Ob jemand auf einer Webseite bleibt oder sie sofort wieder verlässt, entscheidet sich in Sekunden. Nicht der Inhalt gibt den Ausschlag – sondern das Webdesign. Es entscheidet, ob aus einem Besucher ein Kunde wird.
Was sind also die häufigsten Fehler – und wie vermeidest du sie?
Zu viele Informationen im Web Design
Keine Textwüsten. Zu lange Textpassagen gehören in Semesterarbeiten, nicht auf Unternehmensseiten. Und schon gar nicht direkt auf die Startseite.
Wer Besucher mit Inhalt überhäuft, verliert sie. Ausserhalb von Newsseiten werden Texte nur gescannt – nach entscheidenden Informationen und Links. Die Frage, die sich jeder Besucher innerhalb von Sekunden stellt: Bin ich hier richtig? Was erwartet mich?
Drei Punkte helfen:
- Optisch klar machen, welche Inhalte wichtig sind und welche nicht
- Weissraum einsetzen – er hilft, Elemente und Bereiche schnell zu erfassen
- Zeilenabstände so gestalten, dass man den Text gut überfliegen kann
Auf Lesbarkeit in der Struktur der Seite achten
Schriftgestaltung trägt mehr zum Eindruck bei, als viele denken. Die Grundregel: Für den Hauptinhalt eine gut lesbare Schrift wählen – keine Kompromisse.
Zwei Schrifttypen können funktionieren. Künstlerische Schreibschriften wie «Kalam» eignen sich für Überschriften; serifenlose Schriften wie «Open Sans» für den Fliesstext. Beide sind kostenlos über Google Fonts verfügbar – dort sind inzwischen über 800 Schriften fürs Web und Print gesammelt. Im Portal kannst du den Beispieltext einfach überschreiben und auf alle Fonts anwenden, um direkt eine Vorschau zu erhalten.
Genauso wichtig: die Schriftfarbe. Kontrastarme Farben und helle Grautöne sind mühsam zu lesen – je nach Monitor und Lichtverhältnissen kaum noch lesbar. Kontrast ist kein Nice-to-have.
Echten Text verwenden statt Text als Grafik
Echter Text lässt sich per Bildschirmvergrösserung oder Vergrösserungssoftware skalieren – ohne Qualitätsverlust. Er passt sich bei Responsive Design automatisch an verschiedene Ausgabegeräte an. Und er kann von Screenreadern in Sprache umgewandelt werden, was ihn für blinde und sehbehinderte Nutzerinnen und Nutzer zugänglich macht. Text als Grafik kann das alles nicht.
Zu viele verschiedenen Designs
Designen macht Spass – aber Kreativität hat beim Screendesign Grenzen. Besucher einer Webseite erwarten auf jeder Unterseite dieselben Farbkombinationen, Schriftarten und Logos. Zu viel Variation verwirrt und wirkt schnell unprofessionell. Konsistenz ist hier keine Einschränkung, sondern Qualitätsmerkmal.
Kein Responsive Design
Deine Website braucht Responsive Design. Ein wachsender Teil der Suchanfragen kommt von mobilen Geräten – Tendenz steigend.
Responsive Design bedeutet mehr als nur unterschiedliche Bildgrössen. Es geht um die Optimierung von Design und Inhalt auf Anpassbarkeit, Erreichbarkeit und Performance – mit dem Ziel, Inhalte auf jedem Gerät bestmöglich darzustellen. Das Design passt sich automatisch an alle Endgeräte an. Und weil Google mobile-freundliche Seiten bei mobilen Suchanfragen bevorzugt, zahlt sich das auch in den Suchergebnissen aus.
Lange Ladezeiten
Besucher sind ungeduldig. Wenn eine Seite nicht innerhalb weniger Sekunden lädt, sind viele schon wieder weg – bevor sie überhaupt gesehen haben, worum es geht.
Häufige Ursachen: zu grosse Bilder, übermässige JavaScript-Einbindungen, veraltete Hosting-Pakete. Google bietet ein kostenloses Tool, mit dem du die Ladegeschwindigkeit jeder Seite testen und gezielte Verbesserungshinweise abrufen kannst.
Schlechte Navigation
Wer sich nicht zurechtfindet, verlässt die Seite. Das ist keine Überraschung – aber die Navigation wird beim Webdesign trotzdem häufig vernachlässigt. Sie muss klar strukturiert und auf Anhieb verständlich sein. Ohne das helfen auch gute Inhalte wenig.