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Mithilfe von Archive.org und Google-Cache verloren gegangene Web-Inhalte wiederfinden

Roger Klein · 3. Juli 2019 · 3 Min. lesen

Erstmals erschienen im Juli 2019, im Oktober 2026 neu geschrieben.

Den Google Cache gibt es nicht mehr. Google hat die Cache-Links Anfang 2024 aus den Suchresultaten entfernt, seit Herbst 2024 funktioniert auch der Befehl cache: nicht mehr. Wer eine verschwundene Seite sucht, geht heute zur Wayback Machine von Archive.org.

Drei Situationen, in denen du das brauchst:

  • Ein Lesezeichen führt ins Leere, weil die Seite gelöscht oder umgebaut wurde.
  • Auf deiner eigenen Website ist ein Text verschwunden und es gibt keine Sicherung.
  • Du willst wissen, was vor einem Jahr auf einer Seite stand.

Was aus dem Google Cache geworden ist

Früher stand neben jedem Suchresultat ein kleiner Pfeil mit dem Eintrag «Im Cache». Dahinter lag die Kopie, die Google beim letzten Besuch der Seite gespeichert hatte. Diese Funktion ist weg. Bing hat sie im Dezember 2024 ebenfalls abgeschaltet, und auch bei Yahoo gibt es sie nicht mehr.

Google verweist stattdessen auf die Wayback Machine. So kommst du hin:

  1. Bei Google suchen wie gewohnt.
  2. Neben dem Resultat auf die drei Punkte klicken.
  3. Im Fenster, das sich öffnet, die weiteren Informationen zur Seite aufrufen. Dort steht ein Link auf die archivierten Fassungen.

Der Umweg über Google ist bequem, aber nicht nötig. Du kannst die Adresse auch direkt im Archiv eingeben.

Die Wayback Machine nutzen

Das Internet Archive ist eine gemeinnützige Organisation aus San Francisco, die seit 1996 Kopien von Webseiten sammelt. Die Suche darin heisst Wayback Machine.

  1. web.archive.org öffnen.
  2. Die Adresse der gesuchten Seite eingeben. Am besten die genaue Adresse der Unterseite, nicht nur die Domain.
  3. Im Kalender ein Jahr und einen markierten Tag wählen. Jeder Punkt ist eine gespeicherte Fassung.

Kennst du die genaue Adresse nicht mehr, gib die Domain ein und hänge /* an. Dann zeigt das Archiv eine Liste aller Adressen, die es von dieser Domain kennt.

Was du erwarten darfst und was nicht:

  • Text ist meist vollständig da. Bilder, Schriften und Formulare fehlen öfter.
  • Nicht jede Seite ist gespeichert. Kleine Websites werden selten besucht, manche gar nie.
  • Geschützte Bereiche fehlen ganz. Alles hinter einem Login kennt das Archiv nicht.
  • Betreiber können ihre Seiten sperren oder entfernen lassen. Dann bleibt die Suche leer.

Wenn es deine eigene Website betrifft

Schau zuerst an den Orten nach, die näher liegen als das Archiv:

  • Papierkorb in WordPress. Gelöschte Beiträge und Seiten bleiben dort 30 Tage liegen.
  • Revisionen. WordPress speichert frühere Fassungen eines Beitrags. Im Editor findest du sie unter «Revisionen» und kannst eine alte Fassung zurückholen.
  • Sicherung beim Hoster. Die meisten Hoster bewahren tägliche Sicherungen einige Tage bis Wochen auf.

Erst wenn das alles nichts hergibt, lohnt sich der Blick in die Wayback Machine. Den Text kannst du von dort kopieren. Bilder musst du oft neu beschaffen.

Vorsorgen, bevor etwas verschwindet

Die Wayback Machine speichert auch auf Zuruf. Unter web.archive.org/save gibst du eine Adresse ein, und das Archiv legt sofort eine Kopie an. Das ist praktisch für Seiten, auf die du dich später berufen willst: eine Produktbeschreibung, Vertragsbedingungen, ein Artikel, den du zitierst.

Für die eigene Website ersetzt das keine Sicherung. Das Archiv speichert, was ein Besucher sieht, nicht die Datenbank und nicht die Dateien dahinter. Eine Website lässt sich daraus nicht wiederherstellen, höchstens mühsam von Hand nachbauen.

Kurz gesagt

Für fremde Seiten ist die Wayback Machine der erste Ort zum Nachschauen. Bei der eigenen Website kommt sie zuletzt, davor schaust du in den Papierkorb, in die Revisionen und in die Sicherung beim Hoster.

Roger Klein Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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