9 Tipps für erfolgreiche Facebook-Gruppen

Geschrieben von
Roger Klein
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Es gibt kaum noch organisches Wachstum? Falsch. Facebook-Gruppen können ein mächtiges Tool zum Community-Aufbau sein. Sara Urbainczyk, Mitbegründerin von über 100 Gruppen für „Echte Mamas“, hat gute Tipps.

Anfang 2018 gab es lange Gesichter bei vielen Betreibern von Facebook-Auftritten: Das soziale Netzwerk hatte seinen Algorithmus so verändert, dass Seiten im Newsfeed seltener angezeigt wurden, die Beiträge von Freunden häufiger. Besucherzahlen und Interaktionen über diesen Kanal gingen zurück. „Das war’s mit Facebook“ hiess es in vielen Marketingbüros.

Dass dem nicht so war, zeigte zur selben Zeit „Echte Mamas“, das grosse Erfolge auf Facebook erzielte. Die heute grösste deutsche Online-Community für Mütter und künftige Mütter hat über 520.000 Fans auf Facebook. „Echte Mamas“ wurde 2016 von Sara Urbainczyk, Marion Scheithauer und Miriam Wildner gegründet. Unter dem Slogan „Echt und ehrlich“ vermittelt die Community die Botschaft: Ihr müsst nicht perfekt sein. Es ist okay, Fehler zu machen. Ihr seid nicht allein.

„Echte Mamas“ zeigen, was in Facebook-Gruppen steckt

Das schlug ein. Der Erfolgsreaktor für „Echte Mamas“ waren und sind Gruppen auf Facebook. Sie geben Müttern einen Raum zum Austausch — für Sorgen, Freude und Empfehlungen. Gruppen sind nicht wie Seiten von der Newsfeed-Abwertung im Facebook-Algorithmus betroffen. Facebook stuft Gruppen-Aktivitäten als Meaningful Interactions ein, die ähnlich hoch gewertet werden wie Aktivitäten von Freunden. Nutzer bekommen Benachrichtigungen, die sie regelmässig in Gruppen zurückbringen. Die Gruppen von „Echte Mamas“ zählen insgesamt über 75.000 Mitglieder und wachsen monatlich um 15 bis 20 Prozent. Die Hauptgruppe verzeichnet jeden Monat eine Million Interaktionen — und die Mitglieder liefern dabei oft hochwertiges Produktfeedback.

„Facebook-Gruppen sind die Zukunft“, sagt Sara Urbainczyk. Sie hat früh auf das richtige Pferd gesetzt: Auf der Entwicklerkonferenz F8 betonte Facebook, dass es neben dem Messenger auch Gruppen zum Mittelpunkt der Plattform machen will. „Als wir 2016 mit Facebook-Gruppen angefangen haben, konzentrierten sich alle anderen auf Seiten“, erinnert sich die Hamburgerin. „Wir waren da Vorreiter und profitieren jetzt davon, dass Gruppen in den Fokus gerückt sind.“ Wie das in der Praxis funktioniert, hat Urbainczyk auf der OMR vorgestellt. Die folgenden Tipps — zusammengetragen von t3n und aus Saras Erfahrungsschatz — zeigen, wie sich eine vitale Social-Media-Community aufbauen lässt.

1. Identifiziere das richtige Thema

Das Gruppenthema „muss Menschen berühren und ansprechen können“, sagt Urbainczyk. Es sollte etwas sein, zu dem Menschen auf persönlicher Ebene Hilfe oder Rat suchen, eigene Erlebnisse teilen wollen oder leidenschaftlich diskutieren können. Gesunde Ernährung, Motorradfahren, Fussballvereine, Traumreisen, Dating. Keine Angst vor der Nische: Ein Thema wie Ernährung interessiert zwar potenziell Millionen, muss sich aber gegen Hunderte bestehender Gruppen behaupten. Eine spezialisierte Gruppe „Vintage Motoguzzi-Fans“ hat eine kleine Zielgruppe — kann sich aber gut präsentiert schnell von anderen Gruppen absetzen.

Je mehr sich das Gruppenthema mit deinem eigentlichen Angebot überschneidet, desto besser. Das Interesse der Community soll in geeigneten Fällen auf dein Produkt kanalisiert werden: Erstell als Ersatzteilhändler eine Tuning-Gruppe für Autofans oder als Jobportal eine Gruppe über Arbeitsrecht. Die Aquaristik-Gruppe für einen Fonds-Anbieter muss aber nicht sein. Nein, auch dann nicht, wenn der Slogan irgendetwas mit dicke Fische an Land ziehen lautet.

Sara Urbainczyk bringt es auf den Punkt: „Es ist vor allem wichtig, dass man eine Leidenschaft für das Thema hat. Nur wenn man etwas gerne macht, kann man authentisch und glaubwürdig sein.“

2. Benutze sprechende Namen

Aus dem Gruppennamen sollte sofort ersichtlich sein, worum es geht. Wer sich für Elektroscooter interessiert, weiss bei „Elektroscooter-Tipps“ gleich, wo er ist. Bei „Powerroller“ muss er erst rätseln. Denk in Keywords: Wer per Facebook-Suchfeld eine Gruppe zum Thema sucht, sollte deine unter den Ergebnissen finden.

