Erhält Microsoft den Zuschlag für Public Cloud Ausschreibung der Schweiz?

Geschrieben von
Roger Klein
Public Cloud Schweiz

Der Bund offeriert eine Investition in Millionenhöhe für den Betrieb einer Public Cloud in der Schweiz. Die Anforderungen wirken dabei nicht nur unrealistisch — Schweizer Anbieter fühlen sich ausgeschlossen. Ist die Ausschreibung nur eine Farce, um Microsofts Cloud-Plattform zu etablieren?

Ausschreibung für eine Schweizer Public Cloud

Anfang des Jahres veröffentlichte der Schweizer Bund die Ausschreibung. Konkret gesucht sind bis zu fünf Anbieter einer Public Cloud. Den Siegern winken insgesamt 110 Millionen Franken. Die Ausschreibung steht grundsätzlich allen Bewerbern offen — allerdings müssen diese eine beachtliche Liste an Anforderungen erfüllen.

Public Cloud mit Rechenzentren auf Schweizer Boden?

Der Anbieter muss Rechenzentren auf mindestens drei Kontinenten betreiben. Die angebotenen Services müssen einer internationalen Kundschaft zugänglich sein — nicht nur der Schweiz.

Einer der Paragraphen der Ausschreibung hält fest, dass der Ort der Datenhaltung nach Regionen festlegbar sein muss. Voraussetzung ist, dass im jeweiligen Land ein angemessener Schutz für natürliche Personen gemäss EDÖB besteht.

Die geforderten Services müssen ausserdem «georedundant» auf Schweizer Boden bereitstehen — konkret: mindestens zwei voll funktionsfähige Rechenzentren an möglichst weit entfernten Standorten. Das schafft Ausfallsicherheit bei Wartungen und Störungen. Ein Schweizer Rechenzentrumsstandort schlägt bei der Zuschlagsgewichtung aber nur mit 10 % Bonus zu Buche.

Hohe Anforderungen an das Servicespektrum

Die Ausschreibung listet insgesamt 32 Public Cloud Services. Je mehr ein Bewerber davon abdeckt, desto mehr Punkte sammelt er — mindestens 24 der 32 sind jedoch Pflicht.

Dazu kommen strenge Anforderungen an bestehende Zertifizierungen. Die ISO gibt hier den Massstab vor: Für Cloud-Betrieb existieren diverse Normen, unter anderem für Cloud-Security und Privacy.

Microsoft schon im Vorfeld garantierter Sieger des Wettbewerbs?

All das zu erfüllen ist kein Pappenstiel. Erschwerend kommt hinzu, dass es um ein Datenvolumen von schätzungsweise 10 Petabyte geht — Rechenleistung in einer Grössenordnung, die kaum jemand ohne weiteres bereitstellen kann.

Einige potenzielle Interessenten äusserten gegenüber der Zeitung Le Temps heftige Kritik an der Ausschreibung. Der Tenor: Sie sei wie «für Microsoft geschrieben». Die Bundeskanzlei wies diese Vorwürfe zurück — die Ausschreibung richte sich an alle Unternehmen, welche die Eignungskriterien erfüllen. Wer sich diese Kriterien aber noch einmal genau ansieht, stellt fest: Der Wind steht für Microsoft auffallend günstig.

Tags: BetriebssystemeRechtSchweizTechnologien
Über die Autor:in

Roger Klein

Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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