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Arbeiten im Homeoffice birgt diverse Risiken

Miriam Schäfer · 5. Januar 2021 · 2 Min. lesen

Fragt man die Mitarbeiter, die – ob durch die Corona-Pandemie oder auch im Vorfeld schon – im Homeoffice arbeiten, zeigen sich die meisten sehr zufrieden. Auf Unternehmensebene sieht das Ganze jedoch anders aus. Arbeitgeber kämpfen mit den Risiken, die das Homeoffice-Arbeiten mit sich bringt.

Homeoffice – Beipackzettel mit Risiken und Nebenwirkungen

Die Vorteile von Heimarbeit liegen oft klar auf der Hand. Wer zuhause arbeitet, spart sich Pendelzeiten. Die Arbeitsplatzgestaltung ist flexibler, die Zeiteinteilung auch. Die Motivation liegt meist deutlich höher als bei Mitarbeitern ohne Homeoffice-Anspruch – je nach Arbeitgeber mit mehr oder weniger strikten Vorgaben.

Bei unseren Recherchen zu Vor- und Nachteilen von Homeoffice sind wir auf zwei Studien gestossen: eine Umfrage von SafeGuard Cyber zu digitalen Risiken und eine Befragung von CyberArk zum Umgang mit IT-Risiken im Homeoffice.

Kaum Bewusstsein für IT-Risiken im Homeoffice

Die CyberArk-Befragung zeigt auf Arbeitnehmerseite erheblichen Nachholbedarf. Awareness für IT-Security – also das Bewusstsein für Sicherheitsrisiken – gilt unter den 2.000 Befragten eher als Nebensache.

  • über 90 % der Mitarbeiter nutzen dieselben Passwörter für private und geschäftliche Accounts
  • mehr als die Hälfte benutzt den Firmenrechner unerlaubt für private Zwecke
  • ebenso ist mehr als die Hälfte nachlässig mit expliziten Firmenvorgaben:
    • sensible Daten werden an private E-Mail-Adressen weitergeleitet, um Übertragungen zu beschleunigen
    • unzulässige Software wird auf dem Firmenrechner installiert
  • rund ein Drittel gewährt sogar Familienmitgliedern Zugang zum Firmenrechner

Arbeitgeberseite ebenso besorgt

Das sind gute Gründe dafür, dass viele Unternehmen noch zögern, Heimarbeitsplätze einzurichten. Die Digital Risk Survey von SafeGuard Cyber zeigt weitere Sorgen auf Arbeitgeberseite – weniger gezielt auf Homeoffice ausgerichtet, aber dennoch aufschlussreich.

  • bei 31 % haben sich Geschäftsprozesse in der «neuen digitalen Realität» erheblich geändert
  • 26 % der befragten Betriebe überstürzten wichtige Projekte wegen der Corona-Krise
  • über die Hälfte sieht genutzte Kommunikationskanäle als eines der grössten Homeoffice-Risiken – insbesondere Microsoft Teams und Slack
  • rund ein Viertel hält private Social-Media-Accounts auf Führungsebene für problematisch
  • 52 % sehen die Nutzung nicht autorisierter Anwendungen auf Arbeitnehmerseite als Risiko Nummer eins
  • 59 % kämpfen wegen knappem Budget mit technologischen Herausforderungen
  • 56 % sind besorgt um Geschäftsergebnisse – Wachstum und Agilität eingeschlossen

Transparenz im Homeoffice beseitigt Risiken

Einige dieser Aussagen hängen unmittelbar zusammen. Die Hälfte der Arbeitnehmer installiert fremde, potenziell schädliche Software – genau das, was auf Arbeitgeberseite Sorgen bereitet.

Die augenscheinliche Lösung lautet vielerorts: Homeoffice einfach verweigern. Das greift zu kurz. Besser wäre es, auf beiden Seiten für Transparenz und echtes Miteinander zu sorgen. Homeoffice ist für Angestellte etwas Wertvolles – und Vertrauen geht in beide Richtungen.

Damit der Heimarbeitsplatz kein Überwachungsstaat wird, kläre die betreffenden Mitarbeiter im Vorfeld offen auf: deine Ansprüche, Vorgaben, Erwartungen – und auch deine Sorgen. Mach aus den Risiken, die erhebliche unternehmerische Folgen haben können, kein Geheimnis. Erst dann wird auch den Mitarbeitern klar, dass der Heimarbeitsplatz mehr sein muss als ein privater Schauplatz, an dem nebenher ein bisschen Arbeit erledigt wird.

Miriam Schäfer Erstellt und betreut Fachinhalte für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, KI und digitalen Trends. Verantwortlich für Content, Redaktion und Social Media bei rundum.dog.

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