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Bundesamt warnt vor SharePoint Phishing Masche

Miriam Schäfer · 6. Februar 2026 · 2 Min. lesen

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) meldet eine neue Welle von Phishing-Angriffen über Microsoft SharePoint. Besonders heikel: Selbst die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) kann hier ausgehebelt werden – wenn du nicht aufmerksam bist. Hier erfährst du, wie die Masche abläuft, warum sie so schwer zu erkennen ist und wie du dich schützt.

Kurze Einordnung: Microsoft SharePoint

SharePoint ist ein System von Microsoft, das Firmen nutzen, um Dateien online zu speichern, zu teilen und gemeinsam daran zu arbeiten. Stell dir einen Online-Ordner für Teams vor – ähnlich wie Dropbox, aber tiefer ins Firmen-Intranet eingebettet: Dokumente, News, Handbücher, Projektseiten.

Mitarbeitende bekommen Einladungen per E-Mail und sind es gewohnt, auf Links zu klicken.

Genau das nutzen Betrüger bei dieser Phishing-Masche aus.

Wie die neue Phishing-Masche funktioniert

Die Betrüger verschicken gefälschte E-Mail-Einladungen, die scheinbar von Kolleginnen, Kollegen oder bekannten Unternehmen stammen – mit einem Link zu einem Dokument auf SharePoint. Auf den ersten Blick wirkt alles echt:

  • Die erste Login-Seite ist die echte Microsoft-Seite.
  • Die Absenderadresse lässt sich leicht fälschen oder wirkt glaubwürdig.
  • Moderne Übersetzungstools sorgen für fehlerfreie Texte.

Keine typischen Betrugshinweise. Kein schlechtes Deutsch. Kein seltsames Layout.

So werden die Daten abgegriffen: Ablauf der Phishing-Masche im Detail

  1. Du klickst auf den SharePoint-Link → die echte Microsoft-Loginseite öffnet sich.
  2. Du loggst dich ein → Microsoft schickt wie gewohnt einen Sicherheitscode (2FA).
  3. Du gibst den Code ein → Die Betrüger sitzen in Echtzeit zwischen deinem Browser und Microsoft. Sie leiten deinen Code sofort weiter und nutzen ihn direkt für einen parallelen Login.
  4. Der eigentliche Angriff → Im Dokumentbereich öffnet sich ein weiterer Link, z. B. zu einem PDF.
  5. Auf der gefälschten Folgeseite wirst du erneut zum Login aufgefordert.
  6. Dein Passwort und der 2FA-Code werden live abgefangen – und können von den Angreifern genutzt werden.

Wichtig: Microsoft selbst wurde nicht gehackt. Die Angreifer sitzen wie ein „Zwischenstation-Server“ zwischen dir und Microsoft. Alles, was du eingibst, wird direkt weitergeleitet.

Warum diese Masche so schwer zu erkennen ist

  • Der erste Login ist echt → du hast bereits Vertrauen aufgebaut.
  • Das Layout der gefälschten Seite ist identisch.
  • Der Sicherheitscode ist echt → dein Gehirn sagt: „Alles korrekt.“
  • Dokumentenfreigaben per Mail gehören zum Firmenalltag → Klickreflex, ohne genauer hinzuschauen.

Diese Methode heisst Real-Time-Phishing oder Man-in-the-Middle-Phishing: Technisch wird nichts gehackt – die Angreifer nutzen dein Verhalten aus, um Zugriff zu erhalten.

Praktische Schutzmassnahmen für Unternehmen und Privatpersonen

  • Nie über Mail-Links einloggen → direkt über die offizielle Microsoft-Website oder App gehen.
  • Unerwartete Dokumentfreigaben prüfen → besonders bei unbekannten Absendern oder wenn die Anfrage überraschend kommt.
  • E-Mail-Adressen genau lesen → kleine Schreibfehler oder zusätzliche Zeichen sind Hinweise auf Fälschungen.
  • Hardware-Keys nutzen → Security-Keys (z. B. USB-Stick zum Einloggen) senken das Risiko erheblich, weil Codes dabei nicht abgefangen werden können.
  • Auf ungewöhnliches Verhalten achten → mehrfache Anmeldeanfragen oder sofortige Datei-Downloads sind verdächtig.
  • Kolleginnen, Kollegen und das persönliche Umfeld aufklären → auch legitime Seiten und echte Sicherheitscodes können missbraucht werden.

Die SharePoint-Phishing-Masche ist gefährlich, weil sie vertraute Abläufe nutzt: echte Login-Seiten, echte Sicherheitscodes, gewohnte Dokumentenfreigaben. Wer nicht blind auf Links klickt und 2FA nur auf verifizierten Seiten eingibt, macht es Angreifern deutlich schwerer.

Miriam Schäfer Erstellt und betreut Fachinhalte für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, KI und digitalen Trends. Verantwortlich für Content, Redaktion und Social Media bei rundum.dog.

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