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Neue Malware kommt als Coronavirus-Information daher

Geschrieben von
Roger Klein
Neue Malware kommt als Coronavirus-Information daher

Hinter einer scheinbar offiziell herausgegebenen Coronavirus-Karte verbirgt sich eine Malware-Variante, die die aktuelle Krisensituation gezielt ausnutzt. Cybersicherheitsforscher haben die Angriffsvariante analysiert und dokumentiert. Das Grundprinzip: Menschen suchen gerade besonders intensiv nach zuverlĂ€ssigen Informationen ĂŒber die Verbreitung von Corona – genau das machen sich die Angreifer zunutze.

Hacker schrecken offenbar nicht davor zurĂŒck, die Corona-Krise fĂŒr kriminelle Zwecke auszunutzen. Die Malware zielt auf alle, die im Internet nach Informationen zur Verbreitung des Virus suchen. Analysiert wurde sie von Experten der Sicherheitsfirma Reason Cybersecurity, nachdem das MalwareHunterTeam die Bedrohung zuerst entdeckt hatte. Das Prinzip ist nicht neu: Kriminelle kapern virale Themen, um Opfer anzulocken.

Corona-Informationen im Fokus

Die Hacker leiten dich auf eine Seite, die tĂ€uschend echt der Karte zur Ausbreitung des Coronavirus der Johns Hopkins University nachgebaut ist. Das Institut erfasst weltweit bestĂ€tigte CoronafĂ€lle und gilt bei Medien wie Regierungen als zuverlĂ€ssige Quelle. Die Fake-Seite zeigt die Ausbreitung von Covid-19 auf einer optisch kaum unterscheidbaren Karte – wĂ€hrend im Hintergrund die Malware sensible Daten abgreift. Konkret zielt sie auf Passwörter und Kreditkarteninformationen, die im Browser gespeichert sind. Dazu kommen Cookies, Benutzerkennungen, der Browserverlauf und Keys von KryptowĂ€hrungen. Alles, was in den falschen HĂ€nden grossen Schaden anrichten kann.

„Corona-virus.exe“ installer -> „Corona-virus-Map.com.exe“ (2b35aa9c70ef66197abfb9bc409952897f9f70818633ab43da85b3825b256307) -> different malware samples + decoy viewer.
Has „FiasskHard Work CLIPPER + STEALER“ & something (AZO?) w/ C2: http://coronavirusstatus[.]space/index.php pic.twitter.com/rB8EkbL8pY

— MalwareHunterTeam (@malwrhunterteam) March 3, 2020

Hacker nutzen bekannte Malware

Die Malware steckt in einer Win32-Exe-Datei, die in den meisten FĂ€llen den Namen «Corona-virus-Map.com.exe» trĂ€gt und rund 3,26 MB gross ist. Nach dem Klick öffnet sich im Vordergrund die bekannte Weltkarte der Johns Hopkins University – im Hintergrund lĂ€dt die Datei gleichzeitig eine Reihe weiterer Dateien herunter, die den Browser infizieren und dort nach sensiblen Daten suchen. Die Hacker setzen dabei auf Azorult, eine Malware-Variante, die seit ihrer Erstentdeckung 2016 immer wieder bei verschiedenen Angriffen auftaucht. Hacker News berichtete von einer Variante, die auf einem befallenen GerĂ€t ein eigenes Konto mit Administratorenrechten anlegen kann – was eine Verbindung ĂŒber Remote Desktop Protocol ermöglichen wĂŒrde. Das Hauptziel bleibt aber das Abgreifen sensibler Nutzerdaten.

Keine Gefahr durch offizielle Quellen

Den originalen Quellen musst du nicht misstrauen – auch wenn Kriminelle deren Design kopieren. Die gefĂ€lschte Karte orientiert sich an der Original-Darstellung mit Echtzeit-Fallzahlen, LĂ€nderauflistung links, Todes- und Genesungsstatistiken rechts und einem interaktiven Kartenlayout. Besonders gefĂ€hrlich: Die Cyberkriminellen verwenden echte Daten der Johns Hopkins University, was die FĂ€lschung besonders glaubwĂŒrdig macht. Die Original-Quellen des Instituts sind und bleiben fĂŒr dich vollstĂ€ndig sicher – sie laden keinerlei Schadprogramme und haben keine gefĂ€hrlichen HintertĂŒren.

Wie lĂ€sst sich die AusfĂŒhrung des Schadprogramms erkennen?

Wird «Corona-virus-Map.com.exe» ausgefĂŒhrt, multipliziert sich die Datei und verbreitet zahlreiche weitere Dateien auf dem Rechner – darunter Corona.exe, Build.exe, Bin.exe oder Windows.Globalization.Fontgroups.exe. Diese werden ebenfalls ausgefĂŒhrt und verbinden das GerĂ€t mit verschiedenen URLs. Die genannten Dateien sind nur ein Ausschnitt: Im Hintergrund laufen deutlich mehr Prozesse, deren gemeinsames Ziel das Abgreifen möglichst vieler Informationen vom infizierten GerĂ€t ist.

Was schĂŒtzt gegen die Coronavirus Malware?

Die Analysten empfehlen, eine aktuelle Anti-Malware-Software installiert zu haben – sie wĂŒrde den Angriff sofort erkennen und stoppen. Wichtiger ist aber eine einfache Grundregel: Schau dir Quelle und Datei genau an, bevor du etwas herunterlĂ€dst und ausfĂŒhrst. Stimmt die angezeigte URL nicht mit der erwarteten Adresse ĂŒberein, ist das ein deutliches Warnsignal. Frag dich ausserdem, ob die gewĂŒnschte Aktion ĂŒberhaupt eine lokale Installation erfordert – wer eine Karte im Browser ansehen will, braucht keine ausfĂŒhrbare Datei. Ohne Sicherheitstool ist die Malware kaum zu erkennen und noch schwerer zu entfernen.

Welche Antivirus-Programme schĂŒtzen effektiv gegen die Attacke?

Entdeckt wurde die Bedrohung von einem Analysten der Cybersecurity-Firma Reason Cybersecurity – entsprechend wurde deren Antivirussoftware in der Analyse als effektiver Schutz erwĂ€hnt. Die Software wurde nach der Entdeckung unmittelbar aktualisiert. Da die Analyseergebnisse zeitnah veröffentlicht wurden, sollten aber alle gepflegten Antivirusprogramme inzwischen auf dem aktuellen Stand sein. Entscheidend ist: Die Software muss regelmĂ€ssig aktualisiert werden – eine veraltete Installation schĂŒtzt nicht.

Vorsicht besonders in der Krise geboten

In Krisenzeiten ist Vorsicht besonders wichtig – online wie offline. Kriminelle nutzen den Instinkt aus, in unsicheren Zeiten möglichst viele verlĂ€ssliche Informationen zu sammeln. Genau in diese LĂŒcke stösst die Malware mit ihrer gefĂ€lschten Corona-Karte. PrĂŒfe deshalb immer, ob die aufgerufene Seite wirklich der erwarteten Quelle entspricht, und lade Dateien nur mit einem wachen Blick herunter. Wer sich draussen vor einer Ansteckung schĂŒtzt, sollte denselben Instinkt auch online anwenden – die Bedrohung ist real, die Abwehr aber möglich.

Themen: CybercrimeMalware

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Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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