Erstmals erschienen im Januar 2013, im Oktober 2026 neu geschrieben.
Wer «Jaguar» in ein Suchfeld tippt, meint ein Tier, ein Auto oder ein American-Football-Team. Das Wort allein verrĂ€t es nicht. Anfang 2013 haben wir hier beschrieben, wie Google begann, diese Frage ernst zu nehmen. Sie bestimmt bis heute, was eine Suchmaschine anzeigt, und sie betrifft jeden, der Texte fĂŒr eine Website schreibt.
Vom Suchwort zur Sache
Im Mai 2012 stellte Google den Knowledge Graph vor. Das ist eine Datenbank, die keine Wörter speichert, sondern Dinge: Personen, Orte, Firmen, Werke und die Beziehungen zwischen ihnen. Zum Start enthielt sie mehr als 500 Millionen EintrÀge, Ende 2012 nannte Google 570 Millionen EintrÀge und 18 Milliarden Fakten. Im Dezember 2012 kam sie in die deutschsprachige Suche.
Sichtbar wurde das im Kasten neben den Treffern, der eine Person oder einen Ort in Stichworten vorstellt. Wichtiger war die Wirkung dahinter. Die Suchmaschine verglich nicht mehr nur Zeichenfolgen, sie ordnete eine Anfrage einer Sache zu.
Was seither dazukam
- 2013 baute Google die Suche mit dem Update «Hummingbird» so um, dass ganze Fragen gedeutet werden statt einzelner Wörter.
- 2015 wurde mit RankBrain bekannt, dass maschinelles Lernen Anfragen einordnet, die so noch nie gestellt wurden.
- 2019 folgte BERT, ein Sprachmodell, das den Zusammenhang der Wörter in einem Satz berĂŒcksichtigt.
- 2024 fĂŒhrte Google in den USA KI-Ăbersichten ein, die eine Antwort ĂŒber den Treffern zusammenfassen. Seit 2025 gibt es sie auch in der Schweiz.
Alle vier Schritte zielen auf dasselbe: Die Suche soll eine Antwort liefern. Wie du Inhalte fĂŒr Suchmaschinen und KI-Assistenten aufbereitest, steht im Beitrag SEO, AEO und GEO.
Vier Arten von Absicht
Ăblich ist es, Suchanfragen nach ihrer Absicht in vier Gruppen zu teilen.
- Wissen: «Was ist ein Redaktionssystem». Gesucht wird eine ErklÀrung.
- Hinfinden: «SBB Fahrplan». Gesucht wird eine bestimmte Website.
- Vergleichen: «Velo oder E-Bike fĂŒr den Arbeitsweg». Gesucht wird eine Entscheidungshilfe.
- Erledigen: «Coiffeur Frauenfeld Termin». Gesucht wird ein Anbieter, und zwar jetzt.
Eine Seite, die erklÀrt, passt schlecht zu jemandem, der buchen will. Eine Seite, die nur ein Bestellformular zeigt, passt schlecht zu jemandem, der erst verstehen möchte.
Wie du die Absicht herausfindest
Der einfachste Weg kostet nichts: Gib die Anfrage selbst ein und schau, was erscheint. Die Trefferliste zeigt, wie die Suchmaschine sie deutet. Stehen oben Ratgeber, will die Mehrheit etwas wissen. Stehen dort Karten und Anbieter, will sie etwas erledigen.
Dazu kommen die Fragen, die dir Kunden am Telefon und im Laden stellen. Sie sind die ehrlichste Quelle, weil niemand sie fĂŒr eine Suchmaschine formuliert hat. Welche Begriffe sich daraus ergeben, beschreibt der Beitrag Keywords fĂŒr deine Internetseite.
Was das fĂŒr deine Seite heisst
Schreib jede Seite fĂŒr eine Absicht. Die Seite zu einer Dienstleistung sagt zuerst, was du anbietest, fĂŒr wen und wo, und danach, wie man dich erreicht. Ein Ratgeber beantwortet die Frage im ersten Absatz und liefert die Einzelheiten weiter unten.
Wer beides auf einer Seite mischt, bedient keine der beiden Gruppen gut. Zwei Seiten, die aufeinander verweisen, sind fast immer die bessere Lösung.