On-Page-SEO beschreibt Faktoren, die du über deine eigene Website steuern kannst. Positive Faktoren sind diejenigen, die dir helfen, besser zu ranken. Viele davon können auch missbraucht werden und kippen dann ins Negative. Also: nicht übertreiben.
Keyword in URL
Stichwörter und Ausdrücke in der Seiten-URL – ausserhalb des Domainnamens – helfen, die Relevanz eines Inhalts für eine bestimmte Suchanfrage zu bestimmen. Je länger die URL wird oder je öfter ein Stichwort wiederholt wird, desto schwächer der Effekt.
Schlüsselwörter am Anfang einer URL
Die Reihenfolge der Keywords in einer URL spielt eine Rolle. Die gängige Theorie: Keywords weiter vorne in der URL haben mehr Gewicht. Matt Cutts hat bestätigt, dass das Gewicht eines Keywords nach ungefähr fünf Wörtern abnimmt.
Keyword im Titel-Tag
Der Titel-Tag definiert den Titel einer Seite – er erscheint im SERP und als Snippet beim Teilen in sozialen Netzwerken. Länge: nicht mehr als 60–70 Zeichen, je nach Zeichentyp (Richtwert: Moz Tool). Wie bei URLs gilt: Keywords näher am Anfang werden stärker gewichtet.
TF-IDF der Seite
TF-IDF steht für Term Frequency-Inverse Document Frequency – stell es dir vor wie Keyword Density, aber mit Kontext. TF-IDF vergleicht die Häufigkeit eines Begriffs auf einer Seite mit dem, was im Netz als «normal» gilt. Es filtert bedeutungslose Wörter heraus und schätzt ab, wie oft ein sachkundiger Mensch einen Begriff wie «Google Ranking Factors» in einem Dokument zu diesem Thema realistischerweise verwenden würde.
Schlüsselphrase im Überschriften-Tag (H1, H2 usw.)
Stichwörter in Überschriften-Tags sind ein wichtiges Signal für das Thema einer Seite. H1 hat das grösste Gewicht, H2 weniger, und so weiter. Überschriften-Tags verbessern ausserdem die Zugänglichkeit für Screenreader – klare, beschreibende Überschriften senken die Absprungrate, wie verschiedene Studien zeigen.
Wörter mit auffälliger Formatierung
Fett, kursiv, unterstrichen oder grösser formatierte Schlüsselwörter werden stärker gewichtet als normaler Text – aber schwächer als Wörter in einer Überschrift. Matt Cutts und ein Patent bestätigen das: «Übereinstimmungen in Text mit grösserer Schrift oder Fett- bzw. Kursivformatierung können stärker gewichtet werden als Übereinstimmungen in normalem Text.»
Schlüsselwörter in unmittelbarer Nähe
Nähe impliziert Zusammenhang – das überrascht niemanden, der mit Sprache vertraut ist. Ein Absatz über deine SEO-Arbeit in Chicago leistet mehr für das Ranking auf «Chicago SEO» als zwei getrennte Absätze – einer über SEO, einer über Chicago.
Keyword in ALT-Text
Das ALT-Attribut eines Bildes beschreibt das Bild für Suchmaschinen, die es nicht anzeigen können. Das schafft Relevanz – insbesondere für die Bildsuche – und verbessert gleichzeitig die Zugänglichkeit.
Genaue Übereinstimmung der Suchphrasen
Google liefert manchmal Ergebnisse, die nur einen Teil eines Suchbegriffs enthalten. Trotzdem hält ein Patent fest: Für eine exakte Übereinstimmung wird ein höherer IR-Wert (Information Retrieval) vergeben. Konkret: «Ein Dokument, das allen Begriffen der Suchabfrage entspricht, erhält möglicherweise eine höhere Punktzahl als ein Dokument, das nur einem entspricht.»
Teilweise Übereinstimmung mit Suchphrasen
Eine exakte Übereinstimmung mit einem Suchbegriff hat den stärksten Einfluss aufs Ranking. Google bestätigt aber indirekt, dass du auch dann noch ranken kannst, wenn dein Text nur teilweise mit einer Suchanfrage übereinstimmt – was sich durch viel Googeln beobachten lässt.
Keyword Stemming
Keyword-Stemming bezeichnet die Praxis, den Wortstamm zu extrahieren und verwandte Wörter zu finden (z. B. «stem-ming», «stem-med»). Wer das vermeidet – etwa um den Keyword-Density-Score zu optimieren –, verschlechtert die Lesbarkeit und erzielt schlechtere Ergebnisse. Eingeführt wurde das mit dem Florida-Update 2003.
Interner Link Ankertext
Der Ankertext eines Links sagt dem Nutzer, wohin er führt. Er ist ein zentrales Navigationselement und hilft – solange er nicht missbraucht wird –, die Relevanz eines Inhalts festzustellen. Vage Alternativen wie «hier klicken» leisten das nicht.
Keyword im Domain-Namen
Ein Keyword oder eine Phrase im Domain-Namen bringt einen Ranking-Bonus. Die Gewichtung ist geringer als bei einer exakten Übereinstimmung des Domain-Namens mit einer SEO-Abfrage – aber höher als wenn das Keyword erst weiter hinten in der URL erscheint.
Verteilung der Page Authority
Seiten, die site-weit verlinkt sind, erhalten einen starken Boost; Seiten, die von ihnen verlinkt werden, einen geringeren – und so weiter. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich bei Seiten, die direkt von der Startseite aus verlinkt sind, da diese in der Regel die meistverlinkte Seite einer Website ist. Das gezielte Steuern dieses Faktors wird als PageRank Sculpting bezeichnet.
Durch Bindestriche getrennte URL-Wörter
Bindestriche sind der empfohlene Weg, Wörter in einer URL zu trennen. Unterstriche funktionieren zwar, sind aber weniger zuverlässig – sie können mit Programmiervariablen verwechselt werden. Zusammengeschriebene Wörter werden wahrscheinlich nicht als separate Keywords erkannt, was den URL-Keyword-Bonus kostet. Bindestriche allein heben das Ranking aber nicht an.
Verwendung von HTTPS (ssL)
SSL wurde 2014 offiziell als positiver Ranking-Faktor angekündigt – unabhängig davon, ob die Website Nutzereingaben verarbeitet. 2015 spielte Gary Illyes die Bedeutung herunter und nannte es einen Tiebreaker. In einem Algorithmus, der Milliarden von Seiten numerisch bewertet, machen Tiebreaker bei hart umkämpften Suchanfragen aber oft den entscheidenden Unterschied.
Frischer Inhalt
Der vollständige Name dieses Konzepts lautet «frischer Inhalt, wenn die Abfrage Aktualität verdient». Dieser Begriff – Query Deserves Freshness, oft als QDF abgekürzt – beschreibt Suchanfragen, die von aktuelleren Inhalten profitieren. Das gilt nicht für alle Abfragen, aber für viele – insbesondere informationelle. Dieser SEO-Vorteil ist ein weiterer Grund, warum Markenhersteller regelmässig erfolgreich ranken.
Alter Inhalt
Ein Google-Patent hält fest: «Bei einigen Abfragen sind ältere Dokumente möglicherweise günstiger als neuere.» Beschrieben wird ein Szenario, in dem eine Ergebnismenge anhand des Durchschnittsalters der gefundenen Dokumente neu geordnet wird, bevor sie ausgespielt wird.
Qualität ausgehender Links
Ausgehende Links können zwar PageRank «auslaufen lassen» – trotzdem sollten Websites keine Sackgassen sein. Google belohnt massgebliche ausgehende Links zu «guten Websites».
Handyfreundlichkeit
Mobilfreundliche Websites erhalten einen deutlichen Ranking-Vorteil. Aktuell scheint sich das vor allem auf Nutzer auszuwirken, die auf Mobilgeräten suchen. Das Thema wurde mit dem Mobilegeddon-Update 2015 verschärft – obwohl Experten schon fast ein Jahrzehnt früher darüber spekulierten.
Formulierung und Kontext
Keyword-Dichte spielt heute kaum noch eine Rolle. Mit einem grundlegenden Verständnis der phrasenbasierten Indexierung lässt sich beobachten: Wer gründlich und ausführlich über ein Thema schreibt, hat deutlich bessere Chancen zu ranken als jemand, der generische Inhalte mit möglichst vielen Keywords befüllt.
Webserver in der Nähe von Benutzern
Google verhält sich bei lokalen Abfragen anders – es ergänzt klassische Ergebnisse um Google Maps-Treffer und passt die organischen Einträge an. Dasselbe gilt für nationale und internationale Suchen. Wenn du deine Website zumindest grob in der Nähe deiner Nutzer hostest – etwa im selben Land –, sind bessere Platzierungen wahrscheinlicher.
Neuartiger Inhalt gegen das Web
Ein Patent legt nahe, dass Google deutlich mehr als nur identische Duplikate abwertet. Google hat Methoden beschrieben, mit denen Inhalte als wenig interessant eingestuft werden können. Sobald eine Gruppe verwandter Artikel identifiziert ist, wird geprüft, welcher davon aussagekräftiger, eigenständiger oder ungewöhnlicher ist. Diese «Informationsnuggets» werden dann als Teil einer «Neuheitswertung» belohnt.
Neuartiger Inhalt gegen sich selbst
Google-Patente legen nahe, dass die echte Einzigartigkeit und Aussagekraft von Inhalten einen «Novelty Score» bestimmen – ermittelt durch das Quantifizieren und Qualifizieren von «Informationsnuggets» im Text. Das entsprechende Patent spricht zwar nur vom Vergleich zwischen «Dokumenten». Da doppelte Inhalte aber sowohl intern als auch extern bewertet werden, ist es wahrscheinlich, dass Neuheitswertungen ebenfalls in beide Richtungen funktionieren.