JavaScript wird vollständig auf der neuen Facebook Webseite umgesetzt
Laut dem Engineering-Blog der Beteiligten hat das zuständige Entwicklerteam die Oberfläche der Facebook-Webseite von Grund auf neu geschrieben. Eingesetzt werden ab sofort die JavaScript-Bibliothek React — die das soziale Netzwerk seinerzeit selbst entwickelte — und der GraphQL-Client Relay.
Das vollständige Neuprogrammieren einer Plattform dieser Grösse ist selten. Beim Start 2004 war die Website eine schlichte, serverseitig gerenderte PHP-Seite. Seitdem kamen Schicht für Schicht neue Technologien dazu — pflegeintensiv, und mit jeder Ergänzung wurde das Hinzufügen neuer Funktionen schwieriger.
Der Hauptgrund für den Neustart: Facebook wollte moderne Web-Techniken nutzen, die das Team schon länger für die Webseite im Sinn hatte. Die Desktop-Version soll sich so flüssig bedienen lassen wie eine App — entsprechend interaktiv, keine Kompromisse.
Was genau ist JavaScript?
JavaScript ist eine Programmiersprache, die seit 1995 existiert. Lange war sie fast ausschliesslich clientseitig im Einsatz — spätere Implementierungen wie Node.js brachten sie auch auf den Server. Heute ist ihr Einsatzgebiet breit. Bekannt ist sie vor allem für dynamisches HTML: Das Design einer Webseite lässt sich damit direkt während der Ansicht im Browser anpassen, ohne Seiten-Reload.
War die Wahl klar?
Dass die Wahl auf React fiel, überrascht kaum. Die JavaScript-Bibliothek entstand 2011 intern bei Facebook, seit 2013 ist sie als Open Source verfügbar. Mit React Native nutzt das Unternehmen ausserdem ein abgeleitetes Framework für seine mobilen Apps auf iOS und Android.
Ebenso wenig überraschend: der Abschied von PHP. Das Entwicklerteam ist überzeugt, dass damit keine vergleichbare Nutzungserfahrung wie mit client-seitigen Apps möglich ist. Serverseitig setzt Facebook deshalb zunehmend auf die hauseigene Alternative HHVM — die künftig nur noch die Sprache Hack unterstützt, nicht mehr PHP.