Blockchain – sinnvolle Technologie oder inzwischen nur Modebegriff?

Geschrieben von
Miriam Schäfer
Blockchain

Die Blockchain-Technologie findet mittlerweile vielerorts Anwendung, Paradebeispiel dafür sind die Bitcoins. Von der Theorie her gelten diese Systeme als nicht manipulierbar – die Praxis zeigt immer öfter das Gegenteil.

Von Blockchains zu Bitcoins

Die freie Enzyklopädie Wikipedia beschreibt den Begriff Blockchain bereits sehr ausführlich, wenn auch leider sehr technisch. Wir versuchen uns an einer etwas vereinfachten Erklärung. Ins Deutsche übersetzt steht Blockchain für eine Blockkette – die einzelnen Blöcke stehen dabei für Datensätze.

Die Verkettung vieler Datensätze erfolgt über ein kryptografisches Verfahren – daher auch der Begriff der Kryptowährung. Blockchain-Verfahren laufen grundsätzlich über ein dezentrales Netzwerk: Die Verarbeitung ist auf mehrere Stellen verteilt, die Speicherung findet auf den angebundenen Endrechnern statt.

Bitcoins haben den Blockchain-Begriff massgeblich geprägt. An ihnen wird die praktische Bedeutung von Blockchains am deutlichsten. Bitcoins sind eine rein digitale Währung – allerdings nicht im herkömmlichen Sinne. Sie dienen als Zahlungsmittel, sind aber keine Währung im klassischen Sinne.

Und so funktionieren Kryptowährungen

Viele Datensätze – also einzelne Blöcke einer Blockchain – fassen eine Transaktion zusammen. Kryptografisch heisst hier: Die Verkettung erfolgt verschlüsselt. Bei Bitcoin-Blockchains erhält jeder Datenblock eine Prüfsumme zur Verifizierung.

Ein Vergleich mit einer herkömmlichen Banküberweisung macht das verständlicher. Du überweist Geld an einen Empfänger – die Bank ist die zwischengeschaltete Stelle, die die Transaktion prüft und ausführt. Bei Bitcoins bzw. Kryptowährungen gibt es keine solche Zwischenstelle. Die Verarbeitung läuft dezentral – direkt auf den Rechnern von Absender und Empfänger.

Die angeblichen Vorteile von Blockchains

Blockchains gelten aufgrund ihrer Eigenschaften als unveränderlich, transparent und anonym. Dazu schreibt man ihnen eine hohe Sicherheit zu – begründet durch die theoretische Unveränderlichkeit der einzelnen Komponenten, sobald eine Transaktion einmal verarbeitet und gespeichert ist.

Die Transparenz ergibt sich daraus, dass alle Transaktionsdaten automatisch und vollständig dokumentiert werden. Die Anonymität der Beteiligten ist durch die Verschlüsselung sichergestellt.

Blockchain – eine Lösung ohne Problem?

Allerdings gibt es von Anfang an auch Kritik am Blockchain-Verfahren. Die Wall Street – als Zentrum des New Yorker Finanzdistrikts – bezeichnete die als Innovation präsentierte Methode einmal als Lösung, für die es gar kein Problem gibt. Im zugehörigen Artikel «Euphorie trifft auf Realität» findest du weitere Details.

Und wo technische Innovation, da springen kriminelle Hacker früher oder später auf. Der amerikanische Netzwerkdienstleister Atlas VPN stufte Blockchains als äusserst unsicher ein. Laut deren Analysen fanden allein seit Jahresbeginn 330 Cyberangriffe auf Anwendungssysteme statt, die auf Blockchain-Technologie basieren – mit finanziellen Schäden von rund 12 Milliarden Euro. Hauptziel waren dabei meistens Börsen für Kryptowährungen.

Die Recherchen zeigten jedoch: Nicht die Blockchains selbst sind die Sicherheitslücke. In den meisten Fällen sind es EOS D-Apps, die dazu dienen, das Blockchain-Verfahren zu beschleunigen.

Forscher vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) kamen zu einem ähnlichen Ergebnis. In den USA stand kurz die Frage im Raum, ob Blockketten-Technologie auch für E-Voting – also die elektronische Stimmabgabe – taugt. Die veröffentlichte Studie mit dem Titel «Going from Bad to Worse» beschreibt Blockchain als ein System, das zu viel Verwaltung und Aufsicht benötige, um wirklich nützlich zu sein.

Tags: Technologien
Über die Autor:in

Miriam Schäfer

Social Media und redaktionelle Inhaltspflege rundum.dog seit April 2026. Schreibt für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, Social-Media-Trends und KI-Themen.

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