Ab dem 28. Juni 2025 gilt in der EU – und indirekt auch in der Schweiz – das neue Gesetz zur digitalen Barrierefreiheit. Für viele Unternehmen wird es zur Pflicht. Was das konkret bedeutet und wie du dich vorbereitest, haben wir hier zusammengestellt.
Was ist digitale Barrierefreiheit?
Digitale Barrierefreiheit bedeutet: Webseiten, Apps und elektronische Dokumente sind so gebaut, dass sie jede Person nutzen kann – unabhängig von körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen.
Das klingt nach einem Randthema. Ist es nicht. Rund 15 Prozent der Weltbevölkerung lebt mit einer Form von Beeinträchtigung – viele davon nutzen das Web täglich.
Die rechtlichen Grundlagen
Basis ist der European Accessibility Act (EAA). Er verpflichtet Unternehmen, ihre digitalen Angebote bis Juni 2025 barrierefrei zu gestalten. Betroffen sind unter anderem:
- Online-Shops
- Webseiten von Dienstleistern
- Banking- und Finanzportale
- Plattformen des öffentlichen Nahverkehrs
Für die Schweiz gilt der EAA nicht direkt. Wer aber Dienstleistungen oder Produkte in die EU anbietet, muss die Anforderungen trotzdem erfüllen. Innerhalb der Schweiz ist der eCH-0059 Accessibility Standard bindend – er basiert auf den WCAG 2.1.
Die WCAG-Richtlinien: Basis der Barrierefreiheit
Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 definieren, was barrierefrei heisst. Vier Prinzipien tragen das Ganze:
- Wahrnehmbarkeit: Inhalte müssen sichtbar und verständlich sein – ausreichender Kontrast, Alternativtexte für Bilder.
- Bedienbarkeit: Navigation und Steuerung funktionieren auch per Tastatur oder Screenreader.
- Verständlichkeit: Inhalte und Navigationselemente sind klar und eindeutig.
- Robustheit: Inhalte laufen mit verschiedenen Technologien und Hilfsmitteln.
Die WCAG 2.1 kennen drei Konformitätsstufen: A (Minimalanforderungen), AA (empfohlen) und AAA (erweiterte Anforderungen). Ziel für die meisten Projekte ist AA.
Häufige Barrieren – und wie Du sie vermeidest
Eine Analyse von WebAIM zeigt, dass viele Webseiten immer wieder an denselben Stellen scheitern:
Niedriger Farbkontrast:
- Problem: Text ist schwer lesbar.
- Lösung: Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 einhalten.
Fehlende Alternativtexte:
- Problem: Bilder ohne Beschreibung sind für Screenreader unsichtbar.
- Lösung: Aussagekräftige Alt-Texte für alle Bilder setzen.
Unstrukturierte Überschriften:
- Problem: Nutzer:innen können sich nicht schnell orientieren.
- Lösung: Logische Überschriftenhierarchie von H1 bis H6 verwenden.
Fehlende Sprunglinks:
- Problem: Tastatur-Nutzende müssen sich durch sämtliche Menüpunkte arbeiten.
- Lösung: Sprunglink direkt zum Hauptinhalt einbauen.
Wie kann dataloft.ch Dich unterstützen?
Wir begleiten dich von der Analyse bis zum fertigen, geprüften Ergebnis:
- Analyse deiner bestehenden Webseite: Wir identifizieren Barrieren und erstellen einen konkreten Umsetzungsplan.
- Beratung und Schulung: Wir erklären dir die Anforderungen und zeigen, wie du sie dauerhaft einhalten kannst.
- Umsetzung nach WCAG 2.1: Wir passen deine Webseite so an, dass sie mindestens Stufe AA erreicht.
- Testing: Automatisierte Tools und manuelle Tests – wir prüfen beides.
Warum ist Barrierefreiheit wichtig?
- Rechtliche Verpflichtung: Verstösse können ab 2025 mit empfindlichen Strafen geahndet werden.
- Grössere Reichweite: Du erreichst mehr Menschen – auch solche mit Einschränkungen.
- Bessere Nutzbarkeit: Barrierefreie Webseiten sind oft übersichtlicher und einfacher zu bedienen.
- Glaubwürdigkeit: Wer auf Inklusion setzt, zeigt das auch nach aussen.
Jetzt handeln
Je früher du anfängst, desto weniger Aufwand entsteht. Barrierefreiheit lässt sich nicht nachträglich aufstülpen – sie muss in der Struktur sitzen. Meld dich, und wir schauen gemeinsam, wo deine Webseite heute steht und was als nächstes geht.