Cyberangriff auf internationalen Facility-Konzern ISS
Wegen eines Malware-Angriffs musste das in ĂŒber 70 LĂ€ndern tĂ€tige Grossunternehmen seine Website und zahlreiche Systeme vom Netz nehmen. Auch die Schweiz ist von diesem massiven Shutdown betroffen.
Seit dem 17. Februar 2020 kĂ€mpft der Milliarden-Konzern ISS mit den Folgen einer Malware-Attacke. Die Website des Generalunternehmens ISS A/S spricht von einem âSicherheitsvorfall mit gravierenden Auswirkungen auf den IT-Bereich“. Mehr ist dort nicht zu lesen â auch nicht ĂŒber die Schweizer Internetadresse.
Vom Kopenhagener Hauptsitz meldete sich ein Sprecher der GeschĂ€ftsleitung: Alle gemeinsam genutzten IT-Systeme an sĂ€mtlichen ISS-Standorten seien als weitreichende Vorsichtsmassnahme deaktiviert worden â nur so liess sich die Isolierung der Malware erreichen. Bemerkenswert: Trotz der massiven Attacke ist bis dato keine Lösegeldforderung eingegangen.
ISS
Das Grossunternehmen ist im Facility Management, in der GebĂ€udereinigung und -wartung sowie in anderen betrieblichen Dienstleistungen tĂ€tig. Weltweit beschĂ€ftigt ISS ĂŒber 480.000 Mitarbeitende, davon 12.200 in der Schweiz. Der Umsatz belief sich im GeschĂ€ftsjahr 2018 auf 10 Milliarden Euro â davon 812 Millionen Franken allein in der Schweiz.
Interne ISS-Server waren das primÀre Ziel des Cyberangriffs
Per Pressemitteilung bestĂ€tigte das Unternehmen: Die internen Server waren das Hauptziel der Hacker. Aktuell arbeitet ISS mit forensischen Experten, dem Hosting-Provider und einer externen Task-Force am schrittweisen Wiederaufbau der IT-Systeme â mit höchster PrioritĂ€t. Einige Systeme laufen bereits wieder im Normalbetrieb. Erste Untersuchungen zeigen ausserdem, dass durch den Angriff auch sensible Kundendaten kompromittiert worden sein könnten.
GegenĂŒber der dĂ€nischen Nachrichtenagentur âRitzau Finans“ bestĂ€tigte ein Sprecher, dass vor allem die internen Server betroffen sind und dadurch massive Probleme bei der Protokollierung von Bestellungen entstanden. Da mehrere Systeme inzwischen wiederhergestellt wurden, laufen die meisten BĂŒroarbeiten wieder routinemĂ€ssig â die Auswirkungen fĂŒr Kunden blieben damit ĂŒberschaubar.
Eine genaue Prognose zur Dauer der AusfÀlle kann ISS noch nicht liefern. Die Konzernzentrale ermittelt, wie lange die vollstÀndige Wiederherstellung der IT-Systeme dauert und welcher finanzielle Schaden daraus entsteht. Kurz nach Bekanntwerden des Angriffs gab die ISS-Aktie an der Börse um 3,5 Prozent nach.