3. Geschlossene Gruppe anlegen

Eine Gruppe lässt sich als „öffentlich“ oder „geschlossen“ anlegen. Postings in öffentlichen Gruppen sind auch für Nichtmitglieder sichtbar, auf Inhalte geschlossener Gruppen haben nur Mitglieder Zugriff. Geschlossene Gruppen animieren die Teilnehmer dazu, offener zu reden — gerade bei persönlichen oder sensiblen Inhalten. Sie können sich sorgenlos unter Gleichgesinnten austauschen. Öffentliche Gruppen sieht Urbainczyk kritisch: „Es kann immer sein, dass ein Nutzer nicht weiss, dass es eine öffentliche Gruppe ist, und sein Beitrag ist dann ungewollt für jeden sichtbar.“

4. Bewirb die Gruppen auf deiner Seite

Gruppen lassen sich bei Facebook nicht direkt bewerben — trotzdem solltest du eine Ankerseite pflegen. Erstell auf der Facebook-Seite ein Posting mit Link und aussagekräftiger Beschreibung der Gruppe. Das Posting kannst du dann im Werbeanzeigenmanager mit dem Ziel „Beitragsinteraktionen“ bewerben. Bei „Echte Mamas“ wurde es schnell zum Selbstläufer — sogar ohne bezahlte Postings. „Es ist total spannend, zu sehen, was da für ein Wachstum passiert, obwohl wir überhaupt keine Werbung für unsere Gruppen machen“, erklärt Urbainczyk. „Das haben wir nur am Anfang und nie ‚Paid‘ gemacht. Die Gruppen wachsen im Moment trotzdem sehr stark, weil Facebook sie den Nutzern vorschlägt.“

Lad viele Interessierte zur Gruppe ein — etwa Personen, denen Seitenbeiträge gefallen haben. Und füg den Call-to-Action-Button „Zur Gruppe“ hinzu.

5. Sei selbst aktiv

Selbst Teil der Gruppe zu sein gehört zum Erfolgsmodell. Das beginnt damit, die Gruppe mit dem eigenen privaten Profil zu gründen. Postings in der Gruppe sollten vom Privatprofil kommen, nicht von der Seite — der Algorithmus gibt dem Privatprofil mehr Reichweite. Gleichzeitig schafft es Verbundenheit, wenn die Community mit echten Menschen kommuniziert statt nur mit einer Marke. „Man muss ja verstehen können, was man da macht“, sagt Urbainczyk. „Und man muss auch das Nutzerverhalten verstehen können.“ Das zahlt sich auch konkret aus: „Zuletzt brauchte ich einen neuen Reisebuggy und habe da als erstes in unserer Gruppe gepostet. Man bekommt ehrliches und authentisches Feedback.“

6. Nutze lokale Gruppen

Örtlicher Bezug funktioniert. Lokale Gruppen wie „Echte Mamas Berlin“ oder „Echte Mamas Köln“ laufen laut Urbainczyk sehr gut. „Die Nutzer teilen gerne lokale Informationen miteinander. Wo gibt es den schönsten Spielplatz in meiner Stadt? Mein Kind hat Neurodermitis, welchen Arzt kann man da empfehlen? Das kann man nur miteinander tauschen, wenn man in derselben Stadt lebt.“ Solche Gruppen animieren auch dazu, offline Kontakte zu knüpfen. „Es geht darum, Informationen zu teilen, aber eben auch neue Leute kennenzulernen und dann zusammen den Kinderwagen um den Block zu schieben, vielleicht auch Freundinnen zu finden.“

7. Lass nicht jeden rein

Für Stimmung und Diskussionskultur in der Gruppe ist eine klar definierte Zielgruppe wichtig. Bei „Echte Mamas“ haben anfragende Profile schwer, die jünger als drei Monate sind oder in sehr vielen anderen Gruppen Mitglied sind — Hinweis auf Spam-Profile. Etwa jede vierte Anfrage wird abgelehnt. Auch Männer werden aussortiert. „Wir hatten auch Väter, die gesagt haben: ‚Hey, hier dreht sich alles um Mütter, aber auch wir nehmen eine grosse Rolle ein und wollen auch dabei sein.‘ Seit kurzem gibt es auch eine Echte-Papas-Gruppe — die hat innerhalb von vier Wochen fast 5.000 Mitglieder bekommen.“

8. Stell klare Regeln auf

Welcher Tonfall ist angemessen? Wie geht man mit Trollereien und Beleidigungen um? Sind Werbung für andere Gruppen und Verkaufsangebote erlaubt? Vorstellungen im Sammelthread oder einzeln? Stolperfallen gibt es viele. Die Regeln sollten klar und transparent kommuniziert werden — nur bei einer gesunden Diskussionskultur fühlen sich Mitglieder wohl und kommen gerne wieder.

9. Hol dir Hilfe

Facebook-Gruppen mit vielen Teilnehmern lassen sich nicht im Einzelkämpfer-Modus moderieren. Moderatoren lassen sich aus begeisterten Gruppenmitgliedern rekrutieren — jede Gruppe sollte mehrere haben. Sie sollten sich untereinander per Chat oder einer eigenen Moderatoren-Gruppe abstimmen. Regelmässige Offline-Treffen verbessern die Moderationsqualität. Bei schwierigen Gruppen lohnt sich professionelle Unterstützung. Bei „Echte Mamas“ kümmern sich zehn Mitarbeiter um die Gruppenbetreuung, unterstützt von acht „Power-Moderatorinnen“ und 153 freiwilligen Moderatorinnen.

Gefunden auf: https://t3n.de/news/9-tipps-fuer-erfolgreiche-1165233/

Über die Autor:in

Roger Klein

Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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