Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) hat vor Kurzem einen Ratgeber veröffentlicht, wie man online sicher zahlen kann. Wir haben das 60-seitige Dokument für dich durchgearbeitet und die wichtigsten Tipps zusammengefasst.
Sicher bezahlen: Ratgeber geht online
So viele Bezahlverfahren es im Internet gibt, so viele Risiken bringen diese oft auch mit sich. Viele Verbraucher schrecken vor der Bezahlung per Vorkasse mittlerweile zurück — meistens zu Recht. Gleichzeitig entstehen immer mehr Zahlungsdienstleister, die auf den ersten Blick nicht unbedingt vertrauenswürdig wirken. Den Überblick zu behalten, ist nicht einfach.
Das BSI hat sich dieser Frage angenommen. Aus häufig gestellten Fragen entstanden direkte Antworten — und daraus der Ratgeber „Sicher zahlen im E-Commerce“.
Was der Ratgeber abdeckt
Ist das Thema damit erschöpfend behandelt? Ja und nein. Das BSI prüfte im Kern fünf Zahlungsmethoden — nicht aber die einzelnen Anbieter dahinter. Das solltest du vorab wissen: Der Ratgeber zeigt dir Anhaltspunkte, wann das Zahlen online sicher ist. Nicht jeder Anbieter, der diese Zahlungsmethoden einsetzt, ist deshalb automatisch seriös.
Nützliche Fachbegriffe rund ums sichere Online-Zahlen findest du am Ende des Dokuments im Glossar.
Zahlung mit Kreditkarte
Diese Methode ist nur dann sicher, wenn die Dateneingabe auf einer gesicherten Webseite stattfindet. Ein Restrisiko bleibt trotzdem: Der Händler erhält deine Kreditkarteninformationen direkt.
Als sicherere Alternative gibt es 3D-Secure. Das Verfahren muss einmal beim Bankinstitut eingerichtet werden. Bei jeder Zahlung folgt dann eine explizite Authentifizierung — Betrug wird dadurch erheblich erschwert.
Zahlung per Sofortüberweisung
Was sicher klingt, hängt in der Praxis stark vom Anbieter ab. Die Abwicklung läuft über eine Weiterleitung auf deinen gewohnten Online-Banking-Account. Der Händler selbst erhält keine vertraulichen Daten — allerdings ist ein Zahlungsdienstleister zwischengeschaltet. Davon gibt es viele, mit unterschiedlicher Vertrauenswürdigkeit.
Zahlen per PayPal und Co.
Das BSI widmet PayPal, Apple Pay und Google Pay je ein eigenes Kapitel. Die Vor- und Nachteile lassen sich aber gut zusammenfassen: Bei allen drei handelt es sich im Kern um ein Online-Konto, das eng mit deinem Bankkonto verknüpft ist. Du vertraust dem jeweiligen Dienstleister also sehr sensible Daten an.
Was eine gewisse Sicherheit bringt: Für jeden Login brauchst du dein Passwort. Ein schwaches oder mehrfach verwendetes Passwort hebelt diesen Schutz aber schnell aus.
Online zahlen wirklich sicher?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht — es hängt davon ab, welche Zahlungsmethode du nutzt. Das BSI empfiehlt die Kreditkarte nur in Kombination mit 3D-Secure. Bei Zahlungsdienstleistern kommt es darauf an, wie vertrauenswürdig der Anbieter ist. Bekanntheit und Verbreitung sind dabei ein guter erster Indikator.
Die sicherste Methode bleibt wohl der Klassiker: Kauf auf Rechnung. Du bezahlst erst nach Erhalt der Ware — per Überweisung von deinem Bankkonto. Deine Bank bietet dafür passende Authentifizierungsverfahren an, etwa pushTAN, smsTAN oder chipTAN.