Der russische Sicherheitsanbieter Kaspersky warnt vor Hackerangriffen, die die Malware Mimikatz nutzen. Ziele sind Industrieunternehmen in Japan, England und Deutschland. Was diese Angriffe besonders heikel macht: Sie sind kaum zu identifizieren.
Offizielle Warnung vor Malware „Mimikatz“
Bereits 2017 hatte Kaspersky eine ähnliche Angriffswelle dokumentiert — damals mit Schadsoftware in über 40 Ländern, die weder Spuren noch Dateien auf Festplatten hinterliess. Mimikatz war schon damals aktiv, zusammen mit PowerShell und Metasploit.
Ursprünglich war Mimikatz kein Angriffswerkzeug. Das Tool sollte Schwachstellen in Microsofts Authentifizierungsprotokollen sichtbar machen — ein legitimes Sicherheitsprojekt. Diese Fähigkeit wurde zweckentfremdet. Hacker nutzten genau das, was als Aufdeckungsmechanismus gedacht war, als Einfallstor. 2017 traf es Banken, Behörden und Unternehmen. Heute sind es vor allem Industriebetriebe aus Japan, England und Deutschland. Ob es dieselben Akteure sind, ist unklar.
Die Funktionsweise
Der Angriff beginnt mit Phishing-E-Mails. Die Anhänge sind Word-Dokumente mit schädlichen Makros, die erst aktiv werden, wenn du eine Handlungsanweisung befolgst. Ein weiteres Detail: Die Malware greift nur, wenn das Betriebssystem mit der Sprache der E-Mail übereinstimmt.
Hat sich Mimikatz installiert, zeigt es beispielsweise Kerberos-Tickets an. Damit können sich Angreifer dieselben Zugriffsrechte wie Administratoren verschaffen und sich ungehindert im Unternehmensnetzwerk bewegen. Die Installation bleibt oft lange unentdeckt — die Downloads werden durch Steganographie-Methoden verschleiert.
Das funktioniert, weil sich in angehängten Daten ein sogenanntes Rauschen oder eine Variation einbetten lässt. Bilddaten, Audiodaten, Textdaten, Dateisystem-Fragmentierungen — all das bietet dafür geeignete Trägerdaten.
Was das konkret bedeutet: Wenn du in deinem Unternehmen E-Mails mit Anhängen bekommst, die du nicht erwartest, öffne die Dateien nicht. Lösch die E-Mail, oder leg sie dem Systemadministrator zur Prüfung vor. Das sind die ersten Schritte, die jedes Unternehmen sofort selbst umsetzen kann.