Als hätten wir es geahnt: In unserem kürzlichen Blog-Beitrag haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, ob wir in Sachen Datenschutz sicher aufgestellt sind. Nun kamen binnen kürzester Zeit weitere brandheisse Neuigkeiten. Der Bundesrat arbeitet an einem Masterplan für eine Schweizer Cloud. Unsere Strafverfolgungsbehörden setzen bei ihrer Arbeit vermehrt auf Trojaner. Und St. Gallen will Vorreiter für eine ganz neue Strategie zur Abwehr von Cyberangriffen sein.
Der Masterplan zur Abwehr von Cyberangriffen
In den Medienmitteilungen unseres Bundesrats tummeln sich Neuigkeiten, die gern in der Informationsflut untergehen. Anfang April drehte sich alles um die IKT-Strategie — gesetzliche Vorgaben und Regelungen zur Informations- und Kommunikationstechnik. Dabei wurde auch unsere Abhängigkeit von ausländischen Infrastrukturen moniert. Ein Signal: Der Standort Schweiz ist in Teilen noch nicht wettbewerbsfähig genug. Bei der Entwicklung von KI oder sicherer Datenverwaltung stehen wir auf dem Weltmarkt eher hinten.
Brauchen wir eine eigene Cloud?
Mit dieser Frage will sich der Bundesrat bis zum nächsten Sommer priorisiert befassen. Viele europäische Länder sind hier schon lange weiter. Öffentliche Cloud-Dienste betreffen nicht nur Behörden — sie betreffen auch alle Privatpersonen. Denn bei der Anbieterwahl greifen wir fast alle auf ausländische Offerten zurück.
Das macht uns technologisch abhängig und schränkt die Datenverfügbarkeit ein. Der erkannte Handlungsbedarf mündet in zwei Ziele: Souveränität stärken und bestehende Abhängigkeiten langfristig minimieren.
Abwehr von Cyberangriffen = Eine hoch priorisierte Aufgabe
Obwohl der Schutz vor Cyberangriffen primär Regierungsangelegenheit ist, fährt der Kanton St. Gallen nun mit einer eigenen Strategie auf. Damit ist er der erste Schweizer Kanton, der eine solche oberste Richtschnur für sich definiert — und die vorgestellte Strategie soll nur der erste Schritt von vielen sein. St. Gallen hat gehandelt, was viele zuvor schon vermuteten: Die Bedrohungslage durch Cyberattacken steigt.
Vorstudien der Regierung zeigten, dass der Kanton einen massgeschneiderten Fahrplan braucht. Dabei handelt es sich nicht bloss um eine reine IKT-Strategie. Neben den Regierungsaufgaben werden weitere Akteure einbezogen: kritische Infrastrukturen, die Wirtschaft und nicht zuletzt die Gemeinden und deren Bevölkerung.
Punkt 7 des Gesetzeswerkes definiert die Abwehr von Cyber-Angriffen als „Aufgabe mit hohem Handlungsbedarf“.
Trojaner in unserer Strafverfolgung
Nebenbei kamen wir an einer ÜPF-Statistik (Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr) vorbei. Der Zuwachs von Überwachungsmassnahmen lässt auf eine klare Ursache schliessen — den besagten Anstieg von Cyberangriffen. Überwachungen in Echtzeit sinken insgesamt, rückwirkende Massnahmen steigen: Einzelverbindungsnachweise sind ein Beispiel dafür.
Auch Antennensuchläufe fallen in diese Kategorie. Mit neuen Systemkomponenten wurde der Digitalisierung Genüge getan — binnen weniger Stunden lassen sich tausende Mobilfunkzellen analysieren.
Aber warum „Trojaner“? Hierbei handelt es sich um ein Instrument unserer Strafbehörden für Online-Durchsuchungen. Die Grundlage ist eine entsprechende Software. Fedpol führte ein Programm namens „Govware“ ein, dessen Codierung der eines Trojaners entspricht. Kurzgefasst: Malware auf der guten Seite des Gesetzes.
Wir bleiben für Sie am Ball!
So viele Nachrichten, so viele neue Statistiken, so viele Prognosen — und zum Teil auch Wünsche. Besonders die „Schweizer Cloud“ und der genaue Fahrplan von St. Gallen in Sachen Schutz gegen Cyber-Attacken haben es uns angetan. Setzt der Kanton am Ende ganz neue Massstäbe? Sind die Inhalte umsetzbar oder bleiben sie Wunschtraum?
Wie denkst du über das Projekt „Swiss Cloud“? Gute Idee zur Förderung unserer Wettbewerbsfähigkeit — oder doch Fehlinvestition? Wir sind gespannt auf deine Meinung! Und wir hoffen, du bist es auch — lies in Kürze weitere Insiders und Details zu Cyberangriffen und allen anderen angekündigten Themen!