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Web-Apps: ein Trend, der sich fortsetzt

Roger Klein · 16. Juni 2017 · 3 Min. lesen

Erstmals erschienen im Juni 2017, im Oktober 2026 neu geschrieben.

Eine Web App ist eine Anwendung, die im Browser läuft. Du lädst sie nicht aus einem App Store, sondern rufst sie über eine Adresse auf. Der Online-Fahrplan, das E-Banking und der Buchungskalender deines Coiffeurs sind Web Apps: Websites, die sich wie ein Programm bedienen lassen.

Web App, native App, PWA

  • Native App. Für ein bestimmtes Betriebssystem gebaut, also einmal für iOS und einmal für Android. Sie kommt aus dem App Store oder von Google Play und hat Zugriff auf fast alle Funktionen des Geräts.
  • Web App. Läuft im Browser auf jedem Gerät. Es gibt eine einzige Version für alle.
  • Progressive Web App, kurz PWA. Eine Web App, die sich installieren lässt. Den Begriff gibt es seit 2015. Sie bekommt ein Symbol auf dem Startbildschirm, öffnet sich ohne Adressleiste und kann einen Teil ihrer Inhalte auch ohne Netz anzeigen.

Was eine PWA technisch ausmacht

Zwei Dinge braucht eine Website, damit Chrome und Edge sie als App installieren: HTTPS und ein Manifest. Ein drittes macht sie erst zur vollwertigen App: der Service Worker.

  • HTTPS. Die Seite muss verschlüsselt ausgeliefert werden.
  • Ein Manifest. Eine kleine Datei mit dem Namen der App, dem Symbol und den Farben.
  • Ein Service Worker. Ein Skript, das im Hintergrund läuft. Für die Installation ist er nicht mehr nötig, für den Start im Funkloch und für Push-Nachrichten schon.

Was heute geht

Auf Android bietet Chrome die Installation im Menü an und blendet bei passenden Seiten von selbst einen Hinweis ein. Push-Nachrichten funktionieren dort seit Jahren.

Auf dem iPhone installierst du eine Web App in Safari über «Teilen» und «Zum Home-Bildschirm». Seit iOS 16.4 vom Frühling 2023 kann eine so installierte Web App auch Push-Nachrichten schicken. Damit ist die grösste Lücke gegenüber Android geschlossen.

Am Computer installieren Chrome und Edge eine PWA mit einem Klick in der Adressleiste. Safari kann seit macOS Sonoma jede Website als App ins Dock legen.

Wo die Grenzen liegen

  • Kein Platz im App Store. Wer dort nach deinem Namen sucht, findet eine reine Web App nicht.
  • Auf dem iPhone fehlt der Hinweis. Safari schlägt die Installation nicht vor. Du musst deinen Nutzern erklären, wie es geht.
  • Nicht jede Gerätefunktion ist erreichbar. Kamera, Standort und Mikrofon gehen. Bei Bluetooth und NFC ist auf dem iPhone Schluss.
  • Der Speicher gehört dem Browser. Wird der Platz auf dem Gerät knapp, kann das System löschen, was eine Web App lokal abgelegt hat. Im Safari-Tab passiert das schon nach sieben Tagen ohne Besuch, für eine installierte Web App gilt diese Frist nicht.

Wann sich eine Web App lohnt

Sie lohnt sich, wenn dieselben Leute sie immer wieder brauchen: ein Kundenportal, ein Bestellwerkzeug für Stammkunden, ein internes Werkzeug für den Aussendienst, das auch ohne Empfang funktionieren muss. Du baust einmal und erreichst alle Geräte, und für ein Update braucht es keine Freigabe durch einen App Store.

Eine native App ist die bessere Wahl, wenn du im App Store gefunden werden musst oder Funktionen brauchst, die der Browser nicht hergibt.

Eine gewöhnliche Firmenwebsite braucht weder das eine noch das andere. Sie muss auf dem Handy sauber aussehen, mehr nicht. Was dazugehört, steht im Beitrag Was ist responsives Design.

Roger Klein Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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