App Stores, Sicherheitsmassnahmen und Restriktionen machen es Malware zunehmend schwer, auf den Rechner oder das Smartphone zu gelangen. Wenn es trotzdem klappt, entsteht hĂ€ufig grosser Schaden â fĂŒr Nutzende oder immer öfter auch fĂŒr Werbenetzwerke. Jetzt ist eine neue Malware fĂŒr macOS aufgetaucht, die sich bislang nur durch ein kurioses Verhalten zeigt: Sie tauscht Google-Suchergebnisse stillschweigend gegen Bing-Ergebnisse aus.
Malware kann auf viele Arten Schaden anrichten: GerĂ€te unbrauchbar machen, Daten löschen, Lösegeldzahlungen erpressen oder Zugangsdaten abgreifen. Das ist allerdings aufwendig und wenig lukrativ. Deswegen konzentrieren sich viele Entwickler darauf, eigene Werbebanner einzuschleusen â in erfolgreichen FĂ€llen mehrere Millionen Dollar pro Monat.
Die Sicherheitsforscher von AiroAV haben nun eine neue macOS-Malware entdeckt, deren Verhalten zunĂ€chst rĂ€tselhaft wirkt: Sie nistet sich ĂŒber ein aufwendiges Prozedere im Safari-Browser ein und manipuliert die Google-Suchergebnisse. Dabei werden keine verdĂ€chtigen Links eingefĂŒgt â die Ergebnisse werden einfach durch jene von Bing ersetzt. Optische Anpassungen sorgen dafĂŒr, dass das kaum auffĂ€llt.
Technisch lĂ€uft das ĂŒber einen iframe: Die Bing-Suchergebnisse werden direkt in die Google-Websuche eingebunden und ersetzen dort die eigentlichen Algorithmus-Ergebnisse. Wer sehr genau hinschaut, merkt es vielleicht an QualitĂ€tsunterschieden oder fehlenden Google-Elementen â aber ohne gezielten Vergleich bleibt der Austausch unsichtbar.
Was die Entwickler damit bezwecken, ist unklar. Vermutlich ist es ein Test dafĂŒr, wie sich kĂŒnftig andere Inhalte â etwa Links auf Werbeseiten â einschleusen lassen. AiroAV hat bisher keine Hinweise gefunden, dass neben Bing-Ergebnissen weitere Inhalte eingefĂŒgt wurden. Um den Austausch ĂŒberhaupt zu ermöglichen, greift sich die Malware die macOS-Zugangsdaten und installiert ein eigenes Root-Zertifikat.
Betroffen ist derzeit nur Safari unter macOS â die Methode dĂŒrfte aber auf jedem anderen Betriebssystem genauso funktionieren. Apple untersucht bereits, wie sich solche Angriffe kĂŒnftig verhindern lassen.