Der Google Maps-Standortverlauf ist eine ebenso praktische wie umstrittene Funktion — und trotzdem stimmen die meisten Nutzer bei der Einrichtung eines neuen Smartphones einfach zu. Dauerhaft aktiviert, ohne gross nachzudenken. Wozu werden diese Daten eigentlich gebraucht, und wer profitiert am Ende davon? Ich habe ein paar Links zusammengestellt, die das konkreter machen:
- Pro Tag wird knapp 350 mal der Standort an Google gemeldet
- Über den Google Standortverlauf kannst du selbst einsehen, was Google über dich weiss
- Mit Popular Times siehst du, wie voll ein Geschäft gerade ist
- Mit Wait Times siehst du die voraussichtliche Wartezeit in einem Restaurant
- Verkehrssituationen lassen sich manuell melden — inklusive Blitzerwarnungen
- Informationen zur Auslastung von öffentlichen Verkehrsmitteln, erhoben per Befragung
- Parkplatz-Informationen — noch im Aufbau, nicht überall verfügbar
- Google Streetview-Bilder
- Unterstützung der Polizei über den Standortverlauf
- Standortverlauf und App-Aktivitätsdaten lassen sich mittlerweile automatisiert löschen
Möchte man die Daten der Standorterfassung von Google Maps wirklich freigeben?
Das Dilemma ist denkbar simpel: Die Dienste nutzen, die diese Daten erst möglich machen — aber selbst nicht getrackt werden. Ich glaube, viele finden sich da wieder. Ob das eine Heuchelei ist, sei dahingestellt. Fakt ist: Je mehr Daten gesammelt werden, desto präziser werden die Dienste. Das ist kein Geheimnis, und es ist auch kein rein Google-spezifisches Phänomen — Microsoft, Apple und Facebook machen das genauso.
Was ich trotzdem empfehle: die eigene Standort-Historie bei Google Maps ab und zu löschen. Nicht weil die Daten damit vollständig verschwinden — in einem Backup oder Archiv dürften sie weiter existieren — aber weil es zumindest den direkten Zugriff auf die eigene Geschichte einschränkt.