Erstmals erschienen im MĂ€rz 2014, im Oktober 2026 neu geschrieben.
TYPO3, WordPress und Joomla sind Redaktionssysteme, mit denen sich eine Website ohne Programmierkenntnisse pflegen lÀsst. Alle drei sind Open Source: Der Code ist frei einsehbar, und die Software selbst kostet nichts. 2014 haben wir hier Suchanfragen aus Google Trends verglichen. Heute sagt die Verbreitung mehr, und die Frage, welches System passt, hÀngt vom Vorhaben ab.
Drei Systeme, drei HerkĂŒnfte
- TYPO3 stammt aus DÀnemark. Die erste öffentliche Beta erschien im Jahr 2000, seit 2001 ist es Open Source. Es ist auf grosse, mehrsprachige Websites mit vielen Redaktoren ausgelegt.
- WordPress erschien 2003 als Software fĂŒr Blogs und ist seither zu einem vollwertigen Redaktionssystem gewachsen.
- Joomla entstand 2005 als Abspaltung des Systems Mambo und liegt in Umfang und Anspruch zwischen den beiden anderen.
Wie verbreitet die drei heute sind
Der Dienst W3Techs wertet laufend aus, welche Systeme auf gut 20 Millionen Websites laufen. WordPress steckt demnach hinter rund 40 Prozent davon. Joomla liegt bei rund einem Prozent, TYPO3 darunter.
Im deutschsprachigen Raum ist TYPO3 stÀrker vertreten, als diese Zahl vermuten lÀsst, vor allem bei Hochschulen, Verwaltungen und grösseren Firmen. Joomla verliert seit 2018 Anteile.
Verbreitung ist kein QualitĂ€tsurteil. Sie hat aber Folgen: FĂŒr ein verbreitetes System gibt es mehr Erweiterungen, mehr Anleitungen und mehr Leute, die es betreuen können.
WofĂŒr TYPO3 stark ist
TYPO3 spielt seine StĂ€rken bei grossen Vorhaben aus: viele Sprachen, mehrere Websites in einer Installation, fein abgestufte Rechte fĂŒr Dutzende Redaktoren, FreigabeablĂ€ufe vor der Veröffentlichung.
Der Preis dafĂŒr ist der Aufwand. Einrichtung und Anpassung verlangen Fachleute, die das System kennen, und davon gibt es weniger als fĂŒr WordPress. FĂŒr eine Website mit zwanzig Seiten ist TYPO3 in der Regel mehr, als es braucht.
WofĂŒr WordPress stark ist
WordPress ist schnell eingerichtet und fĂŒr Redaktoren leicht zu lernen. FĂŒr fast jede Aufgabe gibt es eine Erweiterung, vom Kontaktformular bis zum Webshop. Das macht es zur naheliegenden Wahl fĂŒr kleine und mittlere Websites.
Die SchwĂ€che liegt in derselben Eigenschaft. Weil sich so leicht etwas dazuinstallieren lĂ€sst, sind viele Installationen ĂŒberladen, und jede Erweiterung muss aktuell gehalten werden. Die meisten SicherheitslĂŒcken stecken in Erweiterungen, nicht in WordPress selbst. Mehr dazu auf unserer Seite zu WordPress.
Und Joomla
Joomla bringt von Haus aus mehr mit als WordPress, etwa Mehrsprachigkeit und eine feinere Rechteverwaltung, und ist einfacher einzurichten als TYPO3. Es wird weiterentwickelt und ist ein solides System.
Gegen eine neue Website mit Joomla spricht vor allem der Markt: Es gibt weniger Erweiterungen und weniger Dienstleister als frĂŒher. Wer eine laufende Joomla-Website hat, die gepflegt wird, muss deswegen nicht umziehen.
Wie du entscheidest
Welches System das beste ist, lÀsst sich nicht beantworten. Es kommt darauf an, was zu deinem Vorhaben passt und wer es betreut.
- Wie viele Leute pflegen Inhalte, und brauchen sie unterschiedliche Rechte?
- Wie viele Sprachen und wie viele Websites sind es?
- Wer betreut das System in fĂŒnf Jahren, falls der heutige Dienstleister ausfĂ€llt?
- Was kostet der Unterhalt pro Jahr, nicht nur der Aufbau?
Wir arbeiten mit WordPress und sind darum nicht unparteiisch. FĂŒr die Websites, die wir bauen, ist es die passende Wahl. FĂŒr ein Hochschulportal mit zweihundert Redaktoren wĂ€re es das nicht. Weitere Kriterien stehen im Beitrag CMS: Welches ist die richtige Wahl.