Google Bard sagt ChatGPT den Kampf an – aber wie gut ist die neue KI wirklich?

Geschrieben von
Miriam Schäfer
Google Bard Konversation KI Chatbot

In der Welt künstlicher Intelligenz überschlagen sich die Ankündigungen. Google Bard ist eine davon — und zwar eine, die sich lohnt, genauer anzuschauen. Was kann das Tool wirklich? Und wo hört der Hype auf?

Google neueste Erfindung, das Sprachmodell Bard

Was genau steckt hinter Google Bard? Öffnest du den Dienst unter https://bard.google.com, stellt er sich als „kreative und praktische Unterstützung“ vor — was erst einmal alles und nichts heisst.

Also habe ich im Chatfenster genau das gefragt. Die Antwort:

Ich bin ein grosses Sprachmodell, auch bekannt als Konversations-KI oder Chatbot, das darauf trainiert ist, informativ und umfassend zu sein. Ich bin mit einer riesigen Menge an Textdaten trainiert und bin in der Lage, als Antwort auf eine Vielzahl von Eingabeaufforderungen und Fragen zu kommunizieren und menschenähnlichen Text zu generieren.

Google Bard soll in erster Linie als Werkzeug für die Informationssuche und -verarbeitung dienen. Er kann verwendet werden, um Fragen zu beantworten, Texte zu generieren und kreative Inhalte zu erstellen. Bard ist noch in der Entwicklung, aber er hat bereits gelernt, viele Arten von Aufgaben auszuführen, darunter

  • Ich werde mein Bestes tun, um deinen Anweisungen zu folgen und deine Anfragen sorgfältig zu erledigen.
  • Ich werde mein Wissen einsetzen, um deine Fragen umfassend und informativ zu beantworten, auch wenn sie offen, herausfordernd oder seltsam sind.
  • Ich werde verschiedene kreative Textformate von Textinhalten generieren, wie Gedichte, Codes, Skripte, Musikstücke, E-Mails, Briefe usw.

Google Bard im Praxistest

Klingt vielversprechend. Wer mit Textgeneratoren arbeitet, will wissen, wo Bard wirklich punktet — und wo nicht. Ich habe das Tool mit verschiedenen Aufgaben konfrontiert und die Ergebnisse mit ChatGPT, Neuroflash und EasyPeasy verglichen.

Die Stärken von Google Bard

Bard wurde mit Daten aus dem Jahr 2023 trainiert. Viele Konkurrenten haben einen älteren Wissensschnitt und kommen schlicht nicht ran. Das merkt man: Bard beantwortet aktuelle Fragen deutlich besser.

Dazu kommt der Live-Zugriff über die Google-Suche. Bard zieht Informationen aus dem Web in Echtzeit — das können die wenigsten anderen Tools. Wer aktuelle Daten braucht, hat damit einen klaren Vorteil.

Und ja: Bard ist aktuell kostenlos. Das senkt die Hemmschwelle zum Ausprobieren — und lässt den einen oder anderen Schwachpunkt leichter verschmerzen.

Die Schwächen von Google Bard

Je länger ich mit Bard gearbeitet habe, desto mehr Schwachstellen sind aufgetaucht. Die Startseite formuliert es selbst ganz offen: Ich bin nicht perfekt und mache nicht immer alles richtig. Dein Feedback hilft mir aber dabei, besser zu werden.

Fehlender Faktencheck

Der Echtzeitzugriff klingt gut — hat aber eine Kehrseite. Bard prüft die gefundenen Informationen nicht auf Richtigkeit. Im Test habe ich mehrfach fehlerhafte Angaben erhalten, die auf den ersten Blick plausibel wirkten.

Wer mit Bard arbeitet, muss mitdenken. Quellen hinterfragen, Angaben gegenchecken, nichts blind übernehmen. Das ist keine Schwäche des Tools allein — aber es ist eine, die im Alltag ins Gewicht fällt.

Widersprüchliche Aussagen und Zugriffe

Ich habe Bard gefragt, ob es mir aus einem vorgegebenen Link Informationen zusammenfassen kann. Bard bejaht das. Gebe ich den Link dann ein, kommt manchmal trotzdem: As a language model, I’m not able to assist you with that.

Ob das an der Servererreichbarkeit liegt, an einer Themenspezifikation oder an etwas anderem — schwer zu sagen. Verlässlich ist es nicht.

Fehlendes Gedächtnis

Ein gutes Briefing-Gedächtnis ist für mich ein Kernfeature jedes Textgenerators. Es spart ellenlange KI-Prompts und sorgt für konsistentere Ergebnisse. Bard vergisst nach kurzer Zeit, worum es ging.

Vielleicht liegt es daran, dass das Tool immer auf die aktuellsten Daten aus setzt — und dabei den Gesprächskontext hintenanstellt. Für komplexere Aufgaben ist das ein echtes Manko.

Deutsch-Englisch-Wechsel, kein persönliches Profil

Googles Muttersprache ist Englisch. Das zeigt sich spätestens dann, wenn Bard eine Aufgabe nicht ausführen kann und auf Englisch antwortet — obwohl das gesamte Briefing auf Deutsch war. Besonders auffällig bei Links: Selbst .de-Domains oder deutschsprachige Seiten triggern manchmal englische Fehlermeldungen.

Dazu kommt: Bard merkt sich nicht, wie es mit dir kommunizieren soll. Andere Tools lernen nach einigem Training, welche Textlänge, welche Anrede, welchen Ton du bevorzugst. Manche erlauben das sogar als Profil-Einstellung. Ein solches Feature fehlt bei Bard — und das bedeutet: bei jedem neuen Gespräch wieder von vorne briefen.

Tags: GoogleKünstliche IntelligenzTools
Über die Autor:in

Miriam Schäfer

Social Media und redaktionelle Inhaltspflege rundum.dog seit April 2026. Schreibt für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, Social-Media-Trends und KI-Themen.

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