Zum Inhalt springen

Gewusst-wie: Content Marketing mit Sprachassistent Alexa

Geschrieben von
Roger Klein
alexa lautsprecher 2560x1440 1 — Gewusst-wie: Content Marketing mit Sprachassistent Alexa

Voice Marketing wird zunehmend wichtiger. Hier erfÀhrst du, wie Unternehmen auf diesem Sektor mit eigenem Alexa Skill zur Tat schreiten.

Die Beliebtheit von Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder dem Google Assistant nimmt stetig zu. Sie sind ein neuer Marketing- und Kommunikationskanal fĂŒr Unternehmen — zusammengefasst unter dem Begriff Voice Marketing.

Marketingexperte Sinan Arslan von der Digitalagentur Neofonie und sein Kollege, Softwareentwickler Ziad El-Jayyousi, erklĂ€ren, warum Voice im Marketing-Mix zunehmend an Gewicht gewinnt — und zeigen anhand eines eigenen Projekts, wie die Entwicklung in fĂŒnf Schritten ablĂ€uft.

Voice als neuer Schnittpunkt zu den Kunden

Amazon gab im FrĂŒhjahr bekannt, dass von den Amazon Echos bereits ĂŒber 100 Millionen GerĂ€te weltweit verkauft wurden. Auch in Deutschland verbreiten sich Sprachassistenten spĂŒrbar: Laut «Trendmonitor Deutschland» nutzen rund 15 Prozent aller Deutschen mit eigenem Internetzugang Google Home, Amazon Echo oder einen HomePod. Im Ranking liegt Amazon Echo mit Alexa vorne, gefolgt von Google Home mit dem Google Assistant. Erste Autohersteller ziehen nach — Audi liefert Alexa im Modell e-tron bereits ab Werk aus, weitere Modelle sollen im gleichen Jahr folgen.

Von der kĂŒnstlichen Computerstimme zum Alexa Skill

Was beim Google Assistant «Actions» und auf dem Smartphone «Apps» heisst, nennt sich bei Alexa «Skills». Die Bandbreite reicht von einfachen Auskunfts-Skills bis zu komplexeren Anwendungen wie Shopping-Funktionen. FĂŒr Unternehmen entsteht damit ein zusĂ€tzliches Serviceangebot: relevante Informationen sind schnell abrufbar, Bestellprozesse werden vereinfacht, der Weg zum Support ist direkt. Auch fĂŒr Content Marketing sind Sprachassistenten ein brauchbarer Distributionskanal. Neofonie nutzt das konkret: Sie verbreiten Blogcasts — vertonte BlogbeitrĂ€ge — ĂŒber Alexa, die bisher nur ĂŒber iTunes, Soundcloud oder Spotify zu hören waren. Wie Audio Content auf Alexa kommt, zeigt das folgende Video.

Schritt 1: Das Ausmass der Individualisierung muss definiert werden

Zuerst steht die Entscheidung: Vorlage oder individuelle Entwicklung? FĂŒr den Einstieg gibt es das Alexa Skills Kit — eine Sammlung aus Codebeispielen, Tools und Dokumentation. Wer ohne Programmierkenntnisse arbeiten will, greift zu den Skill Blueprints, die umfangreiche Vorlagen mitbringen. Der «Neofonie Blogcast»-Skill kombiniert Portal-Vorlagen aus dem Amazon Web Service mit einer individuell entwickelten Lösung — das verkĂŒrzt die Zeit bis zum Launch und erleichtert spĂ€tere Anpassungen.

Schritt 2: Die Entwicklung des Skills

Wer mit einem Blueprint arbeitet, ist manchmal in wenigen Minuten fertig. Komplexere Anwendungen brauchen mehrere Tage oder Wochen — der Blogcast Skill hat drei bis vier Tage in Anspruch genommen.

FĂŒr die Entwicklung braucht man einen Developer Account bei Amazon. In der «Developer Console» gibt es einen eigenen Bereich fĂŒr Alexa. Dort steht zunĂ€chst die Wahl des Modells: Beim «One Shot»-Modell aktiviert man Alexa und sie fĂŒhrt die festgelegte Funktion sofort aus — keine Interaktion, praktisch fĂŒr schnelle Abfragen wie Uhrzeit oder Wetterbericht. Dialogmodelle sind komplexer: Skill und Nutzer wechseln sich ab. DafĂŒr mĂŒssen «Intents» definiert werden — also alle möglichen Fragen und Aussagen der Nutzenden sowie die entsprechenden Reaktionen des Assistenten. Einige Intents sind Pflicht, etwa das Aufrufen der Hilfe oder das Beenden. Der Blogcast Skill ist ein Dialogmodell mit Audio-Player-OberflĂ€che zum Abspielen von MP3-Dateien. Die eingebauten Intents erlauben es Nutzenden, frei zwischen Blogcast-Folgen zu wechseln. Sobald die Dialogmodelle stehen, muss der Skill gehostet werden — Amazon bietet dafĂŒr mit AWS Lambda eine hauseigene Lösung.

Schritt 3: Der Skill muss auf Herz und Nieren geprĂŒft werden

In diesem Schritt wird der Skill grĂŒndlich getestet. Weil verschiedene Testumgebungen und Nutzungsweisen zu unterschiedlichen Ergebnissen fĂŒhren können, lohnt es sich, neutrale Nutzende einzubeziehen — Personen, die nicht an der Entwicklung beteiligt waren. Die «Developer Console» bietet dafĂŒr einen eigenen PrĂŒfbereich, in dem bis zu zwanzig Personen den Skill testen können. Fehlerquellen, die dem Entwicklungsteam bisher entgangen sind, lassen sich so gezielt aufspĂŒren.

Schritt 4: Die Angaben mĂŒssen vervollstĂ€ndigt werden

Funktioniert der Skill, folgen die formalen Angaben: Kurzbeschreibung und ausfĂŒhrliche ErklĂ€rung, Angaben zum Entwickler und zum Absender. Hat der Skill erweiterte Funktionen wie monetarisierte Werbung oder In-App-KĂ€ufe, kommen zusĂ€tzliche Pflichtfelder hinzu — etwa ein Zielkonto. Damit der Skill gefunden wird, muss er einer Kategorie zugeordnet werden. Kurz vor dem Einreichen legt man den Sprachbefehl zur Aktivierung fest. Neofonie hat sich fĂŒr «Alexa, starte Neofonie Blogcast» entschieden. Der Befehl sollte kurz und einprĂ€gsam sein — das erhöht die Chance, dass der Skill regelmĂ€ssig genutzt und nicht vergessen wird.

Schritt 5: Die Freigabe zur Publikation

Nach dem Einreichen ĂŒber das Amazon-Portal startet automatisch eine Kurzdiagnose — die in der Regel nicht lĂ€nger als 15 Minuten dauert. Sie prĂŒft, ob alle Pflichtangaben gemacht wurden. Danach nehmen sich Amazon-Mitarbeitende den Skill vor: Sie testen FunktionalitĂ€t, Dialogmöglichkeiten und die Einhaltung der Nutzungsbedingungen. Nach diesen fĂŒnf Schritten ist die Entwicklung abgeschlossen — der Skill ist wenige Tage spĂ€ter live und fĂŒr alle Amazon-Echo-Nutzenden verfĂŒgbar.

Jetzt testen, bevor es der Mitbewerber tut

Satya Nadella, CEO von Microsoft, hat das 2014 auf den Punkt gebracht: «Die menschliche Sprache bildet das neue Interface.» Voice ist noch nicht in der breiten Masse angekommen — aber auf dem Weg dorthin. FĂŒr Unternehmen bedeutet das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt fĂŒr erste Testprojekte mit Sprachassistenten, um Erfahrungen zu sammeln und eine Grundlage fĂŒr den eigenen Voice-Ansatz im Marketing-Mix zu legen. Wer wartet, holt spĂ€ter auf.

Themen: Online-MarketingTechnologienTools

Hat dich der Artikel ins GrĂŒbeln gebracht?

Wir besprechen sowas gerne im ErstgesprĂ€ch — unverbindlich, persönlich, in der Regel innerhalb eines Werktags.

Direkt zum Kontakt
Noch was Grösseres?

rundum.dog — unsere Hunde-Wissensplattform.

Unser Eigenprojekt und Live-Beweis: eigenes KI-Plugin auf Anthropic-API-Basis, 17 Custom Post Types, ein Betrieb, den wir tÀglich am Laufen halten.

rundum.dog ansehen ↗
Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

Mehr ĂŒber uns →

Schreib uns oder ruf an.
Meist antwortet ein Mensch innerhalb eines Werktags.

Roger Klein
GeschĂ€ftsfĂŒhrer
E-Mail
info@dataloft.ch
Telefon
+41 52 511 05 05
Adresse
dataloft GmbH · Rietweg 1 · 8506 Lanzenneunforn TG