Seit einigen Monaten lese ich immer mehr über „Fraggle“. Der Begriff ist ein Kunstwort aus „Fragment“ und „Handle“ — geprägt von der SEO-Expertin Cindy Krum.
Ersetzt Fraggle die Description einer Webseite?
Suchmaschinen setzen die angezeigten Informationen heute dynamisch aus Seiteninhalten zusammen. Die Qualität dieser Snippets messen sie am Verhalten der Besuchenden. Meta-Keywords sind schon lange irrelevant — Google ignoriert sie seit Jahren. Dasselbe Schicksal könnte der Meta-Description drohen.
Das eigentliche Problem aus Sicht der Suchmaschinen: Viele Snippets locken mit Versprechen, die die Seite selbst nicht einlöst. Fraggle würde dem Autor die Kontrolle über die Snippet-Vorschau nehmen. Ein kleiner Hebel bliebe aber: Wer bestimmte Textabschnitte explizit als kopierbar markiert, kann zumindest steuern, was übernommen wird.
Suchmaschinen als Content-Diebe
Wer eine Website betreibt, investiert viel — Geld für externe Autorinnen und Autoren oder eigene Stunden fürs Recherchieren und Schreiben. Das Ziel ist immer dasselbe: Inhalte schaffen, die Suchmaschinen verstehen und die Besuchende wirklich weiterbringen. Im besten Fall führt das zu direktem Kontakt — neue Kunden, Partner, Interessenten.
Wenn Suchmaschinen nun zunehmend Content direkt in den Suchergebnissen anzeigen, bleiben diese Kontakte aus. Der Traffic landet nicht mehr auf der Webseite — er bleibt bei der Suchmaschine.
Das Web verändert sich ständig. Neue Gesetze, neue Spielregeln, neue Formate. Wie sich Fraggle durchsetzt, wird sich zeigen. Was bleibt: Eine sorgfältig gepflegte Seite mit echtem Mehrwert hat immer gut funktioniert — und wird es weiter tun.