Mit Google Ads Geld verdienen oder Geld verlieren?
Erstmals erschienen im Mai 2019, im Oktober 2026 neu geschrieben.
AdWords heisst seit Juli 2018 Google Ads. Das Prinzip ist dasselbe geblieben: Du bezahlst dafür, dass deine Anzeige über oder unter den Suchergebnissen erscheint, und zwar pro Klick. Ob am Ende mehr hereinkommt, als du ausgibst, entscheidet weniger die Anzeige als das, was davor und danach passiert. Drei Fragen solltest du beantworten, bevor du ein Konto eröffnest.
Was willst du bewerben
Bewirb ein bestimmtes Angebot, nicht die Firma. «Malergeschäft» ist zu breit. «Fassade streichen Einfamilienhaus» ist ein Angebot, zu dem es eine Suchanfrage, eine Anzeige und eine Seite geben kann.
Der Vorteil gegenüber Inserat und Flyer: Wer sucht, hat das Bedürfnis schon. Du musst niemanden überzeugen, dass er etwas braucht, du musst nur da sein, wenn er es sucht. Mehr zu den Stärken dieser Werbeform steht im Beitrag Vorteile von Google Ads.
Was soll der Besucher tun
Jemand hat geklickt und ist auf deiner Website. Was jetzt? Anrufen, ein Formular ausfüllen, bestellen, einen Termin buchen?
Die Seite, auf der er landet, muss genau das möglich machen, und zwar ohne Suchen. Wer auf eine Anzeige für Fassaden klickt und auf der Startseite landet, muss sich das Angebot selbst zusammensuchen. Die meisten tun das nicht.
Dieses Ziel musst du messen. Ohne Messung siehst du Klicks und Kosten, aber nicht, ob daraus Anfragen wurden. Wie du die Grundlage dafür legst, steht im Beitrag Google Analytics einbinden.
Was passiert nach der Anfrage
Hier geht das meiste Geld verloren, und es hat mit Google nichts zu tun. Eine Anfrage, die drei Tage liegen bleibt, war umsonst bezahlt.
- Wer bestellt, bekommt sofort eine Bestätigung.
- Wer ein Formular ausfüllt, bekommt eine Antwort, die sagt, wann sich jemand meldet.
- Jemand im Betrieb ist zuständig und antwortet am selben Tag.
- Das Telefon wird zu den Zeiten abgenommen, zu denen die Anzeigen laufen.
Der Interessent hat in diesem Moment meist mehrere Anbieter angefragt. Wer zuerst brauchbar antwortet, ist im Vorteil.
Wo das Geld verloren geht
- Zu breite Suchbegriffe. Die Anzeige erscheint bei Suchen, die nichts mit deinem Angebot zu tun haben, und jeder Klick kostet.
- Keine ausschliessenden Begriffe. Wer nichts ausschliesst, bezahlt für «gratis», «Stellen» und «selber machen».
- Die Startseite als Ziel. Jede Anzeige braucht eine Seite, die zum Suchbegriff passt.
- Keine Messung. Dann lässt sich nicht sagen, welche Anzeige Anfragen bringt und welche nur Klicks.
- Empfehlungen ungeprüft übernehmen. Google Ads schlägt laufend vor, das Budget zu erhöhen und die Ausrichtung zu erweitern. Manches davon ist sinnvoll, vieles nützt vor allem Google.
- Zu grosses Gebiet. Ein Betrieb, der im Umkreis von dreissig Kilometern arbeitet, braucht keine Anzeigen in der ganzen Schweiz.
Klein anfangen und rechnen
Fang mit einem Angebot, wenigen genauen Suchbegriffen und einem Tagesbudget an, dessen Verlust dir nicht wehtut. Lass die Kampagne einige Wochen laufen und rechne dann: Was hat eine Anfrage gekostet, und wie viele Anfragen wurden zu Aufträgen?
Ist die Rechnung positiv, erhöhst du das Budget. Ist sie negativ, liegt der Fehler meist in einer der drei Fragen oben und selten am Gebot. Kampagnen lassen sich jederzeit pausieren. Anders als beim Inserat kannst du aufhören, bevor es teuer wird.
Wie Suchmaschinenwerbung grundsätzlich funktioniert, steht im Beitrag über Search Engine Advertising.