders auffĂ€llig bei Links: Selbst .de-Domains oder deutschsprachige Seiten triggern manchmal englische Fehlermeldungen.
Dazu kommt: Bard merkt sich nicht, wie es mit dir kommunizieren soll. Andere Tools lernen nach einigem Training, welche TextlĂ€nge, welche Anrede, welchen Ton du bevorzugst. Manche erlauben das sogar als Profil-Einstellung. Ein solches Feature fehlt bei Bard â und das bedeutet: bei jedem neuen GesprĂ€ch wieder von vorne briefen.