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Rund 40 Prozent der deutschen Unternehmen sind mindestens einmal von einem Cyberangriff betroffen

Geschrieben von
Roger Klein
Cyberangriffe in Unternehmen: Schaubild

Eine Studie, die in den vergangenen 12 Monaten durchgefĂŒhrt wurde, hat die drei hĂ€ufigsten Cyberattacken erhoben, mit denen Unternehmen in Deutschland derzeit zu kĂ€mpfen haben. Befragt wurden 5.000 deutsche Unternehmen – ergĂ€nzt durch Feldstudien. Das Ergebnis: Besonders grosse Unternehmen werden hĂ€ufig von Hackern heimgesucht. Wer mehr als 10 BeschĂ€ftigte hat, ist statistisch schon mindestens einmal betroffen.
Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen betonte ausdrĂŒcklich, dass automatisch abgewehrte Angriffe – etwa von einer Firewall abgefangene Spam-E-Mails – nicht in die Studie einflossen.

Ergebnisse der Studie zu Cyberangriff:

1. Die hÀufigste Cyberattacke war das Phishing mit 22 Prozent.

Was ist Phishing?

Phishing bringt Benutzer dazu, vertrauliche Daten auf gefĂ€lschten Websites einzugeben. Gestohlen werden meist Benutzernamen, Passwörter und Bankdaten. Die BetrĂŒger geben sich dabei als vertrauenswĂŒrdige Absender aus – Finanzinstitute, soziale Netzwerke oder IT-Administratoren.

Die am hÀufigsten genutzten Angriffswege:

  • E-Mail-Spoofing
  • Instant Messaging

Phishing ist eine Social-Engineering-Technik, die Schwachstellen in der Websicherheit ausnutzt. Schulungen, Sensibilisierung und technische Sicherheitsmassnahmen helfen, solche Angriffe zu erkennen oder zu vermeiden. Wer den Verdacht hat, auf eine Phishing-Attacke hereingefallen zu sein, sollte sofort die Kreditkarten sperren lassen.

2. Als zweithÀufigste Attacke wurden Ransomware-Angriffe mit 13 Prozent erfasst.

Ransomware leitet sich vom englischen „ransom“ – Lösegeld – ab. Weitere Bezeichnungen: Erpressungstrojaner, Kryptotrojaner oder VerschlĂŒsselungstrojaner. Diese Schadprogramme sperren den Computer oder verschlĂŒsseln die darauf gespeicherten Daten, sodass kein Zugriff mehr möglich ist.

Woran erkennt man Ransomware-Angriffe?

Der Bildschirm ist blockiert, der gesamte Computer scheinbar gesperrt. Ein Erpresserbrief fordert Lösegeld fĂŒr die EntschlĂŒsselung – und lĂ€sst sich nicht schliessen. Die geforderten Summen sind oft erheblich.

Einige Varianten haben eine Inkubationszeit: Die schĂ€dliche Wirkung tritt erst verzögert ein, sodass man nicht mehr nachvollziehen kann, wann und wo man sich den Trojaner eingefangen hat. Virenscanner erkennen solche Programme – ohne Antiviren-Software fĂ€llt der Angriff meist erst auf, wenn es zu spĂ€t ist. Erschwerend kommt hinzu, dass sich viele Ransomware-Varianten nach dem Angriff selbst löschen und damit schwer zu enttarnen sind.

3. Das sogenannte CEO-Fraud ist mit 8 Prozent auf Platz 3.

Grosse Unternehmen sind hĂ€ufiger betroffen als kleine. Beim CEO-Fraud verschicken BetrĂŒger gefĂ€lschte E-Mails unter fremdem Namen – meist angeblich vom GeschĂ€ftsfĂŒhrer oder von Handelspartnern – und veranlassen so Überweisungen hoher Summen ins Ausland.

Vorbereitung ist dabei zentral: Die TĂ€ter sammeln gezielt Insiderwissen aus Wirtschaftsberichten, sozialen Netzwerken, WerbebroschĂŒren, dem Handelsregister und der Unternehmenswebsite. Sie interessieren sich fĂŒr GeschĂ€ftspartnerbeziehungen, geplante Investments und E-Mail-Adressen von Mitarbeitenden. Anschliessend nehmen sie per E-Mail oder Telefon Kontakt auf – mit verfĂ€lschten Adressen und verschleierten Nummern.

Besonders gefĂ€hrdet: Mitarbeitende in Buchhaltung und Rechnungswesen, die Überweisungen autorisieren dĂŒrfen. Der Schaden belĂ€uft sich hĂ€ufig auf mehrere Millionen Euro.

Was tun, um sich vor CEO-Fraud zu schĂŒtzen?

  • Mitarbeitende sensibilisieren und regelmĂ€ssig schulen.
  • Bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen direkt bei der GeschĂ€ftsfĂŒhrung nachfragen.
  • Keine heiklen Unternehmensinformationen öffentlich zugĂ€nglich machen.
  • Den Absender von E-Mails sorgfĂ€ltig prĂŒfen.
  • Interne Kontrollmechanismen regelmĂ€ssig ĂŒberprĂŒfen.
  • Zahlungsaufforderungen beim vermeintlichen Auftraggeber per RĂŒckruf oder schriftlich verifizieren.
  • Bei bereits erfolgter Transaktion sofort Bank und Polizei kontaktieren.

Wie viele Unternehmen erstatten tatsÀchlich Anzeige?

Lediglich 11 Prozent der kleineren Unternehmen mit 10 bis 50 Mitarbeitenden gaben an, die schwerwiegendsten Cyberangriffe der letzten 12 Monate angezeigt zu haben.
Grosse Firmen mit mehr als 500 Angestellten erstatteten mit 22 Prozent deutlich hĂ€ufiger Anzeige. Fast alle betroffenen Unternehmen zogen nach einem Angriff technische Konsequenzen: Antiviren-Software aktualisieren, Updates hĂ€ufiger einspielen, Backups regelmĂ€ssiger durchfĂŒhren.

Themen: CybercrimeDeutschlandStudie

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Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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