Ein bekanntes Mittel, um die eigene Marketing-Reichweite zu steigern, ist die Veranstaltung von Gewinnspielen. Kaum ein anderes Feld hat aber so viele rechtliche Fettnäpfchen. Damit du auf der sicheren Seite bleibst und die Anforderungen an den Datenschutz bei Gewinnspielen einhältst, findest du nachfolgend einige grundlegende Tipps.
Gewinn- vs. Glücksspiel
Gleich vorneweg muss dieser Punkt klar sein: Bei Gewinnspielen und den zugehörigen Datenschutz-Bestimmungen geht es keinesfalls um Regelungen für Glücksspiele. Obwohl beides ähnlich klingt, gelten jeweils ganz unterschiedliche gesetzliche Grundlagen. In den meisten Ländern ist die Veranstaltung von Glücksspielen ohne behördliche Genehmigung verboten.
Für Gewinnspiele gilt das nicht. Dennoch gibt es Anforderungen, um dem Datenschutz gerecht zu werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Bussgelder — wie jüngst die Krankenkasse AOK. Weil besagter Veranstalter Daten von Gewinnspiel-Teilnehmern sammelte, ohne diese über Speicherung und Verarbeitung zu informieren, wurde ein Rekord-Bussgeld fällig.
Gewinnspiele: Anforderungen an den Datenschutz
Egal, in welcher Form oder über welchen Kanal du das Gewinnspiel veranstaltest — etwa via Social Media über Posts, Bilder oder Videos —, es gibt Ansprüche an die Transparenz. Das Gewinnspiel darf kein Ersatz für Werbung sein. Etwas Eigenwerbung ist erlaubt, darf aber nie überwiegen.
Gewinnspiel-Datenschutz: Bedingungen festlegen
Zuerst definierst du einen klaren Ablauf. Dazu zählen Beginn, Dauer, Stichtag für das Ende sowie die einzelnen Modalitäten — also: Was muss der Teilnehmer genau tun, um in den Lostopf zu wandern?
Auch die grundsätzliche Berechtigung spielt eine Rolle. Du entscheidest, welcher Teilnehmerkreis zugelassen ist. Gemäss dem Jugendschutz-Gesetz beträgt das Mindestalter zur Teilnahme übrigens 14 Jahre. Davon kannst du nicht abweichen.
Wie ermittelst du den letztendlichen Gewinner? Der vorab definierte Ablauf regelt die entsprechenden Vorgaben. Bei der Bekanntgabe empfiehlt sich eine anonymisierte Variante und der direkte Kontakt zum Gewinner.
Datenschutz bei Gewinnspielen: Weniger ist mehr?
Die Überschrift mag verwirren. Gemeint ist Folgendes: Während der Datenschutz grossgeschrieben wird, muss die Anzahl gesammelter, gespeicherter und weiterverarbeiteter Daten möglichst gering bleiben.
Bei Online-Gewinnspielen kommt es immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten, wenn bei der Teilnahme unnötige Personendaten abgefragt werden. Die E-Mail-Adresse ist gegebenenfalls relevant für die spätere Kontaktierung. Name und Geburtsdatum sind zulässig, um die grundsätzliche Berechtigung zur Teilnahme zu prüfen.
Spätere Verwendung der Daten
Hier ist höchste Vorsicht geboten. Um das Gewinnspiel datenschutzkonform zu halten, musst du alle Teilnehmer vorab klar darüber informieren, wie du deren Daten verwendest. Wenn du Angaben später wiederverwendest — etwa für Werbung —, muss das klar ersichtlich sein. Für Werbezwecke darf eine separate, aktive Zustimmung des Teilnehmers nicht fehlen.
Achtung: Die Verwendung von Personendaten für Werbezwecke ist gesetzlich verboten, wenn es sich beim Empfänger um Minderjährige handelt.
Datenschutz-Anforderungen des jeweiligen Gewinnspiel-Kanals beachten
Neben den gesetzlichen Anforderungen gibt es potenziell weitere Regelungen, denen du dich unterwerfen musst. Lies vor der Veranstaltung die jeweiligen Nutzungsbedingungen und Wettbewerbsrichtlinien.
Darin steht häufig, dass die jeweilige Plattform in Haftungsfragen grundsätzlich auszuschliessen ist. Ausserdem muss das Gewinnspiel klar erkennen lassen, wer der eigentliche Veranstalter ist. Die vollständige Angabe deiner Kontaktdaten bei Veröffentlichung bringt dich dabei auf die sichere Seite